Wirtschaften Frauen nachhaltiger als Männer? Ja. Und werden sie dafür in einer Welt, die ohne nachhaltiges Wirtschaften an ihre Grenzen gerät, entsprechend bezahlt oder unterstützt? Leider zu selten.

Hier setzt „Fearless Girls“ – ein Projekt des Dresdner Vereins MenschBank e.V. – an. Ziel ist es, einjährige Stipendien (ähnlich einem Grundeinkommen) an mutige Frauen zu vergeben, die Projekte im Sinne der globalen Nachhaltigkeitsziele entwickelt haben und damit die Wirtschaftswelt erneuern und sinnstiftender gestalten. Die Stipendiatinnen sollen monatlich jeweils 1000 Euro als Basisfinanzierung erhalten, um sich auf ihre Ideen fokussieren zu können.

Namensgeberin des Projekts ist das „Fearless Girl“ – eine Statue, die im März 2017 dem schnaubenden Bullen auf der Wall Street in New York City gegenüber gestellt wurde. „Das Mädchen will den Bullen nicht bezwingen, sondern ihm zeigen, dass es auch anders geht. So wie dieses Mädchen entwickeln viele Frauen Ideen, wie wir unsere Wirtschaft gestalten können, ohne die Zukunft der nächsten Generationen aufs Spiel zu setzen. Unsere, für diese Kampagne ausgewählten Fearless Girls, sehen die aktuelle Weltlage als Chance zur Weiterentwicklung. Sie haben Unternehmen gegründet oder engagieren sich für etwas, bei dem sie Haltung zeigen, allen Generationen mit Respekt begegnen, Wirtschaft neu denken und so aktiv zur Zukunftsgestaltung aller beitragen. Sie sind Pionierinnen“, sagt dieInitiatorin Silke Hohmuth. Und weiter: „Wir sammeln Gelder, um den Frauen für ihr Engagement zu danken und ihnen Zeit zu schenken, damit ihre großartigen Ideen reifen können. Wir wollen den Mut belohnen und sie als Vorbilder sichtbar machen, denn sie zeigen, dass eine gemeinwohl-orientierte Wirtschaft Zukunft hat.“

„Fearless Girls“ feiert bereits seinen ersten Erfolg: Das Projekt ist für den Deutschen Integrationspreis der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung nominiert. Mittels eines Crowdfunding-Contests bei Startnext kann man bis zum 5. Juni 2019 für die einzige sächsische Initiative unter den 44 Bewerbern aus ganz Deutschland abstimmen und diese gleichzeitig finanziell unterstützen. Den Projekten mit den meisten Unterstützerinnen und Unterstützern winken Preisgelder von insgesamt 150.000 Euro. Über diese Summe hinaus vergibt eine Fachjury insgesamt 50.000 Euro an die vielversprechendsten Vorhaben.

Die ersten fünf Stipendiatinnen hat Silke Hohmuth mit ihrem Team bereits ausgewählt, weitere sollen folgen.

Fearless Girls - die ersten fünf Stipendiatinnen

Stephanie Oppitz- Dresden: Gründerin der „Windelmanufaktur“, der Schwestermarke „Von Ocker und Rot“ und der „Stoffwindelexperten“. Sie möchte künftig noch stärker ihr Wissen als Unternehmensgründerin, E-Commerce-Expertin, Amazon-Händlerin und Bloggerin im Förderprogramm „Unternehmerinnen der Zukunft“ an Frauen weitergeben, die ihr digitales Geschäft auf- oder ausbauen wollen.

Romina Stawowy- Dresden: Initiatorin und Veranstalterin der femMit - Die Konferenz für mehr Frauen in Medien und Politik, die 2019 erstmals stattgefunden hat und ab 2020 regelmäßig fortgesetzt werden soll. Ziel der Konferenz ist es, Vorbilder zu zeigen, Mut zu machen, Vernetzungsmöglichkeiten zu bieten und bestehende Ungerechtigkeiten zwischen Frauen und Männern zu thematisieren. Ihr Ansatz: „Frauen müssen sich noch besser vernetzen, um ein Umdenken in der Gesellschaft bewirken zu können. Immer wieder das Gespräch suchen, sich durchsetzen und mit Kompetenz überzeugen. Das braucht einen langen Atem und wir stehen erst ganz am Anfang. Diesen mit der femMit2019 angestoßenen Prozess möchte ich fortsetzen.“

Dunja Burghardt- Frankfurt/Main: Visionärin, Unternehmerin, Autorin, Moderatorin und Streiterin für ein enkeltaugliches Wirtschaften, nicht nur in der Medienbranche. Sie setzt sich für ein Wirtschafts-Netzwerk der Generationen ein. Ihr soziales Engagement gilt der Verbindung zwischen den Generationen, einem friedlichen Miteinander und zugleich der Entfaltung des Individuums für eine zukunftsfähige und innovative Wirtschaft.

Sanika Hufeland- Berlin: Geschäftsführerin und Netzwerkstrategin am Institute for Social Banking - einer Mitgliedsorganisation für Bildung, Vernetzung und Forschung im Bereich des nachhaltigen Bank- und Finanzwesens. Ihre Leidenschaft: Veränderungen und Innovationen im Finanzsystem zu initiieren und das „Sustainable Finance and Banking Movement“ international zu begleiten. Von besonderem Interesse ist für sie die Förderung von „Women in Finance“. Ihr Ansatz: „Das Finanzsystem wird sich nur Richtung Nachhaltigkeit bewegen, wenn wir es von innen heraus ändern. Ich setze mich für mehr Diversität und Frauen in Entscheidungspositionen ein, da ich davon überzeugt bin, dass diese einen wesentlichen, positiven Impuls zur Veränderung des Bank- und Finanzsystems geben können.“

Jeannette Hagen- Berlin: freie Autorin, Journalistin, Coach und Gründerin des gemeinnützigen Unternehmens „Kunst für Demokratie“, das Kunst und kulturelle Bildung fördert und in die Welt bringt, die dem demokratischen Grundgedanken folgt. Ziel ist es, die Finanzierung dieser Arbeit nicht nur über öffentliche Fördertöpfe zu stemmen, sondern langfristig unabhängig davon zu gestalten. Ihr Ansatz: „Ich finde es wichtig, dass Unternehmen, die ja maßgeblich sowohl von der Globalisierung sowie auch von der demokratischen Politik profitieren, etwas einbringen – also mit finanziellen Mitteln dafür sorgen, dass Freiheit, Gerechtigkeit und Teilhabe für alle Menschen in unserem Land selbstverständlich sind.“

Unterstütze die "Fearless Gils" hier bei ihrer Kampagne auf StartNext!

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