Momentan läuft ja noch die Bewerbungsphase des Wettbewerbs „Mein gutes Beispiel“ 2020, der Unternehmen aus ganz Deutschland sucht, welche den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen mit innovativen Projekten begegnen und sich für Nachhaltigkeit und eine zukunftsfähige Gesellschaft einsetzen.

Ein paradewürdiges Beispiel, und aus diesem Grund auch berechtigter Preisträger der "Jung und Innovativ" Kategorie in diesem Jahr, ist das Team von Too Good To Go. Ursprünglich aus unserem Nachbarland Dänemark stammend, hilft das Social Impact Business zum einen gastronomischen Betrieben dabei, überschüssige Waren loszuwerden und somit Müll zu vermeiden und auf der anderen Seite Konsument*innen, tolle Lebensmittel zu einem günstigen Preis zu erwerben. Genug Gründe, um in einem Interview mehr über die Idee und die Arbeit des Unternehmens herauszufinden.


Das Team von Too Good to Go; Bild: Too Good to Go

Wie würde man das Konzept von Too Good To Go beschreiben, wenn jemand noch nie von der App gehört hat?

Too Good To Go hat es sich als Unternehmen zur Aufgabe gemacht, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Das machen wir unter anderem über die Too Good To Go-App, über die gastronomische Betriebe wie Cafés, Restaurants, Bäckereien, Hotels und Supermärkte ihr überproduziertes Essen zu einem vergünstigten Preis an Selbstabholer anbieten können. Neben der App engagieren wir uns auch in anderen Bereichen für die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung - beispielsweise über Aufklärungskampagnen, Bildungsangebote und auf politischem Parkett.

Wie sind die Gründer*innen auf die Idee gekommen?

Die fünf Gründer von Too Good To Go waren in einem Buffetrestaurant essen. Sie haben am Ende des Betriebstages bemerkt, dass das Buffet noch komplett voll bestückt war. Auf Nachfrage stellten sie fest, dass es gängige Praxis in gastronomischen Betrieben ist, das überproduzierte Essen am Ende des Betriebstages zu entsorgen. Das wollten sie nicht so akzeptieren, sonder eine Lösung dafür anbieten. So entstand die Idee zur App Too Good To Go.  

Wie sahen die ersten Schritte auf dem deutschen Markt aus?

Als Too Good To Go 2016 mit der App in Deutschland tätig wurde, war es vor allem wichtig, potenziellen Partnerläden das Konzept vorzustellen. Weil das Team anfangs sehr klein war, haben wir uns zunächst auf einzelne Städte fokussiert. Die Presse hat in der Anfangsphase einen großen Teil dazu beigetragen, dass unser Konzept bekannter wurde - sowohl für weitere Partnerläden als auch um unsere Community aufzubauen. Seitdem ist Too Good To Go stark am Wachsen. Wir merken, dass unser Konzept den Zahn der Zeit trifft. Viele unserer KundInnen und Partnerläden  waren schon selbst auf der Suche, wie sie nachhaltiger leben und arbeiten können. Unser Konzept lässt sich einfach in den Alltag von vielen Menschen integrieren.

Aktuell hat Too Good To Go eine Community von über 2,5 Menschen und 4.000 Partnerläden in rund 910 Städten in Deutschland. Too Good To Go ist aktuell in 13 europäischen Ländern tätig.


Beim Auspacken der Lebensmittel; Bild: Too Good to Go

Too Good To Go hat 2019 den Wettbewerb „Mein gutes Beispiel“ in der Kategorie "Jung und Innovativ“ gewonnen – wie habt ihr den Wettbewerb erlebt?

Vor der Vergabe des Preises gab es ein Zuschauervoting, das wir ebenfalls gewonnen haben. Für uns war das ein tolles erstes Feedback aus der Öffentlichkeit und hat uns natürlich sehr gefreut. Über den Preis an sich haben wir uns selbstverständlich ganz besonders gefreut. Zusätzlich war es spannend, auch die anderen Konzepte und Unternehmen kennenzulernen. Es war eine gute Gelegenheit sich auszutauschen und zu vernetzen.

Good to Know
Die Bewerbungsphase des Wettbewerbs „Mein gutes Beispiel“ 2020 endet erst am 31. Januar kommenden Jahres – das heißt ihr könnt euch noch bewerben!

Was ist nach „Mein gutes Beispiel“ passiert? Welche Auswirkungen gab es? Wie hat Euch der Preis geholfen? 

Das Video, das wir produziert haben, ist richtig toll geworden. Wir nutzen es nach wie vor in vielfältiger Weise zur weiteren Bekanntmachung von unserem Konzept. 

Seht Ihr Euch als Vorbild für andere Unternehmen?

Wir sehen uns als Social Impact Business im Zusammenhang einer großen Bewegung, die jeden Tag daran arbeiten, die Welt ein Stückchen besser zu machen: Gemeinsam wollen wir soziale und ökologische Probleme lösen, indem wir den wirtschaftlichen Hebel nutzen. Durch unser einfach umzusetzendes Konzept ermutigen wir viele Menschen und Unternehmen dazu, sich nachhaltig zu engagieren. Wir glauben fest daran: Gemeinsam können wir den entscheidenden Unterschied machen.

Welche Ziele habt ihr in Zukunft? Wie sehen eure kommenden Projekte aus?

Wir wollen auch in den kommenden Jahren weiter wachsen. Unser Ziel ist es, unser App-Konzept in ganz Deutschland flächendeckend anzubieten und in weiteren Ländern zu etablieren. Und damit auch die Bewegung rund um Lebensmittelrettung über die App hinaus auszubauen.

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