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Die Corona-Krise ist für alle eine Herausforderung. Gemeinnützige Organisationen sind da leider keine Ausnahme. Aber wir haben unter Umständen auch Vorteile, die andere Unternehmen nicht haben. Deshalb verraten wir von den climb-Lernferien euch, wie wir gelernt haben, mit unerwarteten Krisen souverän umzugehen und wie ihr das auch tun könnt.

Zum Glück sind in Hamburg die Frühjahrsferien immer schon vor Ostern. Während wir hier Anfang März Grundschulkindern noch ein tolles Programm bei unseren Lernferien bieten konnten und mit ihnen das richtige Händewaschen und Husten- und Niesetikette übten, blieben die Schulen nach den Ferien erstmal zu. Eine Entscheidung, die wir natürlich zum Wohle aller unterstützten, aber das hieß auch, dass die Lernferien in den anderen Bundesländern ausfallen würden.

Unsere Zielgruppe sind Kinder aus strukturschwachen Stadtteilen. Und wer die Debatte über die ungleichen Bildungschancen verfolgt hat, die durch die Schulschließungen noch verstärkt werden, kann sich vorstellen, welche Bauchschmerzen wir bei dem Gedanken hatten, dass wir diese Kinder nun nicht mehr in ihren Ferien erreichen konnten.

Das sonst sehr niedrigschwellige Konzept, unser Programm in den vertrauten Räumen der eigenen Grundschule anzubieten, funktionierte nun vorübergehend nicht.

Was nun? Wir halten uns daran, was wir den Kindern in jeden Ferien vermitteln und nutzen unsere Stärken, um das Beste aus der neuen Situation zu machen! Denn Stärkenorientierung ist der Kern unseres Weges zu mehr Bildungsgerechtigkeit. Kinder, die in Armut aufwachsen, benötigen nämlich bestimmte Fähigkeiten, um mit Rückschlägen und Hindernissen umgehen zu können. Zukunftskompetenzen nennen wir diese Fähigkeiten und wenn man die trainiert, hat man einen guten Werkzeugkasten, um durch jede Krise gestärkt durchzukommen, auch durch die Corona-Krise.

Rücksicht (auf sich und auf andere)

Für ein nachhaltiges Miteinander ist es absolut wichtig, aufeinander Rücksicht zu nehmen, also die Bedürfnisse, Stärken und Perspektiven anderer zu erkennen und sein Handeln danach auszurichten. Dazu gehört außerdem, auch auf sich selbst Rücksicht zu nehmen und sich aus Situationen zurückzuziehen, die einem in dem Moment nicht guttun. Wer z. B. müde oder “hangry” ist, hat es manchmal schwer, seine Laune nicht an anderen auszulassen.

Die Corona-Krise trifft uns alle mitten im Alltag. Unabhängig eines Gefühls von genereller Unsicherheit, haben wir private Sorgen. Wie kann ich meine Kinder neben dem Home Office betreuen? Wie geht es meinen Großeltern?

Deshalb hieß es für uns erstmal: Pause machen! Solange die Lage noch zu unübersichtlich ist, um an Projekten zu arbeiten, die wenige Wochen später wieder obsolet sein könnten, schonen wir lieber unsere Ressourcen. Und wir zogen zwei Wochen unseres Betriebsurlaubs vor, der sonst im Winter stattfindet.

So hatten wir Zeit, durchzuatmen und andere Angelegenheiten zu klären. Schließlich war uns bewusst, dass die Lernferien nach Corona mehr denn je gebraucht werden und wir unsere Energie darauf fokussieren werden müssen. Danach haben wir uns alle in einem Townhall Call getroffen und zuerst einen emotionalen Check-In gemacht. Die Fürsorge für einander war rührend und hat wirklich geholfen, wieder in die Arbeit reinzukommen.

Resilienz: Durchhalten, auch wenn es schwierig ist

Wir erleben oft, dass Kinder schon denken, sie wären in einem Fach nicht gut, bevor sie es überhaupt richtig versucht haben. Es kann anstrengend sein, sich einer komplett neuen Aufgabe zu stellen und dann ist es manchmal natürlich angenehmer, aufzugeben, anstatt Gefahr zu laufen, frustriert zu werden. Genauso oft erleben wir es aber, dass sie plötzlich über sich hinauswachsen, sobald Schüler*innen die richtige Unterstützung erhalten und sich dann der schweren Aufgabe stellen. Dann haben sie Erfolgserlebnisse und entwickeln oftmals richtig viel Spaß an ihrem angeblichen Hassfach.

Und davon kann sich jeder eine Scheibe abschneiden! Die aktuelle Situation verlangt viel Durchhaltevermögen von uns. Lernferien mit Sicherheitsabstand? Das konnten wir uns erst einmal gar nicht vorstellen. Sobald wir geschafft hatten, die Situation zu akzeptieren, wie sie war, hatten wir auch den Kopf dafür, unsere Energie auf das Neue zu lenken. Natürlich fragen wir uns weiter, wie der Rest des Jahres wohl noch verlaufen wird. Aber der Stolz, dass wir weitermachen, obwohl es schwierig ist, motiviert uns, mit Positivität und Tatkraft auf unsere Herausforderungen zu blicken.

Stärkenbewusstsein

Was kannst du eigentlich richtig gut? Viele Menschen trauen sich oft gar nicht, diese Frage selbstbewusst zu beantworten. Dabei ist es so hilfreich, seine eigenen Stärken genau zu kennen und einzusetzen. Deshalb reflektieren wir bei den Lernferien mit unseren climb-Kids immer, welche ihrer Fähigkeiten ihnen bei ihren Aufgaben geholfen hat. Da hört man alles von “Mir hat bei der Mathe-Rallye geholfen, dass ich gut Kopfrechnen kann” bis “Mir hat beim Fußball geholfen, dass ich meine Mitspieler gut aufmuntern kann.”

Wir haben uns also auch überlegt, wie wir unsere Stärken für die nächste Zeit bestmöglich nutzen können. Unsere agilen digitalen Tools, mit denen wir arbeiten, machten uns das konsequente Arbeiten aus dem Home Office zum Glück leicht. Dann haben wir Ideen entwickelt, wie wir unsere Ehrenamtlichen durch ungewöhnliche Aktionen erreichen können. Wir haben neue Fundraising-Strategien entwickelt und uns mit anderen Sozialunternehmen ausgetauscht, um voneinander zu lernen.

Ziele setzen und Pläne machen

Apropos Ideen entwickeln: Dabei soll es natürlich nicht bleiben. Die Herausforderung dabei, Ideen auch umzusetzen, liegt darin, sich Ziele zu setzen und Pläne in Teilschritte herunterzubrechen. Für Schulkinder ist das wichtig, weil sie somit lernen, sich Aufgaben auszusuchen, die zu ihrem Lernstand passen: also weder zu schwierig, noch zu leicht! Sie kommen ins Arbeiten, orientieren sich an ihren Plänen und beenden Aufgaben.

Für uns Berufstätige ist das wichtig, damit wir uns im Chaos der Pandemie nicht verlieren. Ziele setzen und Pläne machen ist natürlich absolut nichts Neues und Ungewöhnliches in der modernen Arbeitswelt. Aber gerade so eine Ausnahmesituation verleitet ja gerne mal dazu, ganz viel zu brainstormen, wie man auf die neuen Gegebenheiten reagieren könnte, und dann wird nichts halbes und nichts ganzes draus. Da schadet es nicht, wenn wir uns darauf besinnen, wie wir in den Lernferien eigentlich mit den Kindern Bastelprojekte planen.

Teamwork!

Wir müssen wahrscheinlich niemandem erzählen, warum Teamwork so wertvoll ist, und Teamfähigkeit auch in den Lernferien eine große Rolle spielt.

Und gerade jetzt, wo viele von uns im Home Office sitzen, tut der regelmäßige Austausch und das gemeinsame Arbeiten mit Kolleg*innen gut. Nicht nur, weil verschiedene Perspektiven einer heterogenen Gruppe sehr bereichernd sind und jede*r die eigenen Stärken einbringt. Es macht auch einfach Spaß! Manche Kolleg*innen haben nun sogar viel mehr Kontakt miteinander als vor dem Home Office. Hoffentlich bleibt das nach Corona auch so.

Nach der Krise ist vor der Krise

Beim Lesen ist euch bestimmt aufgefallen, dass unsere Zukunftskompetenzen nicht nur während Corona hilfreich sind, sondern eigentlich immer. Und genau darum geht es!

Denn wir sind überzeugt: Wenn diese Kompetenzen im Unternehmen stetig gefördert werden, schafft man eine Basis für nachhaltiges Wirken, auch wenn mal holprige Zeiten kommen.

About

climb-Lernferien gibt es seit 2012. Begonnen haben wir als Grundschullehrer*innen, die ihren Schüler*innen schöne und schlaue Ferien ohne Langeweile und Spielkonsole bieten und unseren Teil zur Vorbereitung von Lehrkräften und Bildung junger Erwachsener leisten wollten. Heute gibt es Lokalbüros in Mannheim, Mainz, Dortmund, Bremen und Hamburg.

Wer jetzt neugierig geworden ist und gemeinsam Kinder stark für ihre Zukunft machen will, findet mehr Infos auf climb.team.

Momentan findet auch eine Webinar-Reihe statt. Schaut dafür mal auf Instagram vorbei.

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