An keinem Punkt der Menschheit war die medizinische Versorgung so fortschrittlich wie heute - nie hatten Neugeborene eine höhere Lebenserwartung. Dennoch stehen die klassischen Behandlungsmethoden gerade unter massiven Beschuss. Egal ob Impfen oder Antibiotika - viele bewährte Therapien werden in Frage gestellt. Grund genug für tbd* sich im Monat Mai dem Thema Gesundheit und der Frage zu widmen: Wie sieht eigentlich die Zukunft der Gesundheit aus? Hier kannst du alle Artikel zum Thema nachlesen.

Innovationen wohin das Auge reicht. In wohlhabenden Nationen sind Gesundheitslösungen oft hochkomplex, technologiebasiert und teuer. Langfristig sollen sie für mehr Effizienz und weniger Kosten im Gesundheitsbereich sorgen. In weniger entwickelten Ländern dagegen können einfachere Methoden weitaus größere Auswirkungen bewirken.

Die UN hat in ihrer Agenda 2030 die Verbesserung der medizinischen Versorgung aller Menschen als eines der wichtigsten Ziele definiert. Doch sind hochkomplexe Technologien die universelle Lösung dafür? Für Industrie- und Entwicklungsländer gleichermaßen? Solche Innovationen sind großartig, es wird über sie berichtet und sie bringen viel Aufmerksamkeit. Was viele dieser Länder allerdings eigentlich brauchen, sind in erster Linie nicht hochkomplexe Innovationen, sondern ein besseres Verständnis der lokalen Gegebenheiten und Lösungsansätze für ansässige Probleme. Diese können ganz unterschiedlich ausfallen und von einem effizienteren Organisationsmanagement von Patientenakten bis hin zu einer besseren Ressourcenverteilung reichen. Zudem treiben aufwändige Technologien Gesundheitskosten in die Höhe. Wer unter der Armutsgrenze lebt und keine Krankenversicherung besitzt, kann sich medizinische Behandlungen noch weniger leisten.

Und leider ist das bei vielen Menschen in Entwicklungsländern der Fall – egal ob in einem Land mit oder ohne hochkomplexe Innovationen. 1,15 Mrd. Menschen weltweit haben keine Krankenversicherung.

Wir in Deutschland haben im Laufe der letzten 130 Jahren eine gewisse Selbstverständlichkeit in Bezug zu dem Thema Gesundheitsversorgung entwickelt. Unser Gesundheitssystem zählt zu den besten und greift auch denen unter die Arme, die kein Einkommen haben. Krankenversicherungen decken hierzulande 99,99% der Bevölkerung ab. Siebzehnmal im Jahr geht der Deutsche durchschnittlich zum Arzt. Die meisten wissen wahrscheinlich nicht einmal, was Behandlungen, wie eine Blinddarmoperation oder ein Kaiserschnitt, kosten. (Blinddarm-OP 2.200, Kaiserschnitt 3.000€).

Diese Selbstverständlichkeit lässt uns nur erahnen,wie es uns gehen würde, wenn wir keine Krankenversicherung hätten und auch kein Geld um uns eine umfassende medizinische Versorgung leisten zu können.

Kenia ist eines der vielen Länder, wo genau das der Fall ist. Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze und kann sich gesundheitliche Grundversorgung kaum leisten. Daher sind 78% der Kenianer nicht krankenversichert. Viele sind frustriert, wie auch Gladis, 32, die im Slum Mathare in Kenia lebt und als freiwillige Gesundheitshelferin arbeitet.


Gladis (Foto von der Autorin)

Freiwillige Gesundheitshelfer sind eine der wichtigsten Schnittstellen zwischen Gesundheitssystem, NGOs und denen, die Hilfe brauchen. Sie sind oft diejenigen, die das Leben der Menschen retten, die keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung haben. Sie sind direkt da, wo Hilfe gebraucht wird, obwohl sie selber diejenigen sind, die Hilfe benötigen: “Was mir Kraft gibt, ist Empathie”, sagt Gladis über ihre Verantwortung in der Community.

Doch Gladis‘ Möglichkeiten haben auch ihre Grenzen, denn wenn sie selber nicht gesund ist, kann sie anderen nicht helfen. Eine Krankenversicherung hat sie nicht.

Diese würde sie 500 KES (kenianische Schilling) im Monat kosten - das sind umgerechnet ca. 4,38€. Wird der Beitrag nicht rechtzeitig gezahlt, verliert man die Versicherung sofort. Da die meisten Bewohner Kenia’s jedoch kein ausreichendes, geschweige denn regelmäßiges Einkommen besitzen, um dieser Verpflichtung nachzukommen, bleiben sie ohne medizinische Absicherung. Viele machen sogenannte “Hussler Jobs”, wie auch Gladis Mann: “Wenn es ein schlechter Tag ist, kommt er ohne Geld abends wieder”. Für die Geburt ihres Sohnes musste sie 15.000 KES (131,48€) bezahlen. “Woher soll ich dieses Geld haben, wenn ich mir nicht einmal eine Krankenversicherung leisten kann? Das ist doch paradox.”

Doch was kann diesen Menschen den Zugang zu medizinischer Versorgung erleichtern und somit zu besserer Gesundheit verhelfen?

Mobile Payment ist bereits ein bekannter Retter aus der Armut. 93% der Menschen in Kenia haben ein Handy, das sie fürs Bezahlen und Sparen nutzen. Rund 200.000 Kenianer konnten seit 2007 dadurch aus der extremen Armut befreit werden. Da ist es naheliegend, dass dasselbe Verfahren nun auch für die Optimierung der Gesundheit angewendet wird. Das Handy ist Sparkonto und Krankenversicherung zugleich:

  • Sie registrieren sich für die Krankenversicherung indem sie #253* wählen.
  • Sie können in regelmäßigen Abständen kleine Summen auf ihr Gesundheits-Sparkonto einzahlen, um sich so in Zukunft eine Krankenversicherung leisten zu können,
  • bzw. können sie sich für einen Spendenpool registrieren und so für 1 Jahr eine Krankenversicherung finanziert bekommen. Diese verschafft ihnen wiederum Zeit, ein weiteres Jahr für Gesundheitsleistungen zu sparen.

Spreadgood ist ein Berliner Social Startup und setzt genau am 3. Punkt an. Spreadgood hat es sich zur Aufgabe gemacht Menschen zu helfen, die sich gesundheitliche Grundversorgung nicht leisten können. Daher ermöglichen sie die Finanzierung einer Krankenversicherung mit Hilfe einer Direktspende auf das Handy des Empfängers. Dadurch wird die Krankenversicherung freigeschaltet und eine kenianische Familie kann für ein Jahr Gesundheitsleistungen beanspruchen. Vor allem Frauen , aufgrund der hohen Mütter- und Kindersterblichkeit in Entwicklungsländern, sind auf diese Hilfe angewiesen. Daher sind Frauen die Spendenempfängerinnen von Spreadgood und die Hauptversicherten in der Familie.

Gladis, die ihren Jungen gesund auf die Welt gebracht hat, zahlt bei ihren Freunden und Verwandten immer noch die Kosten der Geburt ab.

Vielleicht schaffen wir es anstatt allein mit hochkomplexen Innovationen, zusätzlich mit mehr Empathie zur Verbesserung der Gesundheit derer beizutragen, die es am meisten brauchen?

Warum machst du nicht jetzt den ersten Schritt? Du kannst hier eine Krankenversicherung für 1 Jahr an eine Frau und ihre Familie in Kenia spenden. Für 65€ schenkst du ihnen das wichtigste Gut: Ihre Gesundheit.

Du möchtest Spreadgood in ihrer Mission ehrenamtlich helfen? Dann schreib ihnen: hello@spreadgood.de

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