Immer mehr Unternehmen zeigen Interesse daran mit Geflüchteten zu arbeiten, doch leider ist die Bürkratie noch immer abschreckend. Das haben auch die MacherInnen von Social-Bee erkannt und helfen Unternehmen und Geflüchteten dabei die Bürokratie zu überwinden. Dieses Potenzial erkannten auch andere und so wurde Social-Bee für den Deutschen Integrationspreis nominiert. Im Interview erzählen sie uns von ihrer Motivation und wie du das Projekt untersützen kannst.

Woher kommt der Name Social-Bee?

Wir wollten einen Namen der unsere Selbstverständnis als Sozialunternehmen in den Vordergrund stellt. Gleichzeitig wollten wir einen Namen wählen, der für Fleiß steht, vertraut ist und positiv wahrgenommen wird.

Wie kam euch die Idee, dieses Projekt zu erstellen?

Wir haben nach Konzepten gesucht, die Integration in Deutschland nachhaltig und professionell fördern. Wir wollten einen sozialunternehmerischen Ansatz, um verlässlich und langfristig vielen Menschen helfen zu können. Hierfür haben wir mit unzähligen Geflüchteten gesprochen und festgestellt, dass eine Arbeitsstelle von fast allen Geflüchteten gesucht wird. Gleichzeitig wird Arbeit von Experten als Schlüssel zur Integration gesehen.

Interessanterweise möchte auch die Mehrheit der Unternehmen mit Geflüchteten arbeiten. Unternehmen scheuen aber die Bürokratie, wissen nicht wie sie an Geflüchtete herantreten und haben Sorgen um Eignung und Verlässlichkeit. Oft wissen auch Geflüchtete nicht wie der Bewerbungsprozess in Deutschland abläuft und wie sie eine Arbeit finden.

Wir haben den Bedarf für die Vermittlung von Arbeit erkannt und verschiedene Herangehensweisen verprobt. Unser jetziges Konzept hat sich aus diesen Varianten ergeben und uns schnell überzeugt.

Was seht ihr als eure Mission?

Unsere Mission ist es jedem Menschen in Deutschland eine Chance zu geben. Wir wollen insbesondere Geflüchteten eine langfristige Perspektive in Deutschland ermöglichen und so eine bunte, offene Gesellschaft fördern.

Wie viele Geflüchtete betreut ihr im Moment und woher kommen sie?

Wir haben gerade erst gestartet und bereits die ersten Geflüchteten angestellt und zwei direkt vermittelt. Typische Herkunftsländer sind unter anderem Nigeria, Eritrea, Syrien, Afghanistan oder der Kongo.

Wer kann sich bei euch melden?

Wir dürfen in München leider nur Geflüchtete anstellen, die seit 15 Monaten im Land oder bereits anerkannt sind.

Wie ist das Feedback der Unternehmen auf das Projekt?

Sehr gut! Unternehmen sind froh einen verlässlichen Partner zu haben. Wir ermöglichen einen einfachen Zugang zu Geflüchteten und nehmen die gesamte Bürokratie ab. Zusätzlich haben wir hochmotivierte Mitarbeiter und halten explizit unsere Kunden dazu an unsere Mitarbeiter zu übernehmen. Das weiß jedes Unternehmen zu schätzen.

Was unterscheidet euch von anderen Integrationsprogrammen in München?

Uns unterscheidet, dass wir selbst ein Arbeitgeber sind. Wir glauben an das Potenzial der Geflüchteten und stellen diese ein. So können wir eine langfristige Begleitung ermöglichen. Unsere Mitarbeiter verdienen direkt Geld und können sich Ihre Zukunft zusammen mit unserer Unterstützung selbst erarbeiten.

Habt ihr Ideen, wie man das Programm noch weiter ausbauen könnte?

Wir wollen mittelfristig auch andere Branchen angehen und uns in andere Städte wagen. Auch das Einbeziehen von anderen benachteiligten Gruppen ist denkbar. Wir stellen auch gerne unsere Expertise und unser Integrationskonzept anderen Unternehmen zur Verfügung. Wir möchten auch ein Mentoringprogramm aufbauen bzw. stehen in Gesprächen mit Partnern hierzu.

Wie kann man euch unterstützen?

Wir sind immer offen für personelle Unterstützung. Unser Team wächst ständig und wir suchen speziell Mitarbeiter mit Erfahrung in der Zeitarbeit, die mit uns Geflüchteten helfen wollen. Auch über motivierte Praktikanten und Werkstudenten freuen wir uns.

Allgemein unterstützt man unser Anliegen auch, wenn man sich für Geflüchtete einsetzt - egal ob bei uns, beim Helferkreis, als Mentor oder über eine Organisation.