ursprünglich erschienen: 17.05.2016

Es weht ein frischer Wind in Wien’s Wirtschaft. Alle Zeichen stehen auf Gründen. Wer am Puls der Zeit sein und sich das Arbeitsumfeld selbst gestalten will, springt auf den Zug auf und wagt sich an das eigene Startup. Die Förderlandschaft wird immer besser und Scheitern gilt nicht als No-go, sondern als natürlicher, ja fast schon notwendiger Bestandteil auf dem Weg zum Unternehmertum - man lernt ja aus Fehlern. Gleichzeitig blicken viele junge Menschen kritisch auf aktuelle Ereignisse und vertrauen nicht mehr nur den Eliten, dass sie die Antworten auf die Probleme von heute und morgen finden. Das hemdsärmelige Startup-Bewusstsein beflügelt sie, neue Ideen für unser Zusammenleben zu entwickeln, die über rein ökonomische Interessen hinausgehen.

Die ersten in Wien, die sich zum Ziel setzten solche Pioniere zu unterstützen, sind die Pioneers of Change, die einen einjährigen Lehrgang entwickelt haben, der Menschen bei der Ausarbeitung ihrer Geschäftsideen begleitet. Nach fünf Jahren sind es bereits über 100 Abgänger, die einen neuen Samen der Veränderung in die Mitte unserer Gesellschaft gepflanzt haben.

Etwa genauso lange gibt es die Mutmacherei, die Projekte, Initiativen und Netzwerke in den Vordergrund stellt, die nicht darauf warten, dass etwas passiert, sondern die Dinge selbst in die Hand nehmen.

Was Weltveränderer brauchen, ist ein Ort, an dem sich Veränderung manifestieren kann. Seit Mitte 2010 gibt es das Impact Hub Vienna, das sich zum Mekka der Changemaker-Szene in Wien entwickelt hat. Selbst beschreibt sich das Impact Hub als Ökosystem an Ressourcen, Inspirationen und Möglichkeiten zur Zusammenarbeit um die Entwicklung einer nachhaltigen Welt voran zu treiben. Der Co-Working-Space bietet neben Raum für Kollaboration und Veranstaltungen auch eine Vielzahl an Inkubationsprogrammen, die Ideen mit Social Impact Realität werden lassen.

Eines der bekanntesten dieser Art ist der Social Impact Award, der mittlerweile in zehn Ländern, darunter auch Russland, jährlich ausgerufen wird. Die Gewinner bekommen eine umfassende Inkubationsförderung, eine Startfinanzierung und einen Bekanntheitsgrad, der unbezahlbar ist, um neue Kooperationspartner zu finden.

Die bekannteste Crowdfundingplattform, die sich auf das Funding von Changemaker-Projekten spezialisiert hat, ist respekt.net. Dort finden sich mittlerweile über 700 Projekte für eine bessere Zukunft. Zusammen haben sie bisher fast 1,5 Mio. Euro gesammelt.

Eine Organisation, die junge Menschen inspiriert, ihr Potential für eine bessere Welt zu nützen ist Aspire, die Manufactory of Change. Mit ihrem jährlichen Festival sensibilisieren sie vorwiegend Studierende für Menschenrechte, Frieden, Gerechtigkeit und soziales Engagement.

Über Helmut Gruber

Nicht mehr nur online über die aktuellen Verhältnisse zu meckern, sondern mit innovativen Lösungen nachhaltige Veränderung bewirken - das war meine Motivation mich auf die Suche nach Gleichgesinnten zu machen. Vor zweieinhalb Jahren bin ich dann auf den Verein Option 2.0 - Plattform zur Stärkung der Zivilgesellschaft gestoßen, dessen Vorstand ich mittlerweile bin. Dort habe ich all das vorgefunden, um selbst aktiv zu werden. Ziel der gemeinnützigen Organisation ist es, Vernetzung, Kooperation und Sichtbarkeit der österreichischen Zivilgesellschaft zu fördern. Dazu gehört es auch Veranstaltungen zu organisieren, die Menschen zu einem eigenen Engagement ermutigen. Einer der größten Inspiratoren in diesem Bereich war bisher noch nicht in Österreich tätig. Umso mehr freut es mich, hier und heute bekannt zu geben, dass wir tbd* als zusätzliche Bereicherung der Changemaker-Landschaft nach Wien geholt haben.