Im Jahr 2016 ließen sich 162.397 Ehepaare scheiden. Dies hat meistens heftige Konsequenzen für alle Beteiligten. Die Eltern müssen sich jeweils ein neues Leben aufbauen, die Kinder damit klar kommen, dass sie von nun an nur noch bei einem der beiden Elternteile leben und der andere zu Besuch kommt, bzw. hin und her pendeln zwischen der Wohnung der Mutter und der des Vaters.

Bei all den Veränderungen, Herausforderungen und oftmals auch Streitereien wird eine kleine Nebensache oftmals nicht beachtet: Was tun mit dem Ehering? Das Symbol der Verbundenheit hat nun keinen Sinn mehr und wirkt eher als Symbol des Scheiterns und der verlorenen Liebe. Jedes Jahr werden so rund 300.000 Eheringe nutzlos.

Natürlich kann man ihn einfach in einer Schublade verschwinden lassen. Oder voller Wut in den Fluß werfen.

Oder, man macht etwas Sinnvolles damit.

Und spendet ihn an Scheidungsringe für Kinder. Indem man seinen Ehering dort spendet, hilft man Kindern, deren Eltern sich getrennt haben. Denn gerade wenn Vater und Mutter weit auseinander wohnen und einer der beiden immer weit reisen muss, um sein Kind zu besuchen, kann dies zu einer Herausforderung und finanziellen Belastung werden.

Die so finanzierten Programme Mein Papa kommt und Meine Mama kommt sollen die Bindung zwischen Kind und Eltern nach einer Trennung stärken. Getrennt lebenden Elternteilen werden so kostenfreie Übernachtungsmöglichkeiten bei ehrenamtlichen Gastgebern am Wohnort des Kindes vermittelt. Auch werden „Kinderzimmer auf Zeit“ zur Verfügung gestellt, in denen Eltern mit ihren Kindern spielen können. Dazu erhalten diese pädagogisches Eltern-Coaching.

Wie funktioniert die Spende?

Um deinen nicht mehr gebrauchten Ehering zu spenden, kannst du ihn an Scheidungsringe für Kinder schicken. Dort wird sein Wert von der ESG Scheideanstalt in einem Edelmetallprüflabor ermittelt, die dir dann auch den Wert mitteilt.

Du kannst dann entscheiden, ob du den Ring doch zurückhaben willst, oder ihn spendest. Dabei hast du die Möglichkeit, 100 % des Wertes zu spenden, oder auch nur einen Anteil. Dabei liegt der durchschnittliche Materialwert eines Eheringes bei 80 Euro. Durch schon 72 Euro kann ein halbes Jahr lang dabei unterstützt werden, sein Kind regelmäßig zu sehen.

Wer steht hinter dem Programm?

Das Unternehmen "Flechtwerk 2+1 gGmbH" mit Sitz in München ist der Träger des Programms. Die Idee dazu entstand 2008. Annette Habert wurde von einem Jungen gefragt: „Mein Papa besucht mich jedes Wochenende. Aber das geht nur im Sommer. Da kann er im Auto schlafen. Kannst du da was machen?“ Die Pädagogin war von der Vorstellung, dass Väter oder Mütter ihre Kinder nicht besuchen können, da ihnen die finanziellen Mittel für Hotelübernachtungen oder Zugtickets fehlen, sehr betroffen und so war die Idee zu „Mein Papa kommt“ geboren.

 

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