Viermal im Jahr organisiert tbd* zusammen mit Talents4Good, der Personalagentur für Jobs mit gesellschaftlichen Mehrwert, eine Frühstücksrunde für Personaler und Personalerinnen. Diese Eventreihe dient dem Netzwerken und der Weiterbildung und steht immer unter einem festgelegten Thema. Letzten Mittwoch, am 20. Juni, traf man sich in Berlin Mitte. Es drehte sich alles um das Thema Gehälter und Mitarbeiterzufriedenheit. Außerdem stellte tbd*-Gründerin Naomi Ryland den neuen Gehaltsreport für den deutschen Social Impact- und Nachhaltigkeitsbereich passend zum Thema vor.

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„Gutes tun, Geld verdienen, Glücklich sein, Geht das?“

Das Ziel des Reports ist es, Transparenz zu schaffen – für Jobsuchende, aber auch für Arbeitgeber*innen. Unternehmen und Organisationen im sozialen Sektor erhalten dadurch wichtige Anhaltspunkte, was sie bieten müssen, um Mitarbeiter*innen zu finden und dauerhaft zu binden.


Teilnehmer*innen des HR Frühstücks.

Die diesjährige Studie wurde mit Unterstützung von BCG (Boston Consulting Group) und Joblinge durchgeführt. 659 Personen aus dem sozialen Sektor nahmen teil. 75 Prozent davon Frauen, 25 Prozent Männer. Das Durchschnittsalter aller Befragten lag bei 35 Jahren und 90 Prozent der Befragten sind angestellt.

Was ist Mitarbeiter*innen wichtig?

Im Bezug auf Präferenzen und Zufriedenheit zeigt der Report, dass Mitarbeitende im sozialen Sektor großen Wert auf das legen, was sie tun –insbesondere Arbeitsinhalte und die Identifikation mit den Arbeitgeber*innen sind den Beschäftigten wichtig. Dafür nehmen die Mitarbeiter*innen in Kauf, dass ihr Einkommen meist geringer ausfällt als in anderen Bereichen.

Wichtig sind den Arbeitskräften im sozialen Sektor außerdem die persönliche Entwicklung und ein gutes Verhältnis zu Vorgesetzten. Es ist allerdings auch zu verzeichnen, dass ein Viertel der Beschäftigten damit nicht zufrieden ist. Deshalb ist es Arbeitgeber*innen aus dem Bereich zu empfehlen, sich durch gute Führung und Angebote in der Weiterbildung gegenüber anderen Organisationen hervorzuheben.

Gender Pay Gap: Leider auch im sozialen Sektor gravierend

Das wohl überraschendste Ergebnis ist jedoch der bestehende Gender Pay Gap, der auch vor dem sozialen Sektor leider keinen Halt macht. Während im sozialen Sektor überproportional viele Frauen arbeiten, weisen Gehälter zwischen Männer und Frauen auch hier einen signifikanten Unterschied auf. Männer verdienen zwischen 8 und 25 Prozent mehr als ihre weiblichen Kolleginnen. Somit liegt der Gender-Pay-Gap auch hier bei knapp 20 Prozent, was nahezu dem Bundesdurchschnitt von 21 Prozent entspricht.

Den gesamten Gehaltsreport findest du hier.


Gemütliche Atmosphäre im Alpenstück Café.

Was bewegt Personaler*innen?

Die rund 20 Teilnehmer*innen aus kleinen bis großen Organisationen diskutierten im Anschluss, wie gerechte Gehaltserhöhungen stattfinden können, wie steigende Lebenshaltungskosten mit Gehältern kompensiert werden könnten und wie die Beziehung zu Führungskräften für die Mitarbeiter*innen gestaltet und verbessert werden kann. Konsens hierbei war, dass Führungskräftetrainings enorme Bedeutung haben, jedoch immer auch eine große Budgetfrage aufwerfen.

Auch wurde angesprochen, dass gerade in kleinen Organisationen Mitarbeitendenentwicklung oftmals nicht bedeuten kann, dass Mitarbeiter*innen „die Leiter hochsteigen“, und wie stattdessen andere Möglichkeiten geschaffen werden können, Leistung und Arbeitserfahrung zu honorieren.

Ein weiteres Thema war, dass in vielen Organisationen die Mitarbeitenden im IT und Developmentbereich die höchsten Gehälter erhalten und dass dies auch Fairnessfragen aufwirft, vorallem, da diese Tätigkeiten oft von Männern durchgeführt werden.

Das nächste Frühstück findet am 11. September zum Thema Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat statt. Möchtest Du beim nächsten Mal dabei sein, dann trage Dich einfach hier ein.