ursprünglich erschienen: 12.10.2015

 Inspiriert von ihrem Engagement und Ansatz haben wir mit ImmobilienScout24 CSR-Managerin Mareen Walus gesprochen. Sie schwenkt den Blick auf die Synergien die zwischen profit-orientierten Unternhemen und NGOs zu erreichen sind und worauf es bei CSR Management wirklich ankommt. 

Was heißt CSR für Dich?

CSR bedeutet für mich Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung zu übernehmen, gemeinsam mit Unternehmen, NGO´s und engagierten Bürgern gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit wirkungsvoll und nachhaltig zu begegnen.

Ihr habt eine ganz besondere Partnerschaft mit den Sozialhelden. Erzählt uns davon.

Die Sozialhelden sind unsere Nachbarn und Partner zugleich. Wir stellen ihnen das Büro bei uns im Haus und finanzieren eine halbe IT-Stelle. Gemeinsam arbeiten wir daran, MitarbeiterInnen und Zivilgesellschaft für das Thema Inklusion zu sensibilisieren. Um beispielsweise die Wohnungssuche für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zu erleichtern, wurde das Suchmerkmal „stufenloser Zugang“ bei ImmobilienScout24 eingeführt. Die Anzahl von Wohnungen, die mit dem Merkmal „stufenlos“ gekennzeichnet sind, hat sich seitdem um ca. 20 Prozent gesteigert, sodass aktuell etwa 25.000 Immobilien mit diesem Merkmal zur Verfügung stehen. Ausserdem profitieren wir von dem Innovationsgeist der Sozialhelden und versuchen somit immer noch den Start-Up Geist im Unternehmen zu konservieren.

Warum habt ihr beschlossen, die Social Academy zu starten? Was ist Euer Impact?

Die Idee zur Berlin Social Academy ist im aktiven Austausch im Rahmen unserer Social Day Projekte mit unseren Sozialpartner entstanden. Sie haben ihren Wunsch, nach kostenlosen Weiterbildungsmöglichkeiten, direkt an uns herangetragen. So haben wir 2013 die erste Academy initiiert und durchgeführt. Seit zwei Jahren bereiten wir das Projekt mit zwei anderen Unternehmen vor bzw. führen die gemeinsam Academy durch (unsere Partner sind Scholz&Friends Reputation und das Team der Berliner Helden). Grundidee war und ist, die Zivilgesellschaft bedarfsgerecht mit Fachwissen aus den Unternehmen zu unterstützen. Die MitarbeiterInnen den beteiligten Unternehmen geben ihr Fachwissen unentgeltlich an MitarbeiterInnen gemeinnütziger Organisationen weiter. Wir als ImmobilienScout24 begleiten das Projekt weiterhin federführend, sind für das Projektmanagement, Veranstaltungsorganisation zuständig und versuchen jedes Jahr neue starke Unternehmenspartner zu akquirieren. Toll ist aber vor allem, dass meine KollegInnen jedes Jahr Kurse geben. In diesem Jahr wird es zum Beispiel wieder einen Social Media Kurs geben. Ein anderer Kollege berichtet, wie man Methoden aus dem agilen Coaching auf die Arbeit in einem gemeinnützigen Verein übertragen kann.

Was würdest Du jemandem raten, der sich überlegt, im CSR Bereich zu arbeiten?

Jemanden etwas zu raten finde ich immer schwierig. Es gibt nicht DIE allgemeingültige Formel. Aber ich denke, wenn man als CSR-ManagerIn arbeitet und etwas bewirken möchte, ist es wichtig, ein konkretes Ziel vor Augen zu haben und dieses auch stringent zu verfolgen. Ein Workshop im Projektmanagement schadet da nie. Als CSR ManagerIn trifft man den ganzen Tag auch auf sehr unterschiedliche Menschen. Einen Tag lang, treffe ich NGO-VertreterInnen und bespreche das nächste Corporate Volunteeringprojekt. Am anderen Tag trinke ich einen Kaffee mit dem Kollegen, der sich ehrenamtlich engagieren möchte und kurz darauf treffe ich den CFO eines großen Konzerns, um ihn als Partner von der Social Academy zu gewinnen. Dabei lohnt es sich immer genau zuzuhören und zu versuchen, zwischen diesen verschiedenen Interessenslagen, die in diesem Arbeitsfeld auftauchen, zu vermitteln und sie zusammenzuführen. Dazu sollte man immer den berühmten „Blick über den Tellerrand“ üben, um nicht neue Entwicklungen in der Engagementlandschaft zu verpassen.

Um als CSR-ManagerIn zu starten, ist der rote Faden im Lebenslauf nicht so wichtig.

Man sollte gut mit Menschen reden können, mutig sein und immer fest davon ausgehen, dass das Glas am Ende des Tages halbvoll ist. Dann hat man gute Voraussetzungen, dass man am Ende des Tages etwas für sein Ziel erreicht.

Was möchtest Du noch mit Immobilen Scout 24 erreichen? Was habt ihr noch vor?

Ein wichtiger Tragfeiler unseres Engagement ist, das ehrenamtliche Engagement in Berlin zu stärken – wir wollen unsere MitarbeiterInnen für ehrenamtliche Tätigkeiten sensibilisieren und NGO's bei ihrer Arbeit mit unserem Fachwissen stärken. Die Berliner Engagementlandschaft ist genauso vielfältig wie unsere Stadt Berlin. Da fällt oft der Überblick schwer. Wo kann ich mich wie engagieren? Ich denke, es gibt Bedarf, die verschiedenen Engagementmöglichkeiten mehr ins digitale Zeitalter zu übertragen und damit auch den Zugang zum ehrenamtlichen Engagement zu erleichtern. Da sollte man auch viel mehr das Potential der Social Start Up-Szene in Berlin nutzen. Daran wollen wir zukünftig mit unserem Know-How als IT-Unternehmen mitarbeiten und vermitteln.

Was macht Dich zu einem Changer?

Ich glaube, ich kann ganz gut mit Menschen reden. Somit konnte ich bisher oft sehr verschiedene Menschen zusammenzubringen - in meiner Arbeit zum Beispiel Menschen aus verschiedenen Lebenswelten (zum Beispiel Manager aus Unternehmen und ehrenamtliche Helfer aus NGO´s).

Ich hatte dabei immer das Ziel, dass diese beiden Gruppen für die gute Sache zusammenarbeiten und das intensiv, so dass es danach ein brauchbares Ergebnis gibt. Es kommt leider viel zu wenig vor, dass sich Menschen aus ihren „Kreisen“ herausbewegen und den Mut haben, sich mit Menschen auseinandersetzen, die anders sind als sie selbst oder einen anderen Background haben. Und wenn ich ein bisschen dazu beitragen kann, dass sich verschieden Lebenswelten besser kennenlernen und sich dann noch eventuell für den guten Zweck zusammentun – umso besser!