ursprünglich erschienen: 20.05.2015

Caro ist Community Managerin beim Social Impact Lab Frankfurt. Dafür hat sie ein Praktikum beim Ashoka PEP Team gemacht - und saß ebenfalls im Social Impact Lab Büro. Für den Einstieg in den Job kam das Netzwerk ganz schön gut. Was sie sonst allen Karriereeinsteigern rät und was Du unbedingt über die Szene in Frankfurt wissen musst, verrät sie uns hier.

Caro, Du bist quasi frisch aus dem Master und hast schon Ashoka und Social Impact Lab auf Deinem Lebenslauf. Was ist Dein Geheimnis?

Ehrlich gesagt gibt es da kein Geheimnis, denn am Ende meines Studiums habe ich mir viele Fragen in Bezug auf meine berufliche Laufbahn gestellt. Dazu hat unter anderen auch gehört, dass mein Studiengang Kulturwirtschaft/International Cultural and Business Studies in Passau sehr interdisziplinär geprägt war, ich also einen groben Überblick über viele Themen habe, aber keine tiefe Expertise, die mir die berufliche Orientierung weniger komplex macht. Das hat viele Vorteile, weil man selbst die Richtung wählen kann, andererseits sich aber auch mit den vielen wunderbaren Optionen konfrontiert sieht. Zunächst wird man häufig auch von der Denkweise geprägt, dass man einen Weg, den man eingeschlagen hat nicht mehr ändern kann. Dann kam ich für ein Praktikum zu Ashoka und dem Programm Engagement mit Perspektive: Ich hatte wohl zum richtigen Zeitpunkt Glück und eine wunderbare Person, die mich auf Ashoka aufmerksam gemacht hat – und somit die Sicht auf meine berufliche Zukunft sehr geprägt hat.

Wolltest Du schon immer mit SozialunternehmerInnen zusammen arbeiten?

In das Thema Social Entrepreneurship bin ich erst durch mein Praktikum bei Ashoka und PEP eingetaucht und bin sehr dankbar, dass ich somit einen spannenden 360° Einblick in das Thema Sozialunternehmertum in Deutschland bekommen habe. Das war eine völlig neue Welt, weil ich mich zuvor im Studium in der informellen Bildung, interkulturellem Austausch und Projektmanagement engagiert habe. Dort steht das Thema Wirkung nur selten im Vordergrund, ganz anders als in der Social Entrepreneurship-Szene. Seitdem bin ich fasziniert von wirkungsorientiertem Handeln und fange an, meine eigenen Projekte darauf auszurichten.

In den letzten Monaten habe ich einige Sozialunternehmer in der Gründungsphase kennengelernt, manche in meinem Alter oder jünger, und ich muss sagen, dass ich vor jedem und jeder den Hut ziehe und großen Respekt habe. Momentan bin ich von den vielen unterschiedlichen Ideen und Entrepreneuren dermaßen fasziniert, dass ich mich in deren Unterstützung sehr wohl fühle und auf eigene Ideen noch warte.

Was würdest Du jemanden empfehlen, der/die gerade auf Jobsuche ist und gerne einen Job mit Sinn hätte?

Natürlich gibt es kein Erfolgsrezept und die Sinnsuche hört nie so richtig auf. Was mir sehr geholfen hat, war mich am Ende des Studiums erst einmal richtig mit meinem Lebenslauf zu beschäftigen und sich selbst nochmals auf einer besseren Ebene kennenzulernen, um herauszufinden, was einen motiviert, wo die eigenen Stärken, Talente und Potentiale liegen oder auch, was einem Energie nimmt. Das klingt jetzt vielleicht erst banal, aber ich habe das im Studium wenig reflektiert, mich hingesetzt und mir über solche grundlegenden Fragen Gedanken gemacht.

Außerdem würde ich nie die eigenen Netzwerke unterschätzen, denn es kann sich so viel Ungeahntes ergeben, wenn man nur kommuniziert und sein Umfeld sowohl offline als auch online um Unterstützung bittet.

Und dann einfach ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren!

Du bist für den aktuellen Job von Berlin nach Frankfurt gezogen… was unterscheidet die beiden Szenen?

Hier kann ich nur einen ersten Eindruck geben, da ich beide Szenen bis jetzt nur kurz kenne. Grundsätzlich denke ich, dass das Thema Sozialunternehmertum in Frankfurt langsamer anläuft, gerade erst aufkommt und die Szene noch deutlich überschaubarer ist – daraus ergibt sich auch mein Eindruck, dass es in Frankfurt weniger hipp und jung zugeht als in Berlin. Was aber keinesfalls negativ gemeint ist.

In Frankfurt begegnet man vielen, die schon andere beruflichen Karrieren hinter sich haben und sich dann irgendwann entscheiden, ihr eigenes Ding zu machen. Das liegt sicherlich auch am Ökosystem für Entrepreneure, das in Frankfurt noch mehr von Kapital und der Finanzbranche geprägt ist.

Ein schöner Aspekt in Frankfurt ist außerdem, dass es sehr familiär zugeht und die Vernetzung sehr schnell funktioniert – es ist nicht schwer, nach ein paar Monaten schon die meisten Akteure aus der Szene zu kennen.

Was müssen die Frankfurter unbedingt über die Szene in Frankfurt wissen? Was sind die geilsten Veranstaltungen, spannendsten Organisationen und größten Geldtöpfe?

Das schöne an Frankfurt ist auch die regionale Verknüpfung, das heißt die Szene geht eigentlich über Mainz/Wiesbaden hinaus bis nach Mannheim und Heidelberg und bietet somit viel Abwechslung. Mit dem Grameen Creative Lab haben wir hier in der Region einen global-agierenden Akteur aus dem Social Business Bereich. Im Social Impact Lab Frankfurt haben wir das Glück in großen und offenen Räumlichkeiten immer wieder Gastgeber zu sein – sei es für die Cool Ideas Society, Akteure aus dem Nachhaltigkeitsbereich oder für einen Bankathon im FinTech-Bereich. Von dieser Abwechslung profitieren viele Akteure.

Eine sehr spannende Veranstaltung ist die GründerLounge von MASTERhora, einem Onlineportal für Seniorexperten und Startups. Bei der GründerLounge treffen Seniorexperten mit langjähriger Berufserfahrung auf die junge, innovative Generation und geben ihre Expertise weiter. Ein schönes Format, bei dem sich manchmal komplett unterschiedliche Unternehmenskulturen und Lebenswelten treffen und welches Ende Mai nun zum Dritten Mal im Social Impact Lab stattfindet.

Was macht Dich zum Changer?

Meine Mission als Changer sehe ich darin, beim Aufbau eines Ökosystems für Sozialunternehmer mitzuwirken. Ich glaube außerdem daran, dass man selbst auf kleinster Ebene ein Changer sein kann, in dem man sein eigenes Handeln und Denken immer wieder in Frage stelle. Ich ertappe mich auch dabei, Familie und Freunde mit sozialunternehmerischen und nachhaltigen Denkweisen beeinflussen zu wollen. Grundsätzlich sollte man bereit sein, sich selbst zu ändern, um Veränderungen voranzubringen.

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