Titelbild: Emir Lebedev; The Generation Forest

Auch wenn es in den Medien nicht mehr präsent ist: der Amazonas brennt immer noch. Seit 2008 wurde nicht mehr soviel Waldfläche gerodet, wie in diesem Jahr – ein trauriger Rekord. Doch was kann man tun, um die, als irreperabler Schaden für unser Ökosystem geltende, Katastrophe zu kompensieren?

Wer sich diese oder ähnliche Fragen stellt, stößt bei der Internetrecherche schnell auf The Generation Forest. Sie betreiben eine aktive Aufforstung, welche von Mitgliedern getragen wird. Wir haben uns mit Oliver Jacobs, Head of Marketing & PR über The Generation Forest's Vision und Mission unterhalten.

Was ist „The Generation Forest” und welche Ziele verfolgt ihr?

The Generation Forest ist zuerst einmal unsere Genossenschaft. Dann ist es aber gleichzeitig auch noch unser Forstkonzept. Das ist bewusst zweideutig. Zum einen pflanzen wir mehrere Generationen neuer tropischer Regenwälder gegen den Klimawandel, dh. wir entnehmen dem Wald von Zeit zu Zeit zwar selektiv einzelne Bäume, pflanzen diese aber immer wieder sofort mit neuen Bäumen nach. Durch den Verkauf des Holzes zeigen wir, dass Wirtschaft und Umweltschutz keine Gegensätze sein müssen. Zum anderen sind unsere Wälder, da wir sie durch den Kauf des Landes schützen, für immer, also auch für kommende Generationen. Unsere Ziele sind also, neue Regenwälder für immer zu schaffen. Damit wollen wir das Klima retten, Trinkwasser aufbauen und faire Arbeitsplätze vor Ort schaffen.


Die Setzlinge und die Bepflanzung des Regenwaldbodens / Bilder: Emir Lebedev; The Generation Forest

Ist der Wald wirklich so wichtig für uns Menschen?

Ja, das ist er, davon sind wir überzeugt. Wälder sind mit die größten Speicher von CO2 und gelten daher als natürliche Klimalösung, welche direkt vor uns liegt. Wir müssen diese Chance nur nutzen. Wälder regulieren unser Weltklima, schaffen saubere Luft, speichern Trinkwasser und bieten vielen Tierarten ein Zuhause. Wälder stellen das größte Potential im Kampf gegen den Klimawandel dar. Und wir wollen so viele wie möglich davon pflanzen.

Warum, bzw. wie lohnt es sich, in Wald zu investieren?

Die meisten unserer Mitglieder investieren in unsere Wälder, weil sie in erster Linie einen positiven Wandel erzeugen möchten und sich gegen den Klimawandel engagieren wollen. Gleichzeitig wissen sie aber auch zu schätzen, dass unsere Wälder im Laufe der Zeit immer wertvoller werden, denn so wie der Wald wächst, so auch der Wert des Waldes. Holz ist zudem eine nachwachsende Ressource, welche nicht wie Erdöl oder Erdgas irgendwann einmal zur Neige gehen wird. Vor Allem aber bewirkt diese Investition Gutes, über Generationen hinweg.


Überall klaffen Löcher: Abgeholzte Fläche in unmittelbarer Nähe zu The Generation Forest's Aufforstungsfläche in Colon. / Bild: Emir Lebedev; The Generation Forest

Unternehmen wie Atmosfair unterstützen keine Waldschutzprojeke, unter anderem weil ein Wald „mindestens 50, wenn nicht 100 Jahre bestehen [muss], um eine nennenswerte Klimaschutzwirkung“ zu haben und sie es als einen „unsicheren Markt für CO₂-Kompensation“ sehen. Was habt ihr dem entgegenzusetzen?

Zuerst einmal sieht auch Atmosfair die Schaffung neuer Wälder als grundlegend positiv. Atmosfair kritisiert lediglich die Finanzierung über CO2-Kompensation, was wir gar nicht machen. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass viele Bäume in 20 oder 50 Jahren eventuell gar nicht mehr stehen. Dieses Risiko besteht natürlich immer, aber es ist sehr gering bei unserem Konzept, denn wir kaufen das Land, welches wir aufforsten, und schützen es so vor Missbrauch und Abholzung. Dadurch, dass wir meist auch noch Restbestände von Wald auf den Flächen haben, erzielt unser Wald direkt von Beginn an eine nennenswerte Klimaschutzwirkung. Tropische Regenwälder wachsen zudem wesentlich schneller als europäische Wälder, die Wirkung für das Klima ist dadurch schon kurz nach der Pflanzung gegeben. Dieser Benefit für das Klima vergrößert sich mit den Jahren der Aufforstung und des Wachstums kontinuierlich. Und das ist auch unser Ziel: Wir wollen Wälder pflanzen, die auch in 50 und 100 Jahren noch stehen und somit ihre volle Klimawirkung entfalten können.

Was sind eure Pläne für die Zukunft?

Wir möchten wachsen und noch viele Wälder pflanzen, ganz genau sogar 1.000 Hektar tropischen Regenwald bis zum Jahr 2022. Dafür brauchen wir viele Mitglieder aus aller Welt, die uns dabei unterstützen. Wir können uns vorstellen, in Zukunft auch in anderen Ländern außerhalb Panamas neue Wälder zu schaffen. Darüber hinaus möchten wir Menschen aus aller Welt dazu bewegen, es uns gleichzutun. Wir wollen unsere Idee einer ökologisch nachhaltigen Forstwirtschaft in die Welt tragen und gerne Vorbild für andere Waldprojekte werden. Vielleicht können wir so über das Engagement in der Genossenschaft hinaus dazu beitragen, dass Wirtschaft und Umweltschutz gemeinsam Hand in Hand arbeiten können. Das wäre eine gute Alternative zur Abholzung in Brasilien.

Hier könnt ihr mehr über The Generation Forest herausfinden.

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