Dieser Artikel wurde ursprünglich von der Benckiser Stiftung Zukunft veröffentlicht.

Als Gründer und geschäftsführender Vorstand von EDUCATION Y (ehemals buddY E.V.) werde ich oft gefragt: Seid ihr eine NGO? Ja, das sind wir. Wir sind eine gemeinnützige, nicht staatliche Bildungsorganisation, die sich um Bildungsgerechtigkeit, Vermittlung der Kompetenzen für das 21. Jahrhundert und Innovation in Schulen bemüht. Sind wir deshalb eine Non-Profit-Organisation? Nein! Zumindest hoffe ich sehr, dass wir keine sind. 

Den Begriff „Non-Profit“ finde ich in unserem Sektor nicht nur schwierig, sondern regelrecht falsch. Hinter dem Begriff steht eine (alte) Denke, dass Profite immer nur finanzieller Natur sind. Inzwischen leben wir aber in einer Zeit, in der wir soziale Prosperität und Innovation mindestens genauso nötig brauchen wie wirtschaftliches Wachstum. Die großen Aufgaben unserer Zeit liegen zum Beispiel in der Qualifizierung junger Menschen für die Herausforderungen des digital geprägten 21. Jahrhunderts oder in der Lösung globaler ökologischer Fragen.

Dieser und anderer wichtiger Aufgaben der gesellschaftlichen und sozialen Erneuerung haben sich viele gemeinnützige Organisationen angenommen. Diese Organisationen, wie auch unser Verein, wollen profitabel sein, indem sie Menschen helfen, Probleme lösen und Veränderungen bewirken. Vielen gelingt es gut und effektiv. Insbesondere Organisationen, die nach Maßstäben der Wirkungsorientierung arbeiten oder sogar systemische Konzepte umsetzen, sind ‚profitabel‘ im Sinne einer positiven Wirkung auf das Gemeinwohl. Es sind Social-Profit-Organisationen, nicht Non-Profit-Organisationen!

Der Profit von NGOs ist ihre soziale Wirkung

Dieser Profit lässt sich auch messen. Die Bemühungen um Professionalisierung in Fragen der Wirkungsorientierung im Dritten Sektor zeigen sehr eindrucksvoll, dass viele Social-Profit-Organisationen die Herausforderungen und Probleme der Gegenwart sehr gut kennen, in ambitionierten Konzeptionen passende Outcomes ansteuern und oft in der Lage sind, ihre Wirkung gut zu messen und auf Grundlage von Evaluationen zu steigern. In Social-Profit-Organisationen kommt sehr oft tiefe, fachliche Kompetenz mit hohem persönlichen Engagement und gutem Management zusammen. Wenn diese Organisationen mit dem Label ‚Non-Profit‘ versehen werden, regt sich in mir Widerstand. Non-Profit passt besser zu Unternehmen, die seit Jahren Verluste machen, wie zum Beispiel die Deutsche Bank.

Seit Jahren setze ich mich dafür ein, den Begriff Social-Profit-Organisation in Deutschland zu etablieren. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich hierfür möglichst viele Mitstreiter finden würde.

Dieser Artikel wurde ursprünglich von der Benckiser Stiftung Zukunft veröffentlicht. Willst du mehr Artikel dieser Art lesen? Dann schau mal auf dem Z Blog vorbei.

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