ursprünglich erschienen: 08.03.2016

Dieser Artikel ist Teil des “Karriere Mit Sinn” Guide.

SAP ist in der Förderung von Fachkräften von Morgen im Bereich IT und Programmierung ganz vorne mit dabei und unterstützt Programme, wie „Programm Engagement mit Perspektive“ (PEP) und „Social Impact Start“ für Sozialunternehmer. Gabriele Hartman gibt uns im Interview spannende Einblicke über ihre Arbeit als Head of CSR bei SAP und erzählt uns was ihren Beruf besonders macht.

Gabriele Hartman

Welche Position hast du bei SAP?

Ich bin zuständig für die gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmens in Mittel- und Osteuropa, sprich ich verwalte den kompletten Spendenetat für die Region. Wir bekommen als Abteilung jedes Jahr eine bestimmte Summe, um gemeinnützige Organisationen in der Region zu unterstützen. Das ist was ganz besonderes, da wir sehr frei in unserer Arbeit als CSR Abteilung, welche im Bereich der Kommunikation angesiedelt ist, sind.

Wie sieht dein persönlicher Werdegang aus, wie bist du also zu deiner Stelle gekommen?

Ich habe mich in meiner Kindheit und Jugend schon viel kirchlich engagiert, war zum Beispiel nach meinem Abitur für drei Jahre in Spanien und habe dort im kirchlichen Rahmen Projekte unterstützt. Anschließend habe ich in Heidelberg politische Wissenschaften und Germanistik studiert. Nach einem weiteren Jahr im Ausland, in den USA kam ich zurück nach Deutschland und wusste ehrlich gesagt nicht wirklich wohin mit mir. Ich war nicht so zielorientiert, wie es heute bei vielen jungen Studienabgängern der Fall zu sein scheint. Ich war wohl ziemlich blauäugig davon ausgegangen, dass man mich mit abgeschlossenen Studium, Auslandsaufenthalten und Fremdsprachen auf dem Arbeitsmarkt mit offenen Armen empfängt. Es hat aber nichts geklappt – keine Bewerbung war erfolgreich. Deshalb habe ich dann eine Fortbildung im Bereich „Unternehmenskommunikation“ gemacht – „Public Relations“ als Studienfach gab es zu dieser Zeit in Deutschland noch nicht. Aber während der Fortbildung habe ich sehr schnell gemerkt: Da kann ich alles reingeben, was mich als Person ausmacht. Danach habe ich relativ schnell was gefunden und wurde in einer Agentur übernommen. Dabei ging es um die Beratung von Non-profits und Unternehmen. Im Jahr 2000 hat SAP dann angefangen, den Bereich CSR (damals: Public Affairs) aufzubauen. Über einen Personalberater bin ich dann zur SAP gekommen. So bin ich dort gelandet, wo ich nun bin und konnte von Beginn an dabei mitarbeiten, das CSR Portfolio von SAP zu entwickeln.

Was ist das Besondere in deiner Position zu arbeiten?

Wie ich schon vorher erzählt habe, haben wir ziemlich große Freiheit, wie wir die Inhalte unserer Arbeit gestalten, was etwas sehr besonderes ist. Das heißt konkret, dass ich wirklich kreativ sein darf - und oft muss man das auch. Und wenn du Dir dann mit Partnern ein Projekt ausgedacht hast und du merkst, es wird wirklich angenommen und du lagst richtig – das ist schon klasse. Aber diesen Freiraum müssen wir uns auch immer wieder neu verdienen, denn so arbeiten zu können im Unternehmenskontext ist für mich ein unglaubliches Privileg.

SAP hat weltweit den thematischen Rahmen der Förderung von jungen Menschen mit dem Fokus auf Programmierung und IT, sowie die Förderung von Sozialunternehmern, die mit ihrer Idee die Welt verändern möchten. Mit dieser Freiheit, hier Projekte zu gestaltenkommt auch eine sehr große Verantwortung. Unsere Entscheidungen müssen intern und extern nachvollziehbar sein und sowohl einen Mehrwehrt für die Gesellschaft, aber auch für das Unternehmen haben. Denn schließlich arbeiten wir nicht mit Geld, das uns gehört, sondern mit Mitteln, die von anderen Mitarbeitern der SAP aus Entwicklung und Vertrieb erwirtschaftet wurden. Das habe ich immer im Hinterkopf, wenn wir Projekte planen oder Partnerschaften eingehen.

Was sind deine Aufgaben als CSR Managerin?

Neben Projektentwicklung und Budgetverwaltung gehört auch die Beantwortung interner Anfragen von Mitarbeitern, das Partnerschaft- und Kooperationsmanagement und die strategische Weiterentwicklung zu meinen Aufgaben. Auch sitze ich in den Auswahlgremien von PEP und Social Impact Start und entscheide mit, welche Projektmacher mit in die Förderprogramme aufgenommen werden.

Zudem werden von Externen viele Anfragen an uns herangetragen, die alle bei mir oder meiner Kollegin auf dem Tisch landen. Oftmals sind dies hoch emotionale Anfragen, auch von MitarbeiterInnen des Unternehmens, beispielsweise mit kranken Kindern, die einen finanziellen Zuschuss für eine besondere Therapie brauchen. Das tut im Herzen weh, wenn man da ganz strikt „Nein“ sagen und förmliche Absagen zu hoch emotionalen Problemen formulieren muss.

Was würdest du Berufseinsteigern im Bereich CSR raten?

Bei Corporate Social  Responsibility muss deine erste Frage immer sein, wie das, was du tust, dein Unternehmen, seine Produkte, seine Mitarbeiter, seine Vision reflektiert. Es geht also nicht um deine persönlichen "pet projects" oder Inhalte. Idealerweise sollte es aber schon so sein, dass Du dich mit dem was du als Unternehmensvertreter repräsentierst, natürlich identifizierst – das sollte man auf jeden Fall, um authentisch zu bleiben. Ich bin auch keine IT Expertin, interessiere mich aber dafür und finde die Arbeit der Kollegen z.B. in der Entwicklung wirklich spannend. Daneben braucht man ein gute Portion Idealismus und noch ein eine noch größere Portion Realismus. Es geht ja meistens um sehr emotionale Themen, die an einen herangetragen werden – auch Projektmacher, die ihre Idee vor dir präsentieren. Gerade hier muss man sehen, dass man niemals Dinge verspricht, die man schlussendlich dann nicht halten kann.

Der "Karriere mit Sinn" Guide bietet eine Übersicht für SchulabgängerInnen, StudentInnen und Berufsein- bzw, umsteigerInnen, die sich für eine Karriere mit gesellschaftlichem Mehrwert interessieren. Momentan überwiegen die Informationen aus der Privatwirtschaft und aus herkömmlichen Industrien. Der  Guide soll dieses Angebot ergänzen und ebenfalls an Schulen, Universitäten, Karrieremessen und anderen Berufsberatungsstellen ausliegen.