ursprünglich erschienen: 25.09.2015

Die Anzahl der Menschen, die mit ihrem Job unzufrieden sind, bleibt erschreckend hoch. Aber nur die Wenigsten trauen sich einen Jobwechsel wirklich zu und schaffen somit den Absprung. 

Diese Woche sprachen wir mit Serkan Altuglu. Er zeigt, dass es selbst innerhalb der sozialen Berufe eine Vielfalt an Möglichkeiten gibt einen Sinn zu finden. Im Interview berichtet er uns von den unterschiedlichen Unternehmenskulturen und verrät seine Top-Tipps für Deine Suche nach einer Social Impact Karriere.

Erzähl uns von Deinem Lebensweg. Wie kam es zum Jobwechsel?

Ich bin von Hause aus Erziehungswissenschaftler, was nur ein neumodischer Begriff für Pädagoge ist. Seit dem Ende meines Studiums habe ich bei diversen Trägern im Bereich der sozialen Arbeit mitgearbeitet. Darunter war ein ganz interessantes Projekt in einer Brennpunktschule in Neukölln und andere Beratungsarbeit im gleichen Bereich.

Leider war ich aber mit meinem letzen Arbeitgeber unzufrieden, was die Unterstützung, aber auch die Werte, die das handeln bestimmen, anging. Da wurde sich zu sehr aus der Verantwortung für mein Projekt herausgezogen und immer mehr arbeit “hinten rum” oben drauf gepackt. Irgendwann fand ich es nicht mehr wirklich akzeptabel, habe mich nicht mehr Wert geschätzt gefühlt und habe gekündigt.

Ich fand Perspektive, die sich mir als Pädagoge anbot nicht sehr zufriedenstellend und wollte mir noch andere Formen von Beratungsarbeit ermöglichen. Mittlerweile bin ich seit fast einem Jahr in meinem neuen Job und stecke in der Endphase von meinem berufsbegleitenden Studium zum M.A. in Coaching und Change Management.

Über The Changer habe ich dann meinen Job im SOS-Kinderdorf in Moabit in der Erziehungs- und Familienberatung gefunden. Dort berate ich mit einer Therapeutin und einer Psychologin zu allen Themen rund um Kinder jeden Alters. Zusätzlich betreue ich eine Gruppe von Flüchtlingskindern und zwei weitere für Kinder mit sozial auffälligem Verhalten. Auch Erwachsene kommen in die Erziehungs- oder Paarberatung zu uns ins Haus.

Was waren für Dich die größten Herausforderungen bei der Jobsuche?

Die größte Herausforderung war, andere Jobangebote zu finden als die, die es auf den üblichen Seiten oder bei Personalvermittlern gibt. Die Jobs, die dort zu finden sind bestehen meistens aus schwierig umzusetzenden Projekten, minimaler Bezahlung und wenig Unterstützung. Man wird in so eine “Einzelkämpfermentalität” hineingedrückt. Auf eine Empfehlung von einem Freund habe ich dann auch auf The Changer gestöbert :)

Was sind Deine drei wichtigsten Tipps für Menschen, die eine Social Impact Karriere suchen? 

  1. Mittlerweile hat die Unternehmenskultur für mich einen genauso hohen Stellenwert, wie meine Aufgabe selber. Das gilt für die Darstellung nach Außen, sowie auch nach Innen. Vielleicht bin ich nach einigen Erfahrungen, die ich gemacht habe aufmerksamer und kritischer in dieser Hinsicht geworden.
  1. Die Probezeit ist wirklich eine Phase in der beide Seiten schauen müssen, ob es passt. Da können Arbeitssuchende ruhig selbstbewusster sein und müssen nicht nur gefallen wollen.
  1. Ich hatte bisher mehrere Phasen während der Suche, in denen ich zeitlich unter Druck geriet, weil mir diverse Stellen nicht antworteten oder sehr langsam reagierten. So kam ich in die Zwickmühle, entweder mich für etwas entscheiden zu müssen, was mich nur halb überzeugte oder abzusagen. Ich bin bisher mit der Absage immer besser gefahren und habe am Ende etwas Besseres gefunden. Dazu gehört natürlich auch Glück.

Was bedeutet für Dich Change Management?

Beim Change Management betrachtet man Veränderungen bei Organisationen vor allem unter kommunikativen und interaktiven Gesichtspunkten. Die „weichen“ Faktoren, die zu einer erfolgreichen Veränderungen dazu gehören, wie Kultur oder Einbezug der betroffenen Menschen werden in den Fokus genommen. Ich hoffe daher, dass ich mit dem Master auch etwas abwechslungsreicher arbeiten kann. 

Würdest Du anderen Menschen im Bereich der Sozialarbeit auch raten sich nochmal neu zu orientieren?

Das ist schwer zu sagen. Mir ist die Arbeit mit der Zeit etwas zu einseitig. Da ich schon gerne im Rahmen von Beratung und Dialog arbeite, wollte ich mir weitere Formen von Beratungstechniken aneignen. Ich bin inhaltlich ganz zufrieden, mit dem, was im Studium behandelt wurde. Wie sich das jetzt konkret umsetzen lässt, wird sich noch zeigen.

Es gibt auf jeden Fall einen Unterschied in der Arbeit und den Konzepten die hinter einem Social Impact Unternehmen stehen. Auch im Arbeitsumfeld sind diese Unterschiede zu beobachten. Ich empfinde es als eine generelle Verbesserung, was natürlich die Arbeit erleichtert.

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