ursprünglich erschienen: 16.11.2015

Manchmal gibt’s eben diese großen Entscheidungen im Leben. Was soll ich studieren? Soll ich diesen oder jenen Job annehmen? Soll ich kündigen oder lieber bleiben? Schwierige Fragen und wichtige Entscheidungen mit großer Bedeutung. Und je mehr Bedeutung, um so wichtiger ist die Entscheidung, umso schwieriger ist sie natürlich. Selbst eine Nichtentscheidung wird dann schnell selbst zur Entscheidung.

In ein paar einfachen „Schritten“ kann das „Tretalemma“ von Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibéd (hier mit meinen eigenen Abwandlungen) da helfen.

Schritt 1: Das Eine oder das Andere?

Am besten funktioniert diese Entscheidungshilfe mit “Bodenankern“. Das sind Zettel auf denen jeweils ein Text steht und die im Raum verteilt werden, gegenüber von einander.

Auf dem ersten Zettel steht "Das Eine", wahlweise verbunden mit einem Wort für die eine Entscheidungsmöglichkeit. Auf dem zweiten Zettel steht "Das Andere", wahlweise auch wieder verbunden mit einem Wort für die andere Entscheidungsmöglichkeit. 

Wenn die Karten im Raum liegen, geht man zunächst auf die erste Option und fühlt sich in alle Vorteile und schönen Gefühle ein, die diese Option machen würde. Das Selbe dann auch mit der Zweiten Option.

Danach werden wieder beide Optionen besucht, diesmal mit Gedanken über die Nachteile, Risiken und negativen Gefühle. Zu einer Entscheidung kommt es nicht, soll es aber auch nicht. Es geht nämlich noch weiter.

Schritt 2: Beides

Auf der nächsten Karte steht "Beides". Auch diese Karte wieder auslegen, besuchen und schauen, welche Gedanken kommen. Das mag am Anfang erstmal absurd erscheinen, aber in den meisten Fällen kommen doch sehr sinnige und neue Gedanken, wenn man sich dem Gedanken öffnet, man könnte beide Punkte wie auch immer miteinander vereinen. Es entsteht also eine oder mehrere neue Ideen. Welche Vorteile gibt es wenn man beide Ideen miteinander zu etwas Neuem verbindet? Und welche Risiken könnte es geben?

Schritt 3: Keins von beiden

Ist man hier fertig, kommt eine vierte Karte ins Spiel, auf dieser steht: "Keins von beiden". Hier geht es darum zu überlegen, was es denn dann wäre, wenn man weder die Entscheidung A noch B anstrebt und stattdessen was anderes tun würde? 

Schritt 4: Und was Anderes?

Im letzen Schritt geht es noch mal auf Distanz. Hier kommt die Frage auf das Kärtchen: Und was ganz was anderes? 

Die Frage fürs Unterbewusste, ob es da nicht noch weitere oder komplett andere Visionen, Ideen und Lösungen gibt, auf die wir nur kommen, wenn wir von draußen auf das System schauen. Alle Ideen können natürlich als Stichwörter neben die Positionskarten gelegt werden. 

Nun sind eine ganze Reihe neuer Gedanken und Lösungen im Spiel. Trotzdem ist noch keine Entscheidung da. Aber meistens ist die Situation zumindest nicht mehr so statisch und festgefahren.

Schritt 5: Ablaufen

Im letzten Schritt gilt es mit viel Ruhe alle Positionen abzulaufen und auf die Gefühle zu achten, die nun die einzelnen Positionen bewirken.

Vielleicht kommen auch nochmal neue Ideen, das ist gut. Und unter all diesen Ideen fühlen sich die, die jetzt anstehen, meistens am besten an. Hier gilt es jetzt tatsächlich auf des Gefühl zu hören, was sich in dieser Situation oft sehr einig mit dem Verstand ist.

 

Über die Autorin

Ein Beitrag von Gisela Enders. Gisela coacht und berät grüne und soziale Verein und Unternehmen. www.klimacoaching.de

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