ursprünglich erschienen: 29.09.2015

Wir sprachen mit Lawrence Leuschner, Gründer des Berliner ReCommerce Unternehmen reBuy. Seit dieser Woche ruft das Unternehmen, im Rahmen der Flüchtlingshilfe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), national zum Spenden für Kinder und Jugendliche auf. Anlass dafür ist ganz klar, die momentane Situation und stark beanspruchten Hilfsorganisationen. Lawrence und sein Team möchten mit der Aktion eine einfache und kostenfreie Spendenmöglichkeit für alle bieten.  Spenden-Interessierte können ganz einfach ihr Paket in einem Hermes-PaketShop in ihrer Nähe abgegeben. 

Im Interview erzählt er uns von seiner persönlichen Motivation, wie sie das Ganze so schnell auf die Beine stellen konnten und wie sie als Unternehmen ein aktives Zeichen setzten wollen. Wir finden es geil!

Lawrence, erzähl uns ein bisschen von der Spendenaktion. Woher kommt die Motivation?

Tatsächlich war es eine Gemeinschaftsidee unter den Mitarbeitern und einigen Angehörigen bei reBuy. Diverse Leute äußerten den Wunsch, dass wir etwas für die vielen Flüchtlinge starten sollten.

Ich war sofort dabei – mir ist dieses Thema persönlich sehr wichtig und ich war ebenso voller Aktivismus aus der Sicht von reBuy. Mein Vater ist damals mit 18 ebenfalls aus Syrien nach Deutschland gekommen – somit hat das Thema auch einen emotionalen Bezug für mich.

Erzähl uns ein bisschen vom Prozess, wie aufwendig war/ist die ganze Aktion? Was würdet ihr anderen empfehlen, die etwas ähnliches planen?

Bei uns war es glücklicherweise so, dass wir direkt das Deutsche Rote Kreuz für die Aktion gewinnen konnten. Das gab dem Ganzen von Beginn an einen vertrauensvollen Rahmen sowie die nötige Reichweite und  Infrastruktur, die wir uns für unsere Aktion gewünscht haben. Den Kontakt bekamen wir übrigens über ein Flüchtlingsheim in Berlin, in dem die Freundin von meinem Co-Founder Olivier ehrenamtlich arbeitet.

Die weiteren, nötigen Schritte und Maßnahmen für die Aktion konnten wir bei reBuy dann eigenständig entwickeln. Da wir alle unsere Marketingaktionen selber umsetzen, haben wir die nötigen Ressourcen, um eine Website aufzusetzen, die nötigen Werbemittel zu entwickeln und eine Kommunikationsstrategie umzusetzen. Der Entwicklungsprozess bis zum Livegang der Website und Start der Aktion hat circa 14 Tage gedauert.

Letztendlich fehlte nur noch ein vertrauensvoller Logistikpartner, den wir als Re-Commerce Unternehmen zum Glück an der Hand haben. Wir konnten die Hermes Logistik Group sofort von unserem Plan begeistern und haben wirklich in sehr kurzer Zeit einen unkomplizierten Versandweg entwickelt, der allen Aktionsteilnehmern das Spenden super leicht macht.

Das stand für uns bei der Aktion übrigens auch absolut im Vordergrund – einen kinderleichten Spendenprozess zu entwickeln, der keine Ausrede zulässt, dass man nicht Spenden kann.

Wir haben sofort gemerkt, dass die Unterstützung von professionellen Partnern bei so einer Aktion sehr hilfreich ist. Auch wenn wir schon eine große Reichweite und Bekanntheit haben, bekommt man einfach ein anderes Gehör, wenn vertrauensvolle Organisationen das Ganze unterstützen.

Außerdem würde ich definitiv jedem empfehlen, sich nicht entmutigen zu lassen, sondern zu planen und loszulegen. Jede, noch so kleine oder große Aktion setzt ein Zeichen, welches wir gerade bei der aktuellen Stimmung in Deutschland brauchen.

Warum ist es Deiner Meinung nach wichtig, als Unternehmen Verantwortung zu zeigen? Was erhofft Ihr Euch davon? 

Ich sehe hier mehrere Punkte, die für das soziales Engagement im Unternehmen sprechen.

Die Themen Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung sind ja generell schon in unserer DNA verankert. Das ist uns jedoch nicht genug.

Wir haben bei uns die ideale Infrastruktur, Unmengen an Energie und Interesse zu helfen – das sollten wir und wollen wir auf jeden Fall einsetzen. Und auch unsere Kunden sind die perfekten Spender, schließlich misten sie regelmäßig mit uns aus.

Natürlich möchten wir mit unserem Einsatz ein aktivierendes Zeichen an unsere Kunden senden, nicht tatenlos zu sein, sondern zu helfen. Die vielen positiven Rückmeldungen und die starke Teilnahme unserer Kunden sprechen jetzt schon dafür, dass wir den richtigen Nerv getroffen haben.

Außerdem spürt man auf unseren Fluren, dass die Energie der Aktion auch das gesamte reBuy Team in den Bann zieht – die aktuell meist gestellte Frage ist: „Wie viele Versandetiketten wurden schon runtergeladen?“ Alle fiebern mit und beteiligen sich natürlich auch selber an der Aktion.

Wir Unternehmer in Deutschland haben ein so großes Potenzial durch die Manpower, die individuellen Fähigkeiten und die Reichweite, sodass wir uns meines Erachtens nicht aus der Verantwortung ziehen können. Wie ich schon gesagt habe, jede Aktion hilft und sorgt zu gleich für einen tollen Teamspirit.

Hast Du Angst vor negativen Reaktionen? (aka. “Alles nur PR”) 

Uns war klar, dass nicht aus allen Richtungen ein „Juchu, grandiose Aktion“ kommen wird. Aber wenn man beispielsweise die Diskussionen auf unsere Facebook-Seite verfolgt, sieht man direkt, wie großartig sich der Großteil unserer Kunden gegen Andersdenkende stellt und ihnen Paroli bietet.

Diese Reaktionen und der jetzt schon eingetretene Erfolg der Aktion nehmen uns jeden Zweifel und bestätigen uns, dass wir mit dieser Aktion den richtigen Schritt gemacht haben.

Macht mit und spendet hier.

Für uns ist reBuy ein Vorbild, weil sie ganz klar ihre eigene Infrastruktur, ihr Wissen und ihren Einfluss - in Kombination mit der Expertise einer erfahrenen Hilfsorganisation (sehr wichtig!) - dafür nutzen, Gutes zu tun und als Unternehmen Vorbild für ihre Kunden und hoffentlich ganz viele andere Unternehmen sind! 

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