Philipp von der Wippel war noch ein Teenager als er ProjectTogether gemeinsam mit einem Team junger Enthusiasten gegründet hat. Das Ziel: jungen Menschen zum Engagement zu verhelfen und als junge Generation die Zukunft aktiv gestalten. Nun hat ProjectTogether mit tbd und weiteren Partnern eine bundesweite Kampagne ins Leben zu rufen: "Zukunft.Jetzt". Was es mit dieser Kampagne auf sich hat und warum sie in Zeiten wie diesen notwendig ist, hat er uns erzählt. 

Was ist die Kampagne "Zukunft. Jetzt."?

ProjectTogether ruft vom 1.-24. September gemeinsam mit einem Konsortium an Partnern die Zukunftskampagne anlässlich der Bundestagswahl ins Leben - ganz im Sinne von: "Wahl ist heute. Demokratie ist immer." Wir wollen Zukunft, jetzt. Dabei stellen wir 4 dringende Fragen: Was ist die Zukunft der Arbeit? Was ist der gesellschaftliche Zusammenhalt von morgen? Welche Chancen entstehen aus einer alternden Gesellschaft? Wie können wir Klimawandel aufhalten? Es ist Zeit für Antworten. Jetzt können wir, die junge Generation, die Zukunft gestalten. Wir wollen 40 Ideen für das Deutschland der Zukunft. Wir geben Initiatoren von Projektideen, alles was sie brauchen, um aus ihren Ideen ein erfolgreiches Projekt zu machen: Coaching, finanzielle Unterstützung, Netzwerk, Reichweite, Team. Heute ist der Start in die Zukunft.

 

Warum hat das gerade ProjectTogether ins Leben gerufen?

ProjectTogether trainiert junge Menschen, soziale Projekte zu entwickeln und umzusetzen, um die größten Herausforderungen der Zukunft zu lösen. Jeden Tag erleben wir bei ProjectTogether, wie viel Innovationskraft in unserer Generation steckt. Wir merken, dass jetzt die Zeit für junge Macher ist. Wir brauchen mehr Initiativen mit dem Mut, die größten Herausforderungen anzugehen. Wir können nicht länger zugucken. Denn wenn wir zugucken, verlieren wir die Kontrolle über unsere eigene Zukunft. Wir haben alles an Wissen, Mitteln und Technologien, die es braucht, diese Herausforderungen zu meistern. Unser Jahrhundert kann das schönste aller Zeiten werden, wenn wir nur den Mut haben. Genau dafür haben wir die Zukunftskampagne ins Leben gerufen.

Wie bist Du dazu gekommen, Project Together zu gründen?

Ich lernte den syrischen Mitschüler Ebrahim im Zuge meines Auslandsaufenthalts in England kennen. Ebrahim hatte den Wunsch, seiner Familie in Homs zu helfen, indem er unter englischen Schülerinnen und Schülern und Studentinnen und Studenten ein Bewusstsein für die Menschenrechtsverletzungen in Syrien schafft. Er zweifelte daran, seine Idee umsetzen zu können. In täglichen Gesprächen ergründete ich mit ihm seine Motivation und Struktur. Gemeinsam starteten wir die Kampagne “Together We Can - For Syria”. Die Initiative fand viel Anklang und breitete sich in der Region aus. Die Bekanntheit nahm zu und der lokale Abgeordnete David Morris aus dem Parlament wurde auf das Projekt aufmerksam. Er stellte das Anliegen dem House of Commons vor und überzeugte viele Abgeordnete, die Kampagne in ihren Wahlkreisen zu unterstützen und zu verbreiten. Durch den Empfang beim Deutschen Botschafter Georg Boomgaarden und die Präsentation einer Petition bei Premierminister David Cameron, begann das BBC über die Initiative und die Geschichte von Ebrahim zu berichten. Innerhalb von drei Monaten hatte sich Ebrahim von einem unauffälligen Schüler zu der Stimme einer landesweiten Kampagne entwickelt. Dies hat mich tief bewegt und brachte mich zu dem Entschluss, dieses Erlebnis tausendfach wiederholen zu wollen. Oft braucht es nur eine kontinuierliche Begleitung, damit ein junger Macher etwas Großes bewegt. Dafür gibt es ProjectTogether.

Was bedarf es Deiner Meinung nach, um junge Menschen zu mehr Engagement zu bewegen?

Die Bedürfnisse von vielen jungen Menschen befinden sich hinsichtlich ihres Engagements im Wandel. Zunehmend weniger junge Menschen fühlen sich von den bestehenden Engagementstrukturen angesprochen und finden daher oftmals nicht den passenden Zugang, sich in die Gesellschaft einzubringen. Stattdessen ist es attraktiv, eine eigene Initiative zu starten. Dafür gibt es drei Gründe: 1. Thematische Tiefe: In einer eigenen Initiative kann man sich voll und ganz in dem Thema aufgehen, für das man brennt. 2. Zeitliche Flexibilität: Während Ämter in Verbänden und Parteien langfristig sind, erfordern Initiativen eher punktuelles und intensives Engagement. In Zeiten von schnell ändernden Lebensumständen ist es attraktiv, in kurzer Zeit viel zu bewegen, ohne langfristige Pflichten einzugehen. 3. Selbstwirksamkeit: Innerhalb von Verbänden und Parteien ist die Wirkung des einzelnen schwer zu identifizieren. Zumindest die subjektive Wahrnehmung ist oft, dass der eigene Einsatz im großen System keine entscheidende Rolle spielt - “Ohne mich würde es auch ganz gut klappen!”. Im Kontrast dazu stehen eigene Initiativen. Denn wenn man etwas selbst in die Hand nimmt, dann hängt alles vom eigenen Handeln ab - man kann die Veränderung im Tun direkt spüren.

Die Stärken von Verbänden und die Stärken von Eigeninitiativen können zusammengebracht werden: Dafür braucht es von beiden Seiten die Bereitschaft, Neugierde und Offenheit. Erste erfolgreiche Pilotprojekte zeigen, wie viel mehr bewirkt werden kann, wenn junge Macher unter dem Dach großer Organisationen eigene Initiativen starten. Mitglied in einem Verband zu sein und dort eigene Initiativen einzubringen kann ein neues Erfolgskonzept werden. Genau dafür setzt sich ProjectTogether verstärkt ein.

Was sind Deine 5 Top Tips für Projektmacher in einer frühen Phase?

  1. Frage Dich, wie die Welt aussieht, wenn Dein Projekt erfolgreich ist.
  2. Keine Idee ist am Anfang gut oder schlecht. Indem Du sie testest und anpasst, wird Deine Idee geschliffen.
  3. Überlege Dir, woran Du konkret erkennst, dass das Projekt erfolgreich ist.
  4. Lerne alle relevanten Akteure in Deinem Thema kennen.
  5. Lese jeden Tag auf tbd* und werde Teil der ProjectTogether-Community.

Willst Du Deine Idee einreichen? Mehr Informationen dazu findest Du hier

ProjectTogether

Seit 2013 hat ProjectTogether über 270 Projekte in der Umsetzung begleitet, die unsere Gesellschaft besser machen. Die Projekte decken dabei viele gesellschaftliche Bereiche ab - von Integration, über Bildungsgerechtigkeit bis hin zu Umweltschutz und haben bei 16 Projekten zur Gründung von gemeinnützigen Vereinen und Unternehmen geführt.

Mit ihrem kostenlosen Coaching kann jeder seine Gedanken konkretisieren und strukturieren, Wege ausprobieren, Lösungen finden und seine Ideen in die Tat umsetzen.