Vor einiger Zeit haben wir ein Interview mit Iulia Mitzner geführt. Sie hat die App Queen of the Neighborhood (kurz: QUOTN) gegründet, die User*innen mit nachhaltigen, von Frauen und Trans* gegründeten oder geführten Unternehmen verbindet. Einmal im Monat wird dort die "Queen of the Month" gekürt und in einem Interview per Video vorgestellt. Und surprise surpise: auch auf tbd* wird die Queen of the Month ab jetzt jeden Monat einen ihr gebührenden Auftritt erhalten.

Im Januar wird den Driller Queens diese Ehre zuteil. Die Hausheld*innen aus Berlin Kreuzberg machen Heimwerker*innenträume wahr. Sie nehmen den Stress bei der Renovierung des Hauses oder der Wohnung, so dass die Kund*innen immer die Kontrolle über ihren eigenen Raum haben. Charly, die Gründerin der Driller Queens erklärt genau, um was es den Heimwerker*innen geht...

Charly, erzähl doch mal was genau ist Driller Queens?

Driller Queens ist eine Plattform für Handwerker*innen in Berlin. Unsere Plattform ist hauptsächlich für Frauen, Personen die sich als Frau identifizieren, trans sind oder non binary. Wir alle wissen wie schwierig es ist in Berlin eine Wohnung zu finden. Wenn man dann endlich eine gefunden hat, zieht man ein und dann gibt es keine Lampen. Es ist richtig schwer große Unternehmen für solche Jobs zu engagieren. Dieser letzte Schliff, um die Wohnung in ein zu Hause zu verwandeln, das ist genau worauf wie uns spezialisiert haben. Wir hängen deine Lampen, Vorhänge und Bilder auf und helfen dabei den Raum in ein zu Hause zu verwandeln.


Charly bei einem Workshop

Aber ihr verfolgt auch eine Mission habe ich gesehen? Kannst du darüber etwas erzählen?

Diversity ist Kern unserer Marke. Wir sind fest davon überzeugt, dass wir dabei helfen können die Branche zu diversifizieren. Es wird immer schwieriger für Frauen oder nichtbinäre Menschen in dieser Branche zu arbeiten, die immer schon sehr männerdominiert war und immer noch ist. Wir möchten aber speziell diese talentierten Leute in den Mittelpunkt stellen, denen es sonst vielleicht nicht möglich wäre in einem traditionellen Baustellen Umfeld zu arbeiten.

Wie bist du denn überhaupt auf die Idee gekommen Driller Queens zu gründen?

Wir werden das ganz oft gefragt. Die Leute sagen immer sie lieben Driller Queens und wofür es steht und wollen dann wissen woher die Idee kam. Ich würde den Leuten dann immer gerne erzählen, dass ich diese großartige Idee hatte, hart gearbeitet habe und dieses und jenes gemacht habe. Aber ganz ehrlich, es hat einfach als “Side Hustle” begonnen, um mehr Geld zu verdienen und wurde mehr oder weniger zufällig zu einem richtigen Business. Es ist nicht so, dass es unbemerkt einfach so, ohne weiteres Zutun passiert ist, ich habe mir schon den Arsch dafür aufgerissen, aber es war ein sehr organischer Prozess. Im Hauhalt in dem ich aufwuchs war es verpönt einen Handwerker zu rufen. Es war als ob man fluchen würde. Einfach etwas, das man nicht macht. Meine Mutter war total “hands-on”. Wirklich eine beeindruckende Frau. Sie hat sich selbst Zimmerei und Elektrik beigebracht. In so einem positiven Umfeld aufzuwachsen, gibt dir einfach das Gefühl, dass solche Dinge zu schaffen sind und nicht völlig unerreichbar. Daher war es für mich einfach klar, dass ich Dinge natürlich reparieren kann. Mittlerweile habe ich das Glück ein ganzes Team zu haben, das Dinge reparieren kann. Und das macht mich sehr glücklich.

Was würdest du Gründer*innen raten, die gerade ihr eigenes Unternehmen oder Projekt starten?

Mein Rat an Leute die gerne ihr eigenes Unternehmen gründen möchten, oder ihren “Side Hustle” gerne zu einem “Main Hustle” machen wollen: lasst euch feuern! Das hat bei mir super funktioniert. Es gibt keinen besseren Tritt in den Hintern und Motivator, als kein Geld zu haben.


Charly und sichtlich glückliche Teilnehmer*innen eines Driller Queen-Workshops

Mein Rat an Leute die in dieser spezifischen Branche etwas aufbauen möchten: wir geben Workshops. Wenn ihr eine Einführung haben wollt und lernen möchtet mit eine Bohrer umzugehen, kommt am besten zu einem unserer Workshops in Kreuzberg und wir bringen euch die Basics bei.

Was bedeutet es für dich Teil von “Queen of the Neighorhood” zu sein?

Was mir an dieser Plattform am besten gefällt ist, dass es zwar eine Plattform für Frauen* ist, aber zu allererst ist eine Community. Ich finde viele Leute machen einfach eine Phrase wie “Women only” drauf und fangen an eine verniedlichende Sprache zu verwenden und Wörter wie “Girlboss”. Falls das für dich funktioniert, nur zu! Ich persönlich habe mich durch solche Phrasen noch nie “empowered” gefühlt. Die Plattform war bis jetzt wirklich unbezahlbar für uns! Wir haben zahlreiche Aufträge darüber bekommen, wir haben die Person getroffen, in deren Location wir jetzt unsere Workshops halten, wir haben die Person getroffen, die unser Screenprinting macht. Es ist einfach so schön Teil dieser Community zu sein, die sich wirklich für einen interessiert. Es ist überhaupt nicht so, dass man irgendwelche leeren Phrasen herumwirft und alle “yeah, girlpower” rufen, sondern etwas, das wirklich hilfreich und praktisch ist. Außerdem hat es trotzdem Emotionen und keine muss so tun, als ob sie eine eiskalte Unternehmerin ist. Wir wissen ja sowieso auch alle, dass das nicht der Wahrheit entspricht.

Das Interview mit Charly von den Driller Queens hat dir Lust auf mehr gemacht? Dann werde Teil der Queen of the Neighborhood-Community:

 

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