Im Jahr 2015 war ich auf Jobsuche. Im Januar habe ich angefangen mich umzusehen, im März die ersten Bewerbungen rausgeschickt, im April die ersten Bewerbungsgespräche. Aber bis ich meinen nächsten Job hatte, war es Oktober. Da ist mir dann schon ein mittlerer Stein vom Herzen gefallen. O.k., ich war relativ entspannt, habe viel mit Freunden und Bekannten gesprochen und mein Netzwerk genutzt - ein paar Sachen habe ich richtig gemacht. Und trotzdem: Hätte ich Cathys Methoden konsequent benutzt, wäre es sicher leichter und motivierender gewesen.

Cathy Narriman von Flipped Job Market hat nämlich die „andere Art von Jobsuche“ perfektioniert: wie wäre es, bei der Suche nach einem neuen Job nicht darauf zu schauen, wo ich mit meinem Lebenslauf am besten unterkomme, sondern konsequent darauf, was mir Freude macht und mich interessiert? Nicht über virtuelle Jobportale zu gehen, sondern über Menschen aus Fleisch und Blut aus meinem Umfeld, die ich fragen kann? Nicht aus der Angst heraus zu agieren, gar keinen Job zu finden, sondern aus der Freude am Abenteuer, wie sich mein Leben weiter gestalten lässt? - Klingt ungewöhnlich und naiv? Ungewöhnlich ja, naiv nein. Es funktioniert, und besser als man glauben möchte.

Was mir an ihrer Methode besonders gut gefällt:

  • Das positive Menschenbild: hast du schon einmal Jobausschreibungen aus deinem Bereich recherchiert, und bist dabei verzweifelt, weil du immer fünf Jahre zu wenig Berufserfahrung und zwei Skills zu wenig hattest? Das zieht ziemlich runter, oder? Und ich habe den Verdacht, dass du dann, wenn du endlich die richtige Zahl an Berufsjahren hast, dein Lebensalter zu hoch ist für den Job...;-) Und im Gegensatz dazu tut es so gut, dort zu beginnen was dir Freude macht und dich interessiert: Anstatt mit fehlender Berufserfahrung beschäftigst du dich mit Möglichkeiten und mit dem was du beitragen kannst - allein dieser kleine Shift im Blickwinkel macht schon ein Riesenunterschied!
  • Das Nutzen deines Netzwerks: Davon bin ich auch felsenfest überzeugt, dass es effektiver ist und gleichzeitig viel inspirierender und motivierender, den Kontakt mit Menschen aus deinem Umfeld für deine Jobsuche zu nutzen, als die ganze Zeit auf Jobportalen und Jobmessen unterwegs zu sein. Und dieses Netzwerk natürlich auch zu erweitern, indem du gezielt auf Menschen zugehst, die schon in dem Bereich arbeiten, für den du dich interessierst.
  • Das „Finden von Bedarfen“: Die Idee davon ist, dass du eben mit Menschen über deren Arbeit sprichst – Menschen, bei denen dich das Thema ihres Tuns auch interessiert. Und dass du dabei schon mitdenkst, wo es dort vielleicht ein Problem gibt, das du helfen kannst zu lösen. Oder eine Aufgabe, für die es eigentlich jemanden bräuchte - und dir daraus irgendwann vielleicht selbst einen Job schaffst! Das Coole daran ist: wenn du so an deinen Job kommst, kannst du sicher sein, dass du dort auch einen echten Sinn stiftest und einen echten Mehrwert schafft, und nicht nur zufällig eine Jobbeschreibung erfüllst und dafür Geld bekommst. Und zudem bist du für diese Stelle der einzige Bewerber, weil es sie ja vorher noch gar nicht gab!

Zugegeben, diese Methode braucht eine neue innere Einstellung. Und ja, wenn du genau diesen einen Job bei genau diesem einen Unternehmen haben möchtest, dann wird sie dir nicht viel bringen. Aber wenn du endlich einen Job finden willst der zu dir passt und offen und neugierig bist auf das was die Welt und dein Leben zu bieten haben, dann ist diese Herangehensweise wunderbar erfrischend und motivierend!

Und was Cathy auch sehr glaubwürdig macht: Sie hat Flipped Job Market aus ganz eigenem Interesse entwickelt, als sie 2014 selbst wieder auf der Suche nach einem neuen Job war.

Hier kannst du das komplette Interview anhören und die Links zu dieser Folge auschecken. Auch als Podcast iTunes oder als Podcast bei Stitcher verfügbar.

Tobias März

Tobias März ist Ingenieur für Solarenergie und überzeugt davon, dass es möglich ist gleichzeitig Freude und tiefen Sinn im eigenen Job zu erleben. Seit Januar 2017 interviewt er für seinen Podcast Menschen, die damit erfolgreich sind. Außerdem gibt er Workshops und Einzelbegleitung. Mehr unter: www.tobiasmaerz.de

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