Die nicht enden wollenden weihnachtlichen Mahlzeiten mit der Familie (und die dazugehörigen Streitigkeiten!) sind inzwischen eine verblasste Erinnerung, aber unser Bedürfnis, uns zu verbinden, ist nicht erloschen. Viele von uns fühlen sich vielleicht einsamer und isolierter, nachdem sie diese intensive Zeit sozialer Bindungen hinter sich gebracht haben.

Vielleicht ist der Blue Monday – auch bekannt als der deprimierendste Tag des Jahres (normalerweise der dritte Montag im Januar) – einfach ein intelligent ausgeklügelter Marketing-Gag, der die Menschen in der nördlichen Hemisphäre dazu ermutigen soll, sich von den kalten Wintern zu erholen, indem Geld in die Hand nehmen und Reisen zu warmen Zielen buchen... Oder vielleicht bringt er einfach etwas Realität in die Faktoren, welche das Glücksniveau beeinflussen können, wie die Wetterbedingungen, die Nach-Weihnachts-Zeit oder die geringe Motivation, mit den bereits gescheiterten Vorsätzen für das neue Jahr fortzufahren. Es gibt sicherlich viele Faktoren, die sich auf unser Wohlbefinden auswirken, aber es gibt einen, dem wir uns in diesem Monat zuwenden möchten: unsere Beziehungen. Tatsächlich spielen unsere Verbundenheit und unsere Beziehungen eine entscheidende Rolle bei der Förderung unseres – und anderer Menschen – Glücks und Wohlergehens.

Warum das so ist? Im Gegensatz zu dem, was viele unserer Vorgänger glaubten, sind wir nicht so veranlagt, dass es uns reicht auf uns allein gestellt zu sein. In dem Buch Social: Why our brains are wired to connect behauptet Professor und Autor Matthew Lieberman, dass "wir sozial gestrickt sind". Wir sind also in der Tat "homini empathici". Es gibt natürlich tiefere Beweggründe, die uns dazu bringen, mit Familie und Freunden in Verbindung zu bleiben, wobei das Überleben einer der offensichtlichsten ist. Denk an Babys: Ihr Überleben hängt in hohem Maße von ihrer Fähigkeit ab, sich mit ihren Bezugspersonen zu verbinden. Man könnte also in gewisser Weise vermuten, dass die menschliche Entwicklung zum Teil auf unsere Fähigkeit zurückzuführen ist, sozial zu denken, und nicht egoistisch. Wir alle haben das Bedürfnis, dazuzugehören.


"Wir alle haben das Bedürfnis, dazuzugehören." / Bild: Vonecia Carswell (Unsplash)

Wie können wir in einer komplexeren Gesellschaft mit immer mehr Zusammenhängen Verbundenheit erfahren? Es mag paradox erscheinen – wir sind dank digitaler Technologien hyper-verbunden, und gleichzeitig fühlen sich viele von uns isoliert und haben kein soziales Netz. Studien zeigen, dass sowohl die Qualität als auch die Quantität unserer sozialen Verbindungen unser geistiges und emotionales Wohlbefinden beeinflussen. In den nächsten beiden Blogbeiträgen werden wir uns auf die Qualität unserer Verbindungen konzentrieren, um unser Wohlbefinden und unser Zugehörigkeitsgefühl zu stärken.

Wenn du dir nicht sicher bist, wie du die Qualität einer Beziehung – sei es mit deine*r*m Partner*in, Freund*in, Verwandten oder Kolleg*in – "messen" kannst, solltest du darüber reflektieren, ob ihr gemeinsam positive Emotionen teilen könnt; offen zu sprechen und sich gesehen, gehört und verstanden zu fühlen; Unterstützung und Fürsorge zu geben und zu erhalten, wenn man darum gebeten wird; Aktivitäten und Erfahrungen miteinander teilen... Die gute Nachricht ist, dass sich Glück und Verbindungen gegenseitig unterstützen und verstärken: Qualitätsbeziehungen steigern dein Glück und Wohlbefinden, und wenn du glücklich und gesund bist, hast du wahrscheinlich mehr und qualitativ bessere Beziehungen!

Jetzt ist es an der Zeit, Worte in die Praxis umzusetzen, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Unser Rezept "Unausgesprochenes Dankschreiben" ist eine rührende und demütige Übung, um deine Verbundenheit mit einer anderen Person wieder zu beleben. Es geht darum, einen Dankesbrief zu schreiben, wo er noch nie zuvor ausgedrückt worden ist. Das schreiben kann recht heilsam sein, weil er sich auf Akzeptanz und Vergebung konzentriert, aber du kannst ihn aber auch an jemanden verfassen, dem du bereits Dankbarkeit ausgedrückt hast. Ich lade dich ein, dir dafür Zeit zu nehmen – überstürze nichts – denn die Erfahrung des Schreibens ist für dein Wohlbefinden genauso wichtig wie die Worte, die du aufschreiben wirst. Nehm dir ein Blatt Papier und einen Stift, stell deinen Geist und dein Herz darauf ein, Dankbarkeit zu geben und zu empfangen, und du wirst von der verbindenden und heilenden Kraft dieser Praxis überrascht sein.

Die vollständigen Anleitungen kannst du dir hier anschauen. Der nächste Blog-Beitrag wird dir ein weiteres Rezept vorstellen, um die Verbundenheit und Zugehörigkeit zu, bzw. innerhalb deines Teams zu fördern.

Über Greta und Recipes for Wellbeing

Greta Rossi ist eine Changemakerin, die an mehreren gemeinnützigen Initiativen beteiligt ist, darunter Recipes for WellbeingAkasha InnovationPitch Your Failure und ChangemakerXchange. Recipes for Wellbeing arbeitet darauf hin, die Kultur des Changemakings so zu gestalten, dass der Schwerpunkt auf ganzheitlichem Wohlbefinden liegt, damit jeder effektiver zur Schaffung positiver Veränderungen in der Welt beitragen kann. Von frei zugänglichen Wohlfühlrezepten, über Wellbeing-Vorträge und Workshops bis hin zu immersiven Wellbeing-Labs machen wir Wohlbefinden für Changemaker*innen und ihre Teams zugänglich. Wenn du einen Vortrag, einen Workshop oder ein Retreat für dein Team oder deine Organisation veranstalten möchten, wende dich an uns unter info@recipesforwellbeing.org.

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