Mehr als 90.000 Euro hat das Social Impact Startup bei der ersten Crowdfunding-Kampagne vor 2 Jahren gesammelt und damit den ersten Rettermarkt in Berlin eröffnet. Mit der zweiten Kampagne wollen die Lebensmittelretter nun in möglichst viele Städte expandieren.

Mehr als 150 geladene Gäste haben am letzten Donnerstagabend den Start der zweiten Crowdfunding-Kampagne von SIRPLUS gefeiert. Bei gerettetem Bier und guter Musik hat der Gründer Raphael Fellmer die letzten zwei Jahre des Startups rekapituliert und verdeutlicht, dass es höchste Zeit ist, sich für unseren Planeten einzusetzen, bevor es zu spät ist. “Wir wollen SIRPLUS nach ganz Deutschland bringen, um all die wertvollen Lebensmittel und Ressourcen vor der Verschwendung zu bewahren. Wir haben nur diesen einen Planeten” bekräftigte Fellmer in seiner Ansprache. Mit der Crowdfunding-Kampagne möchte das junge Unternehmen 75.000 Euro sammeln um ein Franchise-Konzept auszuarbeiten und Ende des Jahres den ersten Franchise-Piloten zu starten.


Kick-Off des Crowdfunding/ ©SIRPLUS

Bereits wenige Tage nach Start der Kampagne konnte SIRPLUS schon über 27.000€ einsammeln. Mehr als 480 Unterstützer gaben kleine oder große Beträge in den virtuellen Topf und werden dafür die verschiedensten Dankeschöns erhalten, wie z.B. eine SIRPLUS Retterbox, die Teilnahme an einem Franchise-Workshop oder eine Lebensmittelspende an gemeinnützige Organisationen.

Großes Interesse aus ganz Deutschland am SIRPLUS Konzept

In den letzten 2 Jahren hat das Berliner Unternehmen mehr als 2500 Anfragen bekommen, wann der erste Rettermarkt außerhalb Berlins eröffnet wird. Zudem haben sich schon über 100 interessierte Franchisenehmer bei dem Startup gemeldet, die einen SIRPLUS Store in ihrer Stadt eröffnen möchten. “Der deutsche Franchiseverband hat in den letzten Jahren immer mehr soziale und nachhaltige Franchisekonzepte aufgenommen und ist von der Idee überzeugt, SIRPLUS so nach ganz Deutschland zu bringen ” erläutert Mitgründer Schott.

50% Lebensmittelverschwendung in Deutschland

Mehr als 18 Millionen Tonnen Lebensmittel werden jährlich in Deutschland verschwendet. Das entspricht einer LKW Ladung pro Minute. In diesen Lebensmitteln stecken unglaublich viele Ressourcen, die dadurch ebenfalls in der Tonne landen. Durch die Lebensmittelverschwendung in Deutschland wird jährlich eine Fläche in der Größe von Brandenburg für die Tonne bewirtschaftet. Auch Bundeskanzlerin Merkel hat sich im März zu der Thematik geäußert und bestätigt, dass die Bundesregierung bis 2030 alle Lebensmittelabfälle um 50% reduzieren möchte. SIRPLUS konnte in den letzten 18 Monaten mehr als 1500 Tonnen Lebensmittel zurück in den Kreislauf bringen und so vor der Verschwendung bewahren. Dazu arbeitet das Social Impact Startup mit Produzenten, Großhändlern und Landwirten zusammen und kauft diesen die Lebensmittel ab, welche es nicht mehr in den normalen Handel schaffen. Gründe hierfür sind unter anderem: Überproduktion, Logistikfehler, Schönheitsfehler und das Mindesthaltbarkeitsdatum.

SIRPLUS kooperiert bereits mit 600 Lebensmittelbetrieben

Aktuell werden diese Lebensmittel in ganz Deutschland mit Hilfe von Speditionen abgeholt und in das 1000qm große Lager in Berlin Tempelhof gebracht und von dort auf die drei Rettermärkte verteilt bzw. an die Online Shop Kunden verschickt. Zudem fährt das Unternehmen fünf Mal pro Woche auf den Berliner Großmarkt und holt Kühlware bei den Berliner METRO-Filialen ab. Diese und viele weitere Prozesse hat das mittlerweile über 80 Mitarbeiter:innen starke Unternehmen in den letzten 1,5 Jahren aufgebaut, um Lebensmittel effizient, serviceorientiert und sicher wieder in den Kreislauf zu bringen. Um die gesammelten Erfahrungen in ein Franchise-Konzept gießen zu können und die Infrastruktur des Unternehmens auf das Franchising vorzubereiten, bittet SIRPLUS nun die Community um Unterstützung.

Laut Fellmer, der sich bereits seit 2009 gegen die Lebensmittelverschwendung einsetzt, ist es wichtig “das Lebensmittelretten so einfach wie möglich zu machen, sodass alle Menschen es leicht in ihren Alltag integrieren können. Die Ausmaße und Folgen der Verschwendung sind so schwerwiegend, dass SIRPLUS nicht nur die ‘grüne Zielgruppe’ ansprechen möchte - wir müssen alle gemeinsam an einer Lösung arbeiten.”

Unterstützt die Crowdfunding Kampagne von SIRPLUS bei startnext HIER.

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