In den letzten zwei Wochen ist kein einziger Tag vergangen, an dem ich nicht einen Anruf, eine E-Mail oder eine Nachricht von jemandem rund um den Globus erhalten habe, der mich gefragt hat, wie es mir inmitten des Coronavirus-Ausbruchs in Italien geht. Der aufrichtige Überschwang an Besorgnis und Mitgefühl ist wirklich rührend. Und es spielt eigentlich keine Rolle, ob diese Person ein*e enge*r Freund*in ist oder jemand, von dem ich nur ein paar Mal im Jahr höre – es reicht zu wissen, dass sie ein paar Momente des Tages erspart hat, um an mich zu denken und proaktiv die Hand auszustrecken.

Niemand muss gerade Antworten geben – die Wahrheit ist, dass keiner einen Zauberspruch hat, um zu erfahren, wie die Welt nach dieser Krise aussehen wird. Man braucht auch nicht die "richtigen Worte" zu haben – was ist überhaupt das Richtige zu sagen, wenn die älteren Menschen, die das kollektive Gedächtnis einer Bevölkerung repräsentieren, durch diesen Virus allein sterben? Was wirklich zählt, ist, dass man sich entschiedet, die Hand auszustrecken und sich zu verbinden. Man entscheidet sich bewusst dafür, den Kreis der Fürsorge und des Mitgefühls zu erweitern, um mich oder andere für einen Moment darin aufzunehmen.

Die Entscheidung, bereitwillig die Hand auszustrecken und sich mit anderen zu verbinden, um ihnen das Gefühl zu geben, gesehen und gehört zu werden, ist eine der mutigsten Maßnahmen, die man in diesen unruhigen Zeiten ergreifen kann. Dies geht natürlich über die Einhaltung aller Richtlinien hinaus, die Regierungen zur Verzögerung der Verbreitung dieses Virus umgesetzt haben – bitte nehmt diese ernst! Aus diesem Grund haben die surreale Stille in unseren Straßen und die erzwungene Weite zwischen den Menschen gerade jetzt eine schwerfällige Beschaffenheit. Aber durch ein freundliches Wort und eine echte Sorge um dein Wohlergehen kannst Du ein wenig Liebe und Fürsorge mitbringen, die deine Schwere mindern. Das ist es, was es bedeutet, sich für andere zu zeigen. Und in gewisser Weise bedeutet es auch, sich selbst zu zeigen, wenn man sich exponiert, um seine Verwundbarkeit zu empfangen und sie mit Sorgfalt und Mitgefühl zu begegnen.

Qualitäten wie Mitgefühl, Einfühlungsvermögen und Fürsorge, die ich oben erwähnt habe, sind allesamt wesentliche Elemente zur Entwicklung deines EQ – deiner emotionalen Intelligenz. Du kennst sicherlich den IQ, aber vielleicht bist du mit dem EQ weniger vertraut. Laut dem Autor und Wissenschaftsjournalisten Daniel Goleman ist emotionale Intelligenz "die Fähigkeit, unsere eigenen Gefühle und die Gefühle anderer zu erkennen, um uns selbst zu motivieren und mit den Emotionen in unserer Beziehung gut umzugehen" (aus dem Buch: Working with Emotional Intelligence). Es geht ganz einfach darum, zu verstehen, was wir wollen und brauchen; was andere wollen und brauchen; und dieses Verständnis zu nutzen, um unsere eigenen Gefühle zu managen und sie zu nutzen, um andere um uns herum auf sinnvolle und achtsame Weise zu unterstützen. Es geht ebenso sehr um Selbstbewusstsein wie um das Bewusstsein für andere.

Bei Pflege Ihrer emotionalen Intelligenz nimmt zu:

  1. emotionales Bewusstsein, d.h. die Fähigkeit, deine Emotionen und deren Auswirkungen auf dich zu erkennen;
  2. Selbsteinschätzung, d.h. die Kenntnis deiner Stärken und Grenzen; 
  3. Selbstvertrauen und dein Selbstwertgefühl.

Emotionale Intelligenz erhöht auch die Qualität deiner Beziehungen:

  1. Selbstbeherrschung, d.h. die Fähigkeit, störende Emotionen und Impulse zu beherrschen;
  2. Vertrauenswürdigkeit, d.h. die Fähigkeit, als ehrlicher und zuverlässiger Mensch wahrgenommen zu werden; und
  3. Anpassungsfähigkeit und Flexibilität im Umgang mit Veränderungen.

Das macht die emotionale Intelligenz sehr wichtig für uns – eigentlich unerlässlich! Für eine bessere und ermächtigende Führung. Um deinen EQ bei der Arbeit zu aktivieren, möchte ich Dich einladen, diese schnelle EQ-Eincheck-Praxis mit Deinem Team zu Beginn eures nächsten Meetings oder Workshops auszuprobieren. Die Praxis wurde von "Executive EQ: Emotionale Intelligenz in Führung und Organisationen" von Dr. Robert K. Cooper und Ayman Sawaf adaptiert und ermöglicht es Einzelpersonen und Gruppen, Selbstbewusstsein und Empathie zu entwickeln. Denn, wie es so schön heißt: "das Ausmaß, in dem du in der Lage bist, deine Selbstbezogenheit in eine Fremdbezogenheit umzuwandeln, wird deine Wirksamkeit bestimmen, andere dazu zu bringen, dir zu folgen" (Anonym).

Die vollständigen Richtlinien kannst du hier einsehen. Das Thema für den nächsten Monat ist Active April, daher wird sich der nächste Blog-Beitrag mit der Frage befassen, wie du dein Wohlbefinden durch körperliche Aktivität steigern kannst.

Über Greta und Recipes for Wellbeing

Greta Rossi ist eine Changemakerin, die an mehreren gemeinnützigen Initiativen beteiligt ist, darunter Recipes for WellbeingAkasha InnovationPitch Your Failure und ChangemakerXchange. Recipes for Wellbeing arbeitet darauf hin, die Kultur des Changemakings so zu gestalten, dass der Schwerpunkt auf ganzheitlichem Wohlbefinden liegt, damit jeder effektiver zur Schaffung positiver Veränderungen in der Welt beitragen kann. Von frei zugänglichen Wohlfühlrezepten, über Wellbeing-Vorträge und Workshops bis hin zu immersiven Wellbeing-Labs machen wir Wohlbefinden für Changemaker*innen und ihre Teams zugänglich. Wenn du einen Vortrag, einen Workshop oder ein Retreat für dein Team oder deine Organisation veranstalten möchten, wende dich an uns unter info@recipesforwellbeing.org.

Social media: Facebook / Twitter / Instagram / LinkedIn

*is your future to be determined?

Want to read more articles like this? Get the tbd* newsletter in your inbox every Thursday. It's great. Even if we do say so ourselves.