Bei tbd* mögen wir es, Licht in die Dunkelheit zu bringen und Transparenz im sozialen Sektor zu fördern. Daher haben wir euch dieses Jahr gefragt, wie es sich wirklich anfühlt, im sozialen und nachhaltigen Sektor zu arbeiten. Denn wir wollten eure  Zufriedenheit oder Unzufriedenheit besser verstehen. Nun haben wir eure Antworten ausgewertet und spannende Ergebnisse erhalten! Diese können zukünftig von Organisationen, aber auch von Stellensuchenden als Referenzwerte verwendet werden.

135 Personen haben uns geantwortet. Dadurch sind die Ergebnisse zwar nicht repräsentativ, aber zeichnen ein gutes Bild davon, wie es um eure Zufriedenheit im Job steht.

Zusammenfassung

Fast 70% von euch sind mit eurem Job generell zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Das Arbeiten im sozialen und nachhaltigen Sektor scheint also insgesamt zufrieden zu stimmen. Als wichtigster Faktor, der zur Zufriedenheit beiträgt, ist dabei für die meisten ihre Rolle oder Tätigkeit, gleich gefolgt von der Unternehmenskultur. Männer scheinen insgesamt zufriedener zu sein als Frauen, Jüngere zufriedener als Ältere, Menschen in Stiftungen zufriedener als in Forschungsinstituten. Gleichzeitig haben aber auch 60% von euch angegeben, einem hohen oder sehr hohen Erwartungsdruck und Stress ausgesetzt zu sein.

Aber lest selbst und erfahrt, welche Positionen und Organisationsformen am zufriedensten machen und wie sich die Hierarchie von Arbeitsstrukturen auf die Zufriedenheit mit Führungskräften auswirkt.

Zuallererst: Wie zufrieden sind die Menschen mit ihrer Arbeit im sozialen und nachhaltigen Sektor generell?

20% sind sehr zufrieden, und fast 50% haben angegeben, dass sie zufrieden sind. Das bedeutet, dass fast dreiviertel von euch mit ihrer Arbeit im Generellen zufrieden sind. Das ist doch schon mal sehr erfreulich!

Eure Kommentare dazu:

“Trotz des wundervollen Jobs ist der Frust über zu viele ergebnislose Projekte, mangelnde Wertschätzung, sehr geringes Gehalt und nicht nachvollziehbare Management-Entscheidungen zum Nachteil der Mitarbeiter nicht mehr auszuhalten.”

“Trotz allem war ich vorher in der freien Wirtschaft 1000 Mal unglücklicher.”

Welche Faktoren sind für eure Zufriedenheit im Job am Wichtigsten?

Am wichtigsten für die meisten von euch sind die Rolle und die ausgeübten Tätigkeiten gefolgt von der Unternehmens- und Teamkultur.

Eure Kommentare dazu:

“Diese Frage muss unbedingt nach der Sinnhaftigkeit der Arbeit fragen, um die Arbeitszufriedenheit einschätzen zu können. In meinem Ranking auf Platz 1”

Wie zufrieden seid ihr mit eurem Gehalt?

In Anlehnung an unsere Umfrage zum Gehalt im Social Impact Sektor wollten wir auch wissen, wie zufrieden ihr mit eurem Gehalt seid. Fast die Hälfte von euch hat angegeben, sehr zufrieden oder zufrieden zu sein.

Eure Kommentare dazu:

“The salary according to contract would be fine, but extra hours are not paid.”

“Ich habe immer im Blick, dass ich für eine NPO arbeite, nicht in der freien Wirtschaft, daher nehme ich das eher niedrige Gehalt in Kauf.”

Wie zufrieden seid ihr mit den Führungskompetenzen eurer Vorgesetzten?

Die meisten von euch (über 50%) sind sehr zufrieden oder zufrieden mit ihren Vorgesetzten. Nur 5% haben angegeben, sehr unzufrieden zu sein.

Eure Kommentare dazu:

“Bin Geschäftsführung :-) Und deswegen weiß ich genau, wie viel Zeit und Hirnschmalz wir in ein holistisches Führungskonzept und den Ausbau von leadership-kompetenz auf allen Ebenen investieren.”

“Es finden keine Mitarbeitergespräche statt, es wird keine Möglichkeit der beruflichen Weiterentwicklung gegeben, und die Arbeit der Leute wird nicht wertgeschätzt.”

Wie zufrieden seid ihr  mit den Tätigkeiten eurer Stelle?

Auch mit den Tätigkeiten, die die meisten in ihrer Stelle ausführen, ist ein Großteil zufrieden oder sehr zufrieden (insgesamt über 75%).

Eure Kommentare dazu:

“Es gibt die Möglichkeit, Neues zu lernen, sich weiterzuentwickeln, Neues auszuprobieren und am Job zu wachsen.”

“It's ok, sometimes you have to do boring stuff, but I guess it's the same anywhere.”

Wie bewertet ihr den Erwartungsdruck und den Stress im Job?

Geringen oder sehr geringen Erwartungsdruck empfindet nur eine kleine Minderheit (5%). Der Großteil von euch hat das Gefühl, sehr hohem (25%) oder hohem (34%) Druck ausgesetzt zu sein.

Eure Kommentare dazu:

“Well, the pressure is self created. The more we aim for perfection and growth, the higher the stress level.”

“Sehr hoher Erwartungsdruck, der auf willkürlich getroffenen Entscheidungen der Leitung basiert, die jeglicher Grundlage entbehren.”

Wie zufrieden seid ihr mit der Unternehmenskultur?

Auch mit der Kultur im Unternehmen oder der Organisation sind die meisten sehr zufrieden (22%) oder zufrieden (37%).

Eure Kommentare dazu:

“This is the best part! It’s such a joy to work with everyone, to grow and build together a thriving business.”

“Among the team, the team culture is great. But the relationship with the management is very stiff.”

Wer ist am zufriedensten?

Nach der generellen Auswertung der Umfrage haben wir nach verschiedenen Faktoren gefiltert.

Hier muss allerdings gesagt werden, dass es bei manchen Samples nur geringe Fallzahlen gab, daher sind diese nicht als repräsentativ anzusehen.

Es macht keinen Unterschied in der Zufriedenheit, ob man festangestellt ist oder befristet, ob man Teilzeit arbeitet, oder Vollzeit, oder wie groß das Unternehmen bzw. die Organisation ist. Dafür zeigen sich bei ganz anderen Faktoren Unterschiede:

1. Organisationstyp

Wenn man sich anschaut, in welchem Organisationstyp die Menschen am zufriedensten sind, ergibt sich folgendes Bild: Von den Mitarbeiter*innen in Stiftungen haben alle angegeben, dass sie zufrieden oder sehr zufrieden sind (100%, 8 Antworten), dicht gefolgt von denjenigen, die in Bildungseinrichtungen arbeiten (83%) und in Social Start Ups (82%). In Nichtregierungsorganisationen und Vereinen hingegen hat dies nur die Hälfte angegeben. Am wenigsten zufrieden sind diejenigen, die in Forschungsinstituten arbeiten (nur 25% sind zufrieden mit ihrer Arbeit).

2. Position

Analyst*innen haben mit 100% am häufigsten angegeben, mit ihrer Arbeit zufrieden zu sein (allerdings nur 4 Antworten), dicht gefolgt von allen denjenigen, die im Managementbereich arbeiten (75%). Am wenigsten zufrieden sind diejenigen, die als Assisten*in oder in der Administration arbeiten (40%). 40% aus dieser Gruppe haben sogar angegeben, unzufrieden mit ihrer Arbeit zu sein.

3. Gender

Männer sind insgesamt zufriedener mit ihrer Arbeit als Frauen (Männer 100% sehr zufrieden oder zufrieden / Frauen 60%).Während von den Männern keiner angab, unzufrieden zu sein (0%), waren es bei den Frauen sogar 21%.  

Auch sind Männer zufriedener mit ihrem Gehalt als Frauen (Männer: 67% (sehr) zufrieden und 20% unzufrieden; Frauen 45% (sehr) zufrieden, 36% unzufrieden) und auch glücklicher mit den Führungskompetenzen ihrer Vorgesetzten (Männer 80%, Frauen 49%).

Allerdings muss man dazu sagen, dass uns nur 15 Männer geantwortet haben, somit sind deren Antworten wohl nicht ganz repräsentativ.

4. Alter

Von den 19- bis 29 jährigen haben ganze 84% angegeben, dass sie sehr zufrieden oder zufrieden in ihrem Job sind. Die 30- bis 39 jährigen sind mit 58% weniger zufrieden,  gleich gefolgt von denjenigen über 40. Diese Gruppe hat mit 36% am häufigsten angegeben, unzufrieden zu sein.

5. Hierarchie und Zufriedenheit mit Führungskräften

Sehr interessant fanden wir, dass diejenigen, die angegeben haben, dass sie in einem eher hierarchischen Arbeitsumfeld leben, auch häufiger unzufrieden mit ihren Vorgesetzten waren (37%) als diejenigen, die nach eigener Aussage in einem eher unhierarchischen Umfeld arbeiten.

Eure Kommentare dazu:

“Von oben werden sämtliche Entscheidungen getroffen ohne Mitspracherecht der eigentlich am Projekt tätigen Mitarbeiter.”

“Wir arbeiten nach dem Prinzip der Holokratie und versuchen unser Arbeiten so hierarchiefrei wie möglich zu gestalten. Ich finde, das klappt ganz gut.”

In welcher Organisationsform ist der Stress am höchsten?

Wenn man vergleicht, in welcher Organisation die meisten angegeben haben, dass ihr Stress Level sehr hoch oder hoch ist, liegen Social Start Ups ganz weit vorne (73%). Dabei haben die Menschen, die in einem Social Start Up arbeiten, gleichzeitig sehr häufig (82%) angegeben, auch zufrieden zu sein. Da scheint es sich wohl um positiven Stress zu handeln. Am wenigsten gestresst von ihrer Arbeit fühlen sich diejenigen, die in Stiftungen, Bildungsinstituten oder Wohlfahrtsverbänden arbeiten.

Was ihr uns noch mitteilen wolltet:

“You want to do the best, improve the world, but if your boss or manager doesn’t provide the culture for it and doesn’t recognize your efforts it’s for nothing. You need to keep searching for a better place.”

“The worst part is that these kind of themes and challenges are often not discussed in an organisation and the sector as a whole. The most important is that people feel cared for and invested in.”

Wir danken allen für ihre Teilnahme!

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