Als Mitgründer eines erfolgreichen, internationalen Impact Investment Fonds prägt Johannes Weber von Ananda Ventures GmbH, die gut stehenden Prognosen für den Markt der Werteinvestition mit. Im Interview spricht er von seiner Überzeugung in die Zukunft sozialer Startups und der Wirkungsmessung konkreter Erfolgsgeschichten.

1. Johannes, du hast Ananda Impact Ventures gegründet. Kannst du uns kurz beschreiben, was ihr als auf soziale Unternehmen spezialisierte Wagniskapitalgeber tut?

Ananda Impact Ventures ist ein führender Europäischer Impact Investment Fund mit Sitz in München und London. Wir investieren in Unternehmen, die sich mit den großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit befassen. Zu unseren Investmentfeldern zählen die Bereiche Digital Health, Education, Ageing, Future of Work und nachhaltiger Konsum. Wir investieren vor allem in B2B-Unternehmen und setzen dabei auf Startups, die bereits erste Umsätze und ein Geschäftsmodell haben.

2. Was unterscheidet euch von anderen Kapitalgebern und warum habt ihr euch auf diesen Markt spezialisiert?

Wir sind ein sehr unternehmerisches Gründerteam und haben große Leidenschaft für das, was unsere Impact-Unternehmen tun. Wir sind überzeugt davon, dass Impact Investing das neue Normal für Investoren wird. Für Unternehmer wird es zunehmend wichtiger, welchen Impact ihr Unternehmen hat. Daher bewegen wir uns in einem absoluten Zukunftsmarkt.

3. Wie steht es um das wirkungsorientierte Investieren in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern und welche Auswirkungen hatte die Verabschiedung der Nachhaltigen Entwicklungsziele? 

Es ist noch immer in den Kinderschuhen aber es gibt mittlerweile schon zahlreiche private Investoren, die mit diesem Fokus investieren. Mit der KfW, dem EIF, der Unicredit, einigen anderen Banken und einigen Stiftungen gibt es inzwischen auch einige institutionelle Geldquellen.

Die Nachhaltigen Entwicklungsziele machen noch einfacher greifbar, wie Impact Investing helfen kann diese zu erreichen. Am besten funktionieren aber immer noch gute Beispiele, wie Auticon oder andere Impact-Unternehmen.

4. Was ist für dich Wirkung, und wie evaluiert ihr eure Tätigkeiten?

Impact Investing ist nur Impact Investing, wenn man den Impact auch misst. Theory of Change, KPIs und Target Values sind immer zusammen mit den Unternehmen zu verabschieden. Auch traditionelle Investoren tragen diese Messungen mit und sind zunehmend auch daran interessiert.

5. Was konntet ihr bisher erreichen und was waren die größten Hindernisse?

Wir können auf einen erfolgreichen Gross Return von 15% IRR in Fonds I zurückblicken. Über drei Fondsgenerationen haben wir inzwischen eine ganze Reihe von großen Unternehmen aufgebaut und erfolgreiche Exits erzielt. Insgesamt haben wir 80M EUR eingesammelt und circa doppelt soviel über Co-Investoren gehebelt. 

6. Was ist deine Vision für den deutschen und europäischen Impact Investment Markt?

Der Markt wird in den nächsten 5-10 Jahren nochmals signifikant wachsen. Es wird immer mehr Spieler geben und ehrlich gesagt verträgt der Markt diese auch noch sehr gut. Es werden sich auch zunehmend Regierungen, große Corporates, Stiftungen und große institutionelle Vermögende für diesen Bereich interessieren, weil der Beweis mittlerweile erbracht ist, dass finanzielle Renditen im Impact Investing Bereich traditionellen Investment Renditen in nichts nachstehen müssen. Schon jetzt ziehen große institutionelle Investoren verschiedene Kriterien zu Nachhaltigkeit, Impact und Diversity heran, wenn Sie ein neues Investment prüfen. Das wird den Markt auch nochmals stark verändern.