Die GemüseAckerdemie baut an über 150 Lernorten Gemüse an und trägt damit dazu bei, dass Kinder wieder lernen, wo ihr Essen herkommt. Lilo Lausch, ein Projekt, das Kita-Kindern das Zuhören beibringt und damit den Erwerb von Kommunikationskompetenzen fördert, gibt es bereits in sechs Bundesländern – Tendenz steigend. Die Internet-Plattform Wohn:sinn zeigt, wie die Gründung einer inklusiven WG gelingt. So können bundesweit mehr Menschen mit Behinderung dazu befähigt werden, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Drei Organisationen, die auf ganz unterschiedliche Art und Weise ihre Angebote überregional skaliert haben - mit Hilfe der openTransfer Accelerator. Ihr wollt das auch? Wir haben die fünf wichtigsten Tipps zusammengestellt, die es zu beachten gilt, damit die Verbreitung in andere Städte gelingt.

1. Versteht euer Projekt

Damit der Transfer gelingt, müsst ihr nicht nur eure Wirkung definieren können. Ihr solltet auch verstehen, welche Prozesse und Elemente des Projekts zur Erreichung der Wirkung beigetragen haben. Daraus lassen sich die Gelingensbedingungen und Qualitätsstandards herausarbeiten. Wir nennen das den Transferkern, der an den anderen Standorten gegeben sein muss, damit das Projekt in gleicher Qualität und Wirkung umgesetzt werden kann. Die Definition des Transferkerns ist die Grundlage für den gesamten Transfer. Erst wenn ihr wisst, was vor Ort unabdingbar ist, könnt ihr identifizieren, welche Strukturen vor Ort aufgebaut werden müssen, damit es funktioniert, welche Kapazitäten wichtig sind und wie eng die Standorte betreut werden müssen. 

2. Findet die richtige Methode

Skalierung ist nicht gleich Skalierung. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Projekt zu verbreiten. Ihr könnt zum Beispiel einen neuen, rechtlich abhängigen Standort aufmachen bzw. Regionalkoordinatoren einstellen und die Umsetzung vor Ort selber in der Hand halten. Oder ihr könnt euer Projekt an andere Organisationen weitergeben, die es gemeinsam mit euch oder eigenständig umsetzen. Damit die Skalierung gelingt, muss jede Organisation die für sich richtige Methode finden – eine, die ihren Kompetenzen und Kapazitäten entspricht, und so viel Unterstützung leistet, wie nötig und so viele Freiheiten lässt wie möglich. 

3. Sucht die richtigen Partner

Unabhängig von der Skalierungsmethode braucht ihr starke Partner, die gemeinsam mit oder für euch das Projekt an anderen Orten umsetzen. Ihr solltet euch auf sie verlassen können und im besten Falle von ihren Netzwerken und Erfahrungen profitieren. Habt ihr auf der anderen Seite Partner, die euer Projekt nicht so umsetzen, wie ihr es wollt oder sogar andere Ziele verfolgen, verbringt ihr viel Zeit mit Monitoring und Nachsteuern. Es lohnt also, sich vor der Verbreitung zu überlegen, welche Eigenschaften der Partner mitbringen sollte und wie ihr eure Zusammenarbeit gestalten wollt.  

4. Bleibt nicht stehen

Projekte entwickeln sich weiter aufgrund von Ereignissen, Gesetzesänderungen oder Erfahrungen. Diese Änderungen müssen in die Skalierungsstrategie mit einfließen. Das heißt, ihr solltet regelmäßig überprüfen, ob ihr mit eurem Transfer noch eure Wirkung erreicht und gegebenenfalls nachsteuern. Außerdem werdet ihr feststellen, dass mit der steigenden Zahl von Standorten andere Strukturen notwendig sein können. Ist es mit 20 oder 30 Partnern noch möglich, jeden einzelnen regelmäßig anzurufen, kommt man bei 150 damit schon an seine Grenzen. Hier würde es mehr Sinn machen, standardisierte Fragebögen zu verschicken oder regionale Koordinationsstellen einzurichten, die das übernehmen. Es ist also wichtig, nicht nur das Projekt sondern auch die Skalierungsstrategie regelmäßig anzupassen.  

5. Holt euch Hilfe

Nehmt euch Zeit, euch mit den wichtigsten Fragen zu beschäftigen: Was genau soll verbreitet werden? Welche Rolle soll und kann meine Organisation übernehmen? Wen braucht es vor Ort, damit es gelingt und wie befähige ich andere, das Projekt umzusetzen? Wo liegen mögliche Stolpersteine und wie kann ich sie umgehen? Die Antworten auf diese Fragen zu finden ist nicht immer einfach. Aber es gibt eine Lösung: Holt euch Hilfe. Was die in der Einleitung genannten Organisationen gemein haben, ist, dass sie genau das gemacht haben. Im Rahmen des openTransfer Accelerators der Stiftung Bürgermut haben sie an ihrem Skalierungskonzept gearbeitet, sich Input von Experten und Praktikern geholt, sich mit anderen ausgetauscht, ihre Ideen und Überlegungen sortiert und weiterentwickelt. Oft braucht es den Blick von außen (am besten schon in der Planungsphase) um mit dem Transfer abzuheben!

Es gibt viele wirkungsvolle Organisationen, die vor Ort Großes leisten und eine Menge bewegen. Was wäre, wenn es diese herausragenden Projekte in mehreren Städten oder Regionen gäbe? Immerhin machen doch gesellschaftliche Probleme auch nicht an Stadtgrenzen halt. Warum also deren Lösungen? Mittlerweile gibt es eine Reihe von Organisationen, die gezeigt haben, dass die Skalierung ihrer Projekte zu mehr Wirkung führen. Dieses Thema hat sich die Stiftung Bürgermut auf die Fahne geschrieben und unterstützt im openTransfer Accelerator gemeinnützige Organisationen bei der Skalierung.

Ihr könnt euch aktuell für den openTransfer Accelerator bewerben und eine von 10 Organisationen werden, die 12 Monate lang Unterstützung bei der Entwicklung des Skalierungskonzeptes bekommen. Außerde besteht die Möglichkeit auf einen Transfer-Bonus zur Umsetzung. Weitere Informationen findet ihr unter: www.opentransfer.de/projekte/accelerator.

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