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Von einer Karriere in internationalen Organisationen träumen viele. Doch wie dahinkommen? Das Büro Führungskräfte zu Internationalen Organisationen gibt hier einen Überblick. Mehr Infos findet ihr auch auf dessen Website. Übrigens: Gerade läuft die Ausschreibung für die Junior Professional Officer (JPO) Stellen der Bundesregierung. Mehr Infos findest du hier.

Die Verfahren der Personalgewinnung sind bei Internationalen Organisationen recht unterschiedlich. Der Großteil der offenen Positionen wird im Rahmen von Einzelausschreibungen bekannt gemacht. Eine wichtige Ausnahme bilden die Organe der Europäischen Union, die ihr Personal (Beamtenlaufbahn) fast ausschließlich über Auswahlverfahren („concours") rekrutieren. Im Nachwuchsführungskräftebereich gibt es auch bei den Vereinten Nationen eine gewisse Einschränkung für Einzelausschreibungen. Sie sind zahlenmäßig begrenzt. Dies liegt unter anderem daran, dass Nachwuchspositionen über spezielle Auswahlverfahren wie das Young Professionals Programme der VN und die Junior Professional Officer Programme der Geberländer besetzt werden. Für zeitlich befristete Expert*innen- und Consultanteinsätze können sich Interessent*innen bei einigen Organisationen auch für die Aufnahme in eine Expertendatenbank bewerben.

Wie funktionieren die Einzelausschreibungen?

Die aktuellen Stellenausschreibungen findest du auf der jeweiligen Homepage der Internationalen Organisationen. Dort gibt es auch Hinweise zum Bewerbungsverfahren. Die Bewerbung erfolgt fast ausschließlich auf elektronischem Wege.

Einen Überblick über alle der Bundesregierung bekannten offenen Positionen in Internationalen Organisationen bietet der Internationale Stellen- und Personalpool des Auswärtigen Amtes. Dort kannst du nach verschiedenen Merkmalen filtern, wie zum Beispiel der Internationalen Organisation, der geforderten Qualifikation, der geleisteten Vergütung oder dem Einsatzort.

In den Internationalen Personalpool kannst du  dein Qualifikationsprofil selbst eingeben und so automatisch einen Abgleich mit den Ausschreibungen im Internationalen Stellenpool erhalten. Du wirst dann wöchtentlich per E-Mail über passende Stellen informiert.

Wie läuft der Concours der EU-Institutionen ab?

Voraussetzung für eine Beamtenlaufbahn in einer EU-Institution ist die erfolgreiche Teilnahme an einem Auswahlverfahren („Concours“). Die Concours dienen der Bildung einer zahlenmäßig begrenzten Personalreserve für jeweils bestimmte Fachgebiete der Organe der Europäischen Union (Europäische Kommission, Europäischer Gerichtshof, Europäischer Rechnungshof, Europäisches Parlament, Rat der Europäischen Union). Es gibt allgemeine Auswahlverfahren, die sogenannten "Generalisten Concours" die abgehalten werden, wenn sich ein Personalbedarf abzeichnet. 

Die dreistufigen Auswahlverfahren sind anspruchsvoll. Es ist von vornherein festgelegt und bekannt, wie viele Kandidat*innen in welchen Sachgebieten und welcher Laufbahngruppe eine Runde weiter kommen; dies gilt unabhängig von der Bewerber*innenzahl.

Alle Bewerber*innen aus EU-Mitgliedsländern, die die Anforderungen erfüllen, können an der ersten Stufe, einem Vorauswahltest (multiple choice) mit Fragen unter anderem zu den Politikbereichen der Europäischen Union, teilnehmen. Im Anschluss an den Vorauswahltest werden diejenigen, die am besten abgeschnitten haben, gebeten, ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen einzureichen. Nach Prüfung der Bewerbung erfolgt die Einladung zum zweiten Teil des Verfahrens. Hier geht es um die Bearbeitung von Fallstudien und einen Aufsatz zu EU-Themen. Die besten Kandidat*innen werden zur mündlichen Prüfung zugelassen. Eine Prüfungskommission beurteilt in einem Gespräch die fachliche Kompetenz, die fremdsprachlichen Kenntnisse und die Eignung zum Arbeiten im multikulturellen Umfeld einer europäischen Institution.

Das Verfahren stellt hohe Anforderungen und ist ohne intensivste Vorbereitung auf europäische Spezifika kaum zu bestehen. Deutschen Bewerber*innen ist deshalb die Teilnahme an den Vorbereitungsseminaren des Auswärtigen Amtes zu den EU-Concours sehr zu empfehlen. Mehr Informationen findest du hier.

Informationen zu laufenden und geplanten Auswahlverfahren und weiteren alternativen Karrieremöglichkeiten bei den Institutionen der EU erhalten Interessent*innen auf den Internetseiten des Europäischen Amts für Personalauswahl.

Welche Nachwuchsprogramme gibt es bei Internationalen Organisationen?

Zur Gewinnung von Führungsnachwuchskräften bieten einzelne Internationale Organisationen eigene Nachwuchsprogramme für Hochschulabsolvent*innen bestimmter Fachrichtungen mit Berufserfahrung an:

Einstiegsverfahren nicht nur für den Nachwuchs:

Diese Programme sind mehrheitlich der Ausgangspunkt für eine Einstellung auf Dauer in der jeweiligen Organisation. Die Bewerbungsvoraussetzungen sind unterschiedlich, meist wird jedoch eine für die Organisation relevante Berufserfahrung vorausgesetzt. Das Höchstalter liegt zwischen 28 und 32 Jahren. Mit diesen Programmen werden weltweit die besten Bewerber*innen ausgewählt und die Anzahl der zur Verfügung stehenden Plätze ist sehr begrenzt.

Die Europäische Kommission bietet in Zweijahresabständen Nachwuchsführungskräften der Mitgliedsländer die Möglichkeit, durch eine zweijährige Mitarbeit in einer ihrer Delegationen in Nicht-Mitgliedsländern praktische Berufserfahrung zu sammeln.

Wo sind Einsätze in Friedensmissionen zu finden?

Über Möglichkeiten einer Teilnahme an internationalen Einsätzen der Vereinten Nationen und der OSCE im Bereich Krisenprävention, Konfliktbeilegung und Friedenskonsolidierung informiert das Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF).

Wie kannst du ein Praktikum bei Internationalen Organisationen machen?

Fast alle Internationalen Organisationen bieten Studierenden höherer Semester oder Hochschulabsolvent*innen die Option, ihre Aufgaben, Tätigkeiten, Arbeitsabläufe und Mitarbeitendenstruktur durch die Ableistung eines Praktikums kennen zu lernen.

Praktikant*innen erhalten die Gelegenheit, ihre bisherige berufliche Orientierung und fachliche Kompetenz in der Praxis zu überprüfen. Sie erfahren, welche Qualifikationen ihren angestrebten oder bereits erworbenen Hochschulabschluss für eine Verwendung im internationalen Dienst vielleicht sinnvoll ergänzen. Sie erhalten aus der Praxis wichtige Informationen zu Start- und Karrieremöglichkeiten und können zudem meist erste wertvolle Kontakte zu internationalen Bediensteten knüpfen. Nicht zuletzt bietet sich die Gelegenheit, die Fähigkeit zum Arbeiten in einem multikulturellen Umfeld zu testen. Allerdings sind Praktikumsplätze zahlenmäßig begrenzt und stehen grundsätzlich Interessent*innen aus allen Mitgliedsstaaten der jeweiligen Internationalen Organisation offen.

Wie läuft ein Praktikum bei Internationalen Organisationen ab?

Die Praktika umfassen in der Regel eine Zeitspanne von drei bis sechs Monaten, zum Teil in standardisierten Programmen, zum Teil in Einzelmaßnahmen. Soweit Internationale Organisationen diese Möglichkeiten bieten, ist dies auf der jeweiligen Website beschrieben. Abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen stehen bei Internationalen Organisationen keine finanziellen Mittel für eine Vergütung von Praktikumstätigkeiten zur Verfügung.

Im Rahmen der Nachwuchsförderung bietet das Carlo Schmid Programm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) hochqualifizierten Studierenden höherer Semester und Absolvent*innen die Möglichkeit eines drei- bis zwölfmonatigen Praktikums bei Internationalen Organisationen.