ursprünglich erschienen: 13.03.2015

Da ist er plötzlich: DER Job. In einer tollen Organisation, in der richtigen Stadt, mit vielseitigen interessanten und herausfordernden Aufgaben. Sie passen auf’s Profil, das sehen Sie sofort. Nun müssen Sie nur noch Ihre/n TraumarbeitgeberIn davon überzeugen. Mit diesen Tipps wird Ihnen das sicher gelingen.

Wie schreibe ich ein Motivationsschreiben?

Klar, der Name sagt es: in einem Motivationsschreiben soll die Motivation dargelegt werden. Dies ist aber nur einer von mehreren wichtigen Punkten. Ein gutes Motivationsschreiben beantwortet drei Fragen:

  • Warum interessieren Sie sich für die Stelle?
  • Warum sind Sie der/die Richtige für die Position?
  • Welche Qualifikationen bringen Sie mit?

Auch wenn Sie mehrere Bewerbungen schreiben, sollten Sie sich Zeit für jedes einzelne Schreiben nehmen und maximal Passagen aus anderen Bewerbungsschreiben übernehmen. Denn Ihr Gegenüber merkt sehr schnell, ob Sie das Motivationsschreiben individuell auf die Organisation zugeschnitten haben – oder im schlechtesten Fall ein 08/15-Anschreiben geschickt haben, wie es an jeden Arbeitgeber gehen könnte.

Informieren Sie sich über die Organisation und bringen Sie diese zusätzlich recherchierten Informationen ins Schreiben ein. Machen Sie glaubhaft, dass Sie ein überdurchschnittliches Interesse an der Stelle haben, z.B. über persönliche Bezüge zu den Themen der Organisation. Ein bloßes „Ich möchte etwas Sinnvolles tun“ reicht an dieser Stelle nicht. Finden Sie ein gutes Gleichgewicht zwischen professionell und persönlich. Das Motivationsschreiben ist nicht der Ort für ausladende Geschichten aus der Kindheit oder die detaillierte Nacherzählung Ihrer Sinnsuche.

Vermeiden Sie ein bloßes Nacherzählen Ihres Lebenslaufes. Bringen Sie nur die für die Stelle relevanten Stationen ein sowie Erfahrungen, die im Lebenslauf vielleicht zu kurz kommen, aber explizit in der Ausschreibung gefordert sind. Ihr Gegenüber erwartet von Ihnen, dass die Informationen, die Sie hier geben, relevant für die Stelle sind. Eine intensive Beschreibung Ihrer Auslandserfahrung in Brasilien ist für eine Organisation, die nur in Deutschland agiert, also eher uninteressant.

Auch formal sollten Sie das Schreiben intensiv überarbeiten. Haben Sie sich kurz gefasst? Ein Motivationsschreiben sollte maximal zwei Seiten lang sein. Besser jedoch, Sie halten es knackiger und schreiben eine bis eineinhalb Seiten. Gestalten Sie das Schreiben durch Absätze gut lesbar und vor allem fehlerfrei. Wenn das Redigieren nicht Ihre Lieblingsaufgabe ist, holen Sie sich dafür Unterstützung aus Ihrem Umfeld.

Besonders QuereinsteigerInnen aus der Wirtschaft sollten genau auf Formulierungen achten: Sind im Anschreiben (oder auch im Lebenslauf) Begriffe, die fürs Gegenüber unverständlich sind? Nicht in jeder Organisation sind englische Wirtschaftsvokabeln und Fachbegriffe üblich und Sie erwecken schlimmstenfalls den Eindruck, Sie hätten kein Verständnis für die dortige Arbeitswelt.

Was macht einen guten Lebenslauf aus?

Ihr Gegenüber kennt Sie noch nicht. Der Lebenslauf soll einen ersten Eindruck von Ihrem bisherigen Tun geben und im Idealfall die Neugier auf Sie wecken. Dafür ist es aber wichtig, dass alle Informationen über Ihren Werdegang nachvollziehbar sind. Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Sind alle meine Erfahrungen strukturiert wiedergegeben? Kann mein Gegenüber erkennen, was Ausbildung, was Praxiserfahrung, was Ehrenamt, etc. ist?
  • Ist die Dauer jeder Station klar ersichtlich? Sind auch Lücken verständlich gemacht (z.B. 02/2014-08/2014 Arbeitssuche/ Sabbatical/ Reise)?
  • Ist die Sortierung aller Etappen antichronologisch, also vom Aktuellsten zum Vergangenen?
  • Kann sich mein Gegenüber bei jeder Etappe vorstellen, was ich dort getan habe? Sind bei den (wichtigsten) Praxiserfahrungen meine genauen Aufgaben und Tätigkeiten genannt?
  • Habe ich auch meine relevanten ehrenamtlichen Tätigkeiten erwähnt (dies ist besonders für Quereinsteiger wichtig, die dadurch erste Bezüge zur gewünschten Stelle herstellen können)?

Welche Unterlagen hänge ich an?

Stellen Sie sich die Frage, welche Anhänge relevant sind. Ein Nachweis Ihrer Ausbildung ist ein Muss, genauso wie Ihre bisherigen Arbeitszeugnisse. Alles Weitere ist abhängig von der Stelle. Sind spezifische Anhänge gewünscht (z.B. Arbeitsproben)? Weiterbildungszertifikate sollten Sie nur anhängen, wenn sie relevant für die Stelle sind.

Das Zertifikat vom Photoshop-Kurs können Sie sich also getrost sparen, wenn die Stelle nichts mit grafischen Gestaltungsaufgaben zu tun hat. Halten Sie Ihren Anhang so klein wie möglich (ideal sind 1-3MB) und fassen Sie möglichst alles in ein Dokument zusammen. Programme zum Verkleinern und Zusammenfügen von PDFs können Sie im Internet meist kostenlos herunterladen.

Soll ich anrufen?

Viele Bewerbungsbücher raten dazu, vor oder nach der Bewerbung unbedingt Kontakt zur Organisation zu suchen. Es ist aber nicht sinnvoll, mit fadenscheinigen Fragen anzurufen, um dann minutenlange Werbemonologe zu halten. Ihr Gegenüber wird das eher als Störung empfinden und Sie – wenn überhaupt – in negativer Erinnerung behalten.

In bestimmten Fällen werden Sie aber wirklich relevante Fragen haben, die vielleicht auch entscheidend für Ihre Bewerbung sind. Dann greifen Sie gerne zum Hörer. Halten Sie sich an die Regeln der Höflichkeit: Stellen Sie sich vor und fragen Sie zu Beginn, ob Ihr/e GesprächspartnerIn ein paar Minuten für Sie hat. Ihr Gegenüber wird Ihnen sehr dankbar dafür sein.

Alle Tipps beherzigt? Dann nichts wie los – Talents4Good drückt Ihnen die Daumen für die Bewerbung!