Der „Trend“ sich sozial zu engagieren sowie soziale Verantwortung zu übernehmen, hat in den letzten Jahrzehnten sehr stark zugenommen. Die Mission eines Social Entrepreneurs ist es, einen sozialen Mehrwert zu generieren. Es ist also in erster Linie eine unternehmerische Tätigkeit, die sich für die langfristige Lösung sozialer Probleme einsetzt. Die Einsatzgebiete sind vielfältig, denn soziale Missstände finden sich in den unterschiedlichsten Tätigkeitsfeldern. Einige solcher Helden der sozialen Gesellschaft finden sich auch im Rheinland und davon möchten wir Dir fünf vorstellen.

Kochen als Integrationshilfe

Ursprünglich aus Berlin – jetzt auch in Köln: Ganz nach dem Motto „make the world a better plate“ wurde 2013 das Projekt „Über den Tellerrand kochen“ ins Leben gerufen. Die Idee ist genauso simpel wie genial: Durch gemeinsames Kochen das Thema Asyl aus einer neuen, positiven Perspektive zu beleuchten und Barrieren zu senken. Über den Tellerrand nutzt den Schnittpunkt aller Kulturen, um Integration zu schaffen. Durch das gemeinsame Kochen werden Flüchtlinge und Beheimatete auf Augenhöhe zusammengebracht. Das Projekt, unterstützt mit den Einnahmen aus Kochbuch und Kochkursen die deutschlandweite Über den Tellerrand - Community. In schöpferischen, kreativen und sportlichen Projekten begegnen sich dort regelmäßig Menschen unterschiedlichster Kulturen und lernen sich unbefangen kennen und schätzen.

Soziales Netzwerken mal anders

Die Ausrede „Ich weiß nicht wie ich mich sozial engagieren kann“ gilt nicht mehr. Helpteers.net ist ein Soziales Netzwerk für einfaches und zeitlich planbares Engagement. Jeder hat die Möglichkeit Projekte auf der Plattform einzustellen, oder selbst Helfer zu werden. Klar, direkt und schnörkellos.

Das Fundament zum neuen Start

Ca. 70 % der Geflüchteten brechen die staatliche Ausbildung vorzeitig ohne Abschluss ab. Gründe sind wenig Schulerfahrung, keine Fachsprachenkenntnisse und Traumata. Das Startup CUMICA möchte durch ein alternatives Ausbildungsprogramm diese hohe Abbruchquote verringern. Das Projekt integriert die Geflüchteten indem sie hier aufgewachsene und geflüchtete Jugendliche die gesamte Ausbildung im Tandem absolvieren lassen. Hierbei wird den Geflüchteten eine besondere Eigenständigkeit geboten, indem sie selbst Projekte planen und durchführen können. In jedem Ausbildungsberuf ist die Erlangung des Ausbildungstitels, auch ohne vorherige Ausbildung, durch die sogenannte Expertenprüfung möglich.

Auch das junge Startup EduApes möchte Bildung fördern und entwickelt eine Software, die kostenlose Onlinekurse anbietet. Durch das Programm werden Menschen in unterschiedlichen Kontexten dabei unterstützt gewaltfrei und empathisch zu kommunizieren. Die Software kann zum Schulen von Intra- und Interpersonellen Fähigkeiten eingesetzt werden. Dabei richtet sich der All-In-One Anbieter mit seiner Ausrichtung „Social Skills“ an Stiftungen, Personalabteilungen, BGM(Betriebliches Gesundheitsmanagement)-Abteilungen  und Schulen.

Die Grundlage für gesellschaftliche und wirtschaftliche Teilhabe bietet Daheim, eine Videotelefonie-Plattform für mobiles Lernen. Hier treffen Menschen, die Deutsch lernen möchten, auf engagierte Muttersprachler, die ihnen die deutsche Sprache und Kultur gern näherbringen. Dadurch unterstützt das Projekt besonders den Spracherwerb sowie den interkulturellen Austausch.

Social Entrepreneurs braucht das Land

Das Potential für soziale Geschäftsmodelle ist enorm. Sogenannte „Social Hubs“ sind ein weiteres Zeichen für den sich abzeichnenden Trend des sozialen Unternehmertums. Viele Innovationsinkubatoren bieten professionelle Beratung und Möglichkeiten der Vernetzung für Social Startups an. Es braucht jetzt weitere mutige  Gründer, die nicht nur auf reinen Profit aus sind, sondern die Welt ein kleines bisschen besser machen wollen.

Über die Autorin:

Ann-Kathrin Rudolf ist Studentin der Medienwirtschaft und arbeitet seit Oktober 2016 am Kölner Startup Inkubator STARTPLATZ im Bereich Marketing und PR. Der STARTPLATZ ist Inkubator und Treffpunkt für die rheinische Gründerszene. Startups werden gezielt bei der strategischen Weiterentwicklung und erfolgreichen Umsetzung ihrer Unternehmensideen unterstützt und können sich schnell ein starkes Netzwerk aufbauen.