Afrikanische Kultur gewinnt derzeit an Bedeutung, nicht nur auf dem Kontinent selber sondern in der ganzen Welt. Die Kreativbranchen – von afrikanischer Musik über Film, Tanz, Essen, Mode bis zu anderen Formen von Kunst – haben das Potenzial, Billionen von Euro für afrikanische Länder zu erwirtschaften und neue Job Möglichkeiten für die zunehmende Anzahl an Arbeitskräften zu schaffen. Insbesondere die Modebranche hat ein unglaubliches Potenzial für den afrikanischen Kontinent. Der gesamt Modemarkt in Subsahara-Afrika, sowohl Bekleidung als auch Schuhe, wird auf einen Wert von etwa 30 Billionen Euro geschätzt wobei erwartet wird, dass sich die Modebranche in den nächsten 10 Jahren verdoppelt. Dies würde eine Vielzahl an Möglichkeiten für Afrika mit sich bringen, insbesondere entlang der Wertschöpfungsketten – von Design über Produktion bis zu Marketing.

Afrikanisch-inspirierte Designs sind mittlerweile auf allen großen internationalen Modewochen zu sehen und die Modebranche auf dem Kontinent ist bereits am wachsen – dennoch steht sie erst am Anfang. Sie hat ein immenses Potenzial, auch benachteiligtere Menschen zu erreichen und Veränderungen und strukturellen Wandel zu bewirken. Trotz internationaler Aufmerksamkeit für afrikanische Mode und Design, hat die Modeindustrie Schwierigkeiten, sich selbst zu bewähren und zu tragen. Wir stehen erst am Anfang, das enorme Potenzial zu erkennen, um Entwicklungen auf dem Kontinent voranzutreiben, Jobs zu schaffen, Länder zu integrieren, Gesellschaften zu vernetzen und Identitäten zu stärken. Werfen wir einen Blick auf das soziale Unternehmen Fashion Africa 254 aus Berlin und wie es mit dieser Herausforderung umgeht.

Fashion Africa 254 ist ein internationales Sozialunternehmen und wurde 2013 von Waridi Schrobsdorff gegründet mit dem Ziel, die Entwicklung von afrikanischen Modeindustrien zu fördern und lokale Märkte zu stärken. FA 254 investiert in talentierte afrikanische Modedesigner durch Bildungs- und Trainingsmöglichkeiten, sodass ein Wissensaustausch zwischen Afrika und Europa gewährleistet ist. Waridi und ihr Team positionieren afrikanische Modemarken innerhalb des europäischen Marktes und vernetzen aufkommende Talente mit internationalen Plattformen und Einkäufern. Das Ziel ist, afrikanischen Marken internationale Sichtbarkeit und Anerkennung zu gewährleisten und Umsätze auch auf globaler Ebene zu verbessern. FA 254 hat beispielsweise den ersten internationalen Scouting-Wettbewerb für afrikanische Nachwuchsmodedesigner ins Leben gerufen mit dem Titel „African Designers For Tomorrow“. Das Ziel des Wettbewerbs ist es, neue Talente zu entdecken, ihre Entwicklungs- und Produktionsprozesse zu unterstützen, sie für den europäischen Markt vorzubereiten und auf internationalen Modewochen und Plattformen zu positionieren. Es ist ein einzigartiges Konzept, welches den Designern erhöhte Sichtbarkeit, Zugang zu internationalen Märkten und einen optimierten Vertrieb ermöglicht.

FA 254 glaubt daran, dass Mode ein Weg des Fortschritts für die junge Generation des Kontinents ist und auch ein Mittel sein kann, um nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Ihre Mission ist es, lokale Modebranchen zu stärken und zu expandieren indem den Designern fortschrittliche Aus- und Weiterbildungsangebote ermöglicht werden, lokale fachliche Fähigkeiten gestärkt werden,

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qualifzierte Produktionen erweitert werden, sowie Innovationen und Technologien innerhalb der Modebranchen gefördert werden. Durch die angebotenen Trainings und die Förderung von neuen Geschäftsmöglichkeiten möchte FA 254 sowohl die Arbeits- als auch die Lebensqualität der Menschen vor Ort auf positivem Wege beeinfussen. „Wir hoffen, den Durst der jungen Menschen nach mehr Expertise auf internationaler Ebene durch unsere Ansätze zu stillen“, erzählt Waridi. „Wir wünschen uns, dass Afrika mehr Präsenz innerhalb des globalen Modemarktes einnehmen wird und wollen auf unserer Reise so viele Menschen wie möglich inspirieren und mitnehmen. Afrika ist jetzt – und es ist Zeit, afrikanische Kreativität und Vielfalt zu feiern und fördern.“

Darüber hinaus hat FA 254 das Coffee Table Buch Mtindo herausgebracht, welches eine Sammlung von über 200 Farbfotos des italienischen Fotografen Daniele Tamagni beinhaltet. Das Buch zeigt Persönlichkeiten der jungen kreative Generation in Nairobi, Kenia, welche durch ihre Kunst die Zukunft Afrikas positiv beeinfussen möchten. Das Buch zeigt die Dynamik und Lebendigkeit dieser neuen Generation, die den Kontinent repräsentiert.

Die Gründerin von FA 254 ist das ehemalige Model Waridi Schrobsdorff. In Kenia geboren und seit 1993 in Berlin ansässig, bringt Waridi mehr als 24 Jahre Erfahrung in der internationalen Modebranche mit. Ihre Reise von Ostafrika bis zu den top Modenschauen von New York und Paris ist ein Beispiel von ihrem Pioniergeist und zeigt, dass auch Talente aus Entwicklungsländern die internationale Modebranche erreichen können. Ihre Arbeitserfahrung und Leidenschaft für Afrika brachten sie zu der Überzeugung, dass mehr Nachwuchstalente Zugang zu fortschrittlicher Bildung, Trainings und internationalen Netzwerken haben sollten. Gleichzeitig möchte sie ihnen Möglichkeiten bieten, welche eine höhere Professionalität und Expertise voraussetzen. Durch FA 254 möchte Waridi ihrem Heimatland und dem Kontinent wichtiges Wissen und Expertise aus der internationalen Modebranche weitergeben. Als Botschafterin für viele afrikanische Projekte vertraut man ihr als verlässliche und erfahrene „Stimme“ für den afrikanischen Kontinent. Waridi selbst sieht ihre Mission darin, Wege zu fnden, gesellschaftlichen Fortschritt in Afrika zu bewirken und eine positive Einstellung zu verbreiten, dass ein Wandel möglich ist. Waridi vertraut in die neuen Talente Afrikas und glaubt, dass Mode ein Tool sein kann, um Afrika positiv zu „branden“. Afrika ist jetzt.

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