Nachhaltig leben - klingt langweilig. Ist es aber nicht. Wir geben dir 7 Tipps, damit du eine Woche lang einen Testlauf machen kannst. Und wenn du anschließend feststellst, dass es sich so doch sehr gut leben lässt, dann mach aus der Woche doch ein ganzes Leben. Und wir helfen Dir dabei

Tag 1: "Bitte keine Werbung einwerfen.“

Fangen wir klein an: Es mag sehr banal klingen, aber ein einfacher Aufkleber am Briefkasten mit der Aufschrift „Bitte keine Werbung einwerfen.“ kann schon einiges ausmachen. Das meiste, das eingeworfen wird, interessiert dich doch ohnehin nicht, oder? Mit dem Hinweis gibst du zu verstehen, dass kein Papier oder Plastik in Form von Flyern oder Prospekten für dich verschwendet werden soll. Je mehr Menschen mitmachen, desto weniger Unternehmen werden diese Art des Marketings weiterverfolgen, da es irgendwann nicht mehr rentabel für sie sein wird. Damit machst du einen wichtigen Schritt um die Ressourcenverschwendung einzudämmen.

Tag 2: Aus der Leitung bitte!

Jedes mal wenn du Wasser im Supermarkt kaufst, verbrauchst du das Plastik, in dem es verpackt ist. Plastik wird aus Erdöl gewonnen, eine endliche Ressource, und ist zudem schädlich für die Gesundheit da sich kleine Partikel - Mikroplastik genannt - aus der Flasche lösen und über das Wasser vom Körper aufgenommen werden können. Dass unsere Gewässer und Umwelt überdies von Plastik überschwemmt sind, ist eine weitere unschöne Folge.

Dabei ist gerade in Deutschland die Leitungswasserqualität eine der höchsten auf der Welt. Da ist es weit günstiger - für dich sowie für die Umwelt - wenn du dir ein paar wiederverschließbare und befüllbare Glasflaschen kaufst und dein Wasser aus dem Hahn zapfst.

Nicht einmal was Schadstoffe und Mineralvorkommen betrifft, schneidet in Flaschen gekauftes Wasser besser ab als das aus deutschen Wasserhähnen.

Tag 3: Alles vegan oder was?

Die Herstellung von Fleisch hat einen wahnsinnig hohen Energie- und Ressourcenverbrauch, was sie - neben der häufigen Misshandlung der Tiere - zu einem unnachhaltigen Unterfangen macht. Viel umweltfreundlicher ist die pflanzliche Ernährung. Das mag zu Beginn keine einfache Umstellung sein, aber du kannst es ja mal ausprobieren. Für den Einstieg haben wir ein leckeres Rezept für eine Kichererbsensuppe für dich, die überdies voller gesunder Nährstoffe steckt.

Tag 4: Koffein rettet die Welt

Viele Nahrungsmittel die aus dem globalen Süden importiert werden, werden unter wahnsinnig schlechten Bedingungen für die Plantagenarbeiter hergestellt. Die Sektoren, die am schlimmsten von Missständen wie Kinderarbeit, Niedriglohn, keine Arbeitsrechte, keine Versicherung etc. betroffen sind, sind der Kakao-, Kaffee- und Teeanbau.

Um dich hier gegen solche Missstände starkzumachen solltest du darauf achten, wo und wie dein Genussmittel produziert ist. Siegel wie "Fairtrade", "Naturland Fair" und "Rapunzel Hand in Hand" weisen den Weg. Ist das Produkt mit einem dieser Siegel ausgestattet, kann es mit gutem Gewissen verzehrt werden.

Tag 5: Geld ist Goldwert

Überleg dir mal Folgendes: Du möchtest dein Geld nicht zuhause unterm Kopfkissen aufbewahren. Es könnte geklaut oder bei einem Feuer vernichtet werden. Stattdessen zahlst du es in eine Bank ein, die bewahrt es für dich auf und du kannst jederzeit abheben was du möchtest. Jetzt überleg dir mal, wieviel Macht so eine Bank hat, wenn sie über das Geld von Millionen von Menschen verfügt. Na klar, sie hat ordentlich Einfluss.

Genau deshalb ist es so wichtig, dass du dir ein paar Stunden deiner Zeit nimmst, um dich zu fragen, was mit deinem Geld von deiner Bank gefördert werden sollte. Was würdest du dir wünschen, was mit deinem Geld geschieht? Ausbeutung wirtschaftlich schwach aufgestellter Länder, Förderung von Umweltgiften wie Glyphosat oder Braunkohle, Nahrungsmittelspekulationen? Oder lieber der Ausbau erneuerbarer Energien, die Förderung sozialer Projekte im In- und Ausland, die Schließung der Schere zwischen Arm und Reich. Lies hier mehr über nachhaltige Banken.

Tag 6: Give it to me, baby!

Es werden so viele Dinge weggeworfen, die noch brauchbar sind. Sei es Kleidung, aus der das Töchterchen herausgewachsen ist oder das Ladegerät des alten Mobiltelefons. Dinge, die noch intakt sind, kannst du stattdessen in eine Givebox geben. Dort kann jeder seine nicht benötigten Gegenstände hinbringen und nach Dingen schauen, die er benötigt. Ein deutliches Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft.

Auf givebox.eu findest du eine Auflistung von Giveboxen in ganz Deutschland.

Tag 7: Ein Becher fürs Leben.

Möchtest du Zahlen? Du möchtest Zahlen. 6.500.000.000 Coffee-to-go-Becher - in Worten Sechseinhalb Milliarden - werden jährlich in Deutschland verbraucht. Dafür werden 500.000 Bäume gefällt. Gerade wer mehrmals wöchentlich oder sogar mehrmals täglich Kaffee für unterwegs erwirbt, kann der Umwelt einen großen gefallen tun, indem er sich einen wiederverwendbaren Coffee-to-go Becher besorgt. Nach dem Benutzen direkt mit Wasser abspülen und er ist wie neu. Wenn du jemand bist, der gerne das Haus verlässt und noch fünfmal umkehren muss, um seine Schlüssel, sein Handy, sein Portemonnaie, sein Mittagessen oder seine Hose zu holen, dann kauf dir eben drei Becher und lagere sie an verschiedenen Orten deines Alltags, z.B. Zuhause, auf Arbeit und im Fundbüro.

Die Becher können aus verschiedenen Materialien bestehen. Bambus ist ein schnell wachsender Rohstoff, mit dem - zumindest bislang - noch nicht allzu viel Schindluder getrieben wird und der sich folglich als Material für deine(n) To-Go-Becher eignet. Auch ein Becher aus recyceltem Glas ist eine hervorragende Alternative zum Wegwerfbecher.

Du siehst, es gibt viele gute Ansatzpunkte, um das sehr vielfältige Thema der Nachhaltigkeit anzugehen. Wir selbst haben ein Werkzeug entwickelt, mit dem du Nachhaltigkeit Schritt für Schritt in dein Leben integrieren kannst: „Evergreen Ideas - Der immerwährende Nachhaltigkeitskalender“. Dieser gibt dir jeden Tag einen Tipp, um dein Leben nachhaltiger zu gestalten. Den Kalender kannst du bis zum 15.08.2017 in unserem Crowdfunding vorbestellen. Der Clou: Der Kalender ist mehrjährig, immerwährend.

Über den Autor 

Raphael Stuckart ist Gründer von Evergreen Ideas und bloggt auf „Der Veg ist das Ziel“ über veganes Essen und eine nachhaltige Lebensweise. Zusammen mit seiner Partnerin betreibt er außerdem „Palmarketing“ - eine Agentur für nachhaltige Kommunikation. Er lebt und arbeitet in Andalusien.