Für uns Verbraucher*innen hört Recycling an der Mülltonne auf. Doch wie sieht es eigentlich in einem Betrieb aus, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, unseren Unrat wiederverwertbar zu machen?

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, haben wir Susanne Nitzsche von ALBA – dem Berliner Recycling Unternehmen und Teil der ALBA Group, einer der führenden Recycling- und Umweltdienstleister sowie Rohstoffversorger weltweit – ein paar Fragen gestellt.


Foto: Susanne Nitzsche

Susanne – Du hast ein Innovation Lab, das BluehouseLab, in einem der größten Recycling-Unternehmen weltweit aufgebaut. Wie bist Du dazu gekommen? Was ist Dein Hintergrund?

Schon während meines Studiums war ich bei ALBA als studentische Aushilfe und Diplomandin angestellt und startete danach als Trainee meine Laufbahn – damals noch im Personalbereich. Je mehr ich aber in die Branche eingetaucht bin, desto mehr bewegten mich elementare Zukunftsfragen etwa inwieweit moderne Technologien, Trends und Innovationen die Entsorgungs- und Recyclingbranche – natürlich ganz speziell ALBA – verändern und beeinflussen werden. Aber auch wie es gelingt Angebote kundenzentrierter zu gestalten als bisher. Da ich schon immer gern Neues ausprobiert habe, freute es mich umso mehr, dass ich die Chance bekam, das BluehouseLab aufzubauen. Seitdem treiben wir dort in einem zehnköpfigen Team Zukunftsprojekte in der Circular Economy voran. Immer mit dem Ziel Nachhaltigkeit und Innovationen zu fördern. Intern treibt das Lab-Team den Kulturwandel bei ALBA voran und führt die Kollegen an die Digitalisierung heran.

Circular Economy fühlt sich an wie ein Trend. Dabei habt ihr damit bereits 1968 angefangen. Kannst Du etwas zu der Geschichte des Unternehmens sagen?

1968 als ALBA gegründet wurde, war die Idee ausgediente Produkte und Materialien als Rohstoffquelle zu nutzen, eine erstrebenswerte und gleichermaßen realitätsferne Utopie. Davon hat sich ALBA jedoch nicht beirren lassen: Von Anfang an wurde in Abfällen mehr gesehen als überflüssige Wegwerfprodukte. Stattdessen wurden sie als Rohstoff betrachtet. Aus diesem Grund hat ALBA frühzeitig in Technologien zur Aufbereitung der enthaltenen Wertstoffe investiert. Schon zu Beginn der 1970er Jahre wurde in Berlin damit begonnen, Glas, Papier und Pappe getrennt zu sammeln und wieder zu verwerten. Von uns stammt zudem die Wertstofftrennung nach Materialfraktionen, die ein hochwertiges Recycling erst ermöglicht und heute in ganz Deutschland angewandt wird. Das Unternehmen hat sehr viel Pionierarbeit geleistet. Mit einem Jahresumsatz von 2,1 Milliarden Euro und insgesamt über 8.000 Mitarbeitern ist das Unternehmen heute einer der führenden Recycling- und Umweltdienstleister sowie Rohstoffversorger weltweit.

Welchen Beitrag leistet ALBA im Kampf gegen den Klimawandel? Hast Du ein paar Zahlen und Fakten für uns?

Auf jeden Fall! Im Vergleich zu Primärprodukten konnten durch die Recycling-Aktivitäten der ALBA Group allein 2018 4,4 Millionen Tonnen Treibhausgase im Vergleich zur Primärproduktion und 31,9 Millionen Tonnen Primärrohstoffe eingespart werden. Das ist ein wichtiger Beitrag, um Raubbau und Umweltverschmutzung, die unseren Planeten in erheblichem Maße belasten, einzudämmen. . Hierfür sind Kreislaufwirtschaft und Recycling grundlegende Hebel, auch weil der Abbau von Rohstoffen regelmäßig deutlich mehr Energie als das Wiederaufarbeiten von gebrauchtem Material erfordert. Ein weiterer positiver Effekt des Recyclings ist, dass weniger Minen gebohrt, Landschaften zerstört, Gewässer belastet werden müssen. Und: Menschen bleibt Leid erspart, weil sie nicht Haus und Hof aufgeben müssen, um für Bagger Platz zu machen.

Wer sind die Mitarbeiter*innen bei ALBA. Wen sucht ihr? Welche Bereiche gibt es?

Unsere Mitarbeitern/-innen haben von Anfang an ein hohes Maß an unternehmerischer Verantwortung und können ihre Potenziale ausschöpfen, um den anspruchsvollen Aufgaben heute und morgen gerecht werden. Wir suchen nach Leuten, die Lust haben etwas zu verändern und bieten dafür auch Freiraum für individuelles Engagement. Bei uns muss man vorausdenken, weiterdenken und umdenken. Wir haben die unterschiedlichsten Aufgabenfelder in ganz Deutschland, für die wir Einsteiger/innen, Berufserfahrene sowie Führungskräfte suchen. Ob jemand aus der Branche kommt oder branchenfern ist, ist erst einmal sekundär – was zählt sind Leidenschaft und Neugier. Denn bei uns geht es um das Gesamtpaket und die persönliche Motivation, die jeder einzelne mitbringt.

Wie sieht die Zukunft bei ALBA aus? Welches Innovationspotenzial hat das Unternehmen? Arbeitet ihr auch mit Startups zusammen? Wo geht die Reise hin?

In Zukunft möchten wir nicht nur Innovationsführer in Sachen Technologie und Anlagen sein, sondern auch die digitale Agenda im Bereich Waste and Metals mitbestimmen. Das Lab-Team trägt Agilität, Innovation, neue Arbeitsmethoden und digitale Trends in die Organisation hinein. Dazu arbeiten wir nicht nur mit Kooperationspartnern und Startups zusammen, sondern auch mit Kollegen aus allen Teilen der ALBA Group. Diese abteilungsübergreifende Zusammenarbeit ist uns beispielsweise besonders gut bei unserem Online-Kundenportal gelungen, mit dem wir seit Anfang des Jahres am Markt vertreten sind.

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