An keinem Punkt der Menschheit war die medizinische Versorgung so fortschrittlich wie heute - nie hatten Neugeborene eine höhere Lebenserwartung. Dennoch stehen die klassischen Behandlungsmethoden gerade unter massiven Beschuss. Egal ob Impfen oder Antibiotika - viele bewährte Therapien werden in Frage gestellt. Grund genug für tbd* sich im Monat Mai dem Thema Gesundheit und der Frage zu widmen: Wie sieht eigentlich die Zukunft der Gesundheit aus? Hier kannst du alle Artikel zum Thema nachlesen.

Im Rahmen unseres Themenmonates haben wir schon viel über die Entwicklungen der Gesundheit gelesen, aber wenig über Prävention. Dabei sind die meisten Krankheiten nicht angeboren, sondern treten im Laufe des Lebens auf. Man kann also viel tun, um seine physische und psychische Gesundheit zu stärken. Eine Methode dafür ist Yoga. Um mehr über das Thema zu erfahren, haben wir uns an Martina Ferstl gewandt. Martina ist Yogalehrerin und Gründerin von FEEL YOGA, war auch auf unserem persist* Career Summit und kommt ursprünglich beruftlich aus der HR Ecke. 

Liebe Martina, erzähl ein bißchen über dich, wie du zum Yoga gekommen bist.

Während meines Studiums habe ich beim Hochschulsport Pilates gemacht und mein damaliger Lehrer hat in den Stunden immer wieder Mal Yoga-Elemente einfließen lassen. Ich habe für mich gemerkt, dass diese Übungen irgendwie anders waren und mir auch auf mentaler Ebene guttaten. Nach einer Weile war die Neugier so groß, dass ich meinen Lehrer fragte, was denn eigentlich der Unterschied zwischen Pilates und Yoga sei. Seine Antwort habe ich erst Jahre später verstanden: Pilates sei eine Schublade und Yoga die ganze Kommode. Aber genau dieses Fragezeichen hat mich in meine erste Yogastunde geführt und seitdem nicht mehr losgelassen. Yoga ist nun schon gut zehn Jahre fester Bestandteil in meinem Leben und seit zwei Jahren teile ich meine Freude am Yoga nun auch als Yogalehrerin.

Welchen Einfluss hat Yoga auf deine Gesundheit?

Als Bürostuhl-Yogi hilft mir Yoga dabei, die Muskulatur kräftig und beweglich zu halten. Gleichzeitig ist der große Mehrwert von Yoga für mich aber die bewusste Entspannung und Regeneration. Gerade durch meine eigene Erfahrung mit Burnout sind das Qualitäten, die ich besonders zu schätzen gelernt habe. Durch achtsames Üben und der Verbindung zum Atem entschleunigt auch mein Verstand. Gerade am Abend unterstützt mich Yoga dabei, gut einschlafen zu können.

Du bietest ja auch Business Yoga an, wie sieht das aus? Auf welche spezifischen Problematiken gehst du dabei ein?

Achtsamkeit und Resilienz gehören für mich heute zur Grundausstattung eines jeden Menschen, um in unserer schnelllebigen Welt zu navigieren. Wir sind permanent ON – und damit auch der Teil des Nervensystems, der sich um die Stressbewältigung kümmert. Um im Gleichgewicht zu bleiben, braucht es die Fähigkeit, den eigenen Energiehaushalt nachhaltig zu steuern sowie ein ausgeprägtes Gespür für die eigenen Bedürfnisse. Meine Yogastunden sind daher regenerativ ausgerichtet, schaffen einen achtsamen Rahmen und sind so gestaltet, dass sie durch gezielte Übungen zur Burnout-Prävention beitragen.

Du schreibst auf deine Homepage, dass du, wenn du auf die Yogamatte steigst, mit deinen persönlichen Bedürfnissen, deinen Wünschen aber auch deinen Grenzen in Kontakt trittst. Willst du das genauer erklären?

Die Zeit auf der Yogamatte ist meine ganz persönliche Zeit für mich. Gewissermaßen drücke ich die Pause-Taste von meinem Alltag. In dem Trubel des Tages laufen wir oft auf Autopilot, um unserem Berg an Aufgaben, Verpflichtungen und Rollen nachzukommen. Da bleibt manchmal wenig Raum, um bewusst zu lauschen was uns gerade guttun würde. Deshalb braucht es bewusst diesen Gegenpol – Ruhe um mit mir selbst in Kontakt zu kommen. Die Yogamatte ist eine Insel zum Ausprobieren und Lernen, dich aktiv um dein Wohlbefinden zu kümmern. Es fängt mit nach Innen lauschen, reflektieren und kleinen Entscheidungen an: Vielleicht bewusst den Kopfstand einmal nicht zu machen, weil du dich vom Tag kaputt fühlst. Mit dieser Haltung ist die Yogamatte dein spannendstes Reiseziel – die Reise zu dir selbst.

Eine Bekannte von mir meint immer, dass ihr das „Spirituelle“ am Yoga nicht gefällt. Sie ist jetzt in einem Kurs, in welchem sich ausschließlich auf den körperlichen Aspekt konzentriert wird. Ist es deiner Meinung nach überhaupt möglich, die zwei Aspekte zu trennen?

Je nachdem welche Art von Yoga man praktiziert und je nachdem bei welchem*welcher Lehrer*in man Klassen besucht, kann man mehr oder weniger in Verbindung mit den spirituellen Anteilen kommen. Das Schöne ist, dass wir in Berlin ein so vielfältiges Angebot haben, dass jeder den Typ Yoga finden kann, der zu den persönlichen Bedürfnissen passt. Blickt man auf die traditionelle Yogalehre, so hat Yoga unterschiedliche Wirkebenen: körperlich, mental, emotional und spirituell. Diese Gesamtheit macht im Prinzip die Einzigartigkeit von Yoga aus. Aber es ist eben auch diese Vielfältigkeit die es uns ermöglicht, auszusuchen und in der Form zu üben, die gerade zu uns passt. Also ja, man kann diese Aspekte trennen. Für mich als Yogalehrerin fühlt es sich aber eher nach einer künstlichen Trennung an. Ich muss persönlich aber auch gestehen, dass ich auch gut fünf Jahre gebraucht habe, um mich neben dem körperlichen Aspekt auch auf die anderen Wirkebenen einzulassen. Da lohnt es sich neugierig zu bleiben und immer Mal wieder auch eine*n andere*n Lehrer*in oder Yogastil auszuprobieren.

 

About


Martina ist Gründerin von FEEL YOGA und hilft trubeligen Unternehmen, gesunde, produktive und nachhaltige Arbeitsumgebungen durch maßgeschneiderte Office-Yoga-Programme und Achtsamkeits-Workshops zu entwickeln.