ursprünglich erschienen: 11.09.2014

 Mit 2aid.org hat jeder, der im Kampf gegen die extreme Armut helfen möchte, die Möglichkeit sich voll und ganz einzubringen - mit eigenen Projekten, Ideen und Skills, die durch das innovative, internationale Team und deren Advisory Board nachhaltig eingebracht und umgesetzt werden. Mit den gesammelten Spenden baut 2aid.org Brunnen in Uganda, um die saubere Wasserversorgung vor Ort zu gewährleisten.

Im Interview erzählt Anna, wie Du Dich bei 2aid.org einbringen kannst und wie die Organisation es schafft, dass 100% der Spenden auch wirklich direkt vor Ort in Uganda eingesetzt werden.

Was war die Motivation dahinter 2aid.org zu starten?

Aufgrund meiner Herkunft - meine Eltern flohen Anfang der 80er Jahre vor dem Bürgerkrieg in Sri Lanka - habe ich mitbekommen, wie schlimm ein Leben in Armut ist und wie unglaublich privilegiert „wir hier“ sind. Deshalb hatte ich stets des Drang etwas „zurückzugeben“.

Ich wollte beruflich jedoch nicht unbedingt in die Richtung Entwicklungszusammenarbeit gehen, um mich dann von einer Organisation anstellen zu lassen. Meiner Meinung nach sollte jeder, auch wenn man beruflich nicht im Sektor tätig ist, die Gelegenheit haben sich neben der Arbeit zu engagieren. Mein Ziel war es also mit 2aid.org jedem die Möglichkeit zu geben mit seinen Fähigkeiten oder Interessen etwas Gutes zu tun. Deshalb kann sich bei uns jeder individuell einbringen und „sein Ding“ machen, um Menschen den Zugang zu sauberem Wasser zu verschaffen. Dazu muss man nicht bei uns angestellt sein, regelmäßige Aufgaben oder einen ganzen Aufgabenbereich übernehmen - man kann sich frei engagieren und zum Beispiel eine MyAid-Aktion starten. Dabei verzichtet man zu seinem Geburtstag/Weihnachten/Jubiläum/Hochzeit etc. auf Geschenke und sammelt stattdessen Spenden für das „eigene“ Wasserprojekt. Dazu stellen wir eine Unterseite auf unserer Website zur Verfügung, die man mit einem Video oder Foto und ein paar Worten zu seiner Aktion füllen kann. Auch Unternehmen können so Aktionen planen, wie zum Beispiel einen Firmenlauf, um damit ein Wasserprojekt zu finanzieren, das im Betonrand dann auch den Namen des Unternehmens (oder der Person) tragen kann.

Es gibt bereits einige Organisationen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, jedem Zugang zu sauberen Wasser zu verschaffen- Wie unterscheidet ihr euch von anderen?

Das Besondere an uns ist, dass wir komplett online arbeiten. Wir kommunizieren sowohl intern, als auch extern via Social Media und andere Online-Tools. So kann sich jeder von zu Hause aus engagieren, wir sparen Kosten für ein Büro und ähnliches und unsere Unterstützer können durch unsere Posts transparent und zeitnah sehen, was mit ihren Spenden passiert.

Außerdem arbeiten wir alle ehrenamtlich, neben unserem „normalen“ Leben mit Beruf, Studium, Familie, Freunden und allem, was sonst noch dazu gehört. Dadurch können wir 100 % der Spenden tatsächlich in die Wasserprojekte geben. Für Kosten, die zum Beispiel bei unserer jährlichen Monitoring-Reise entstehen, haben wir ein separates Konto - dieses speisen wir mit Preisgeldern. Man kann uns auch ein „Trinkgeld“ spenden, die Entscheidung liegt aber ganz klar beim Spender.

Ebenso besonders ist unser Monitoring - nicht nur, dass unsere Partnerorganisation uns immer - wenn die ugandische Internetverbindung es denn zulässt - zeitnah mit Bildern und Beschreibungen des Projektfortschritts versorgt, wir fahren auch einmal im Jahr nach Uganda, um uns jedes Projekt, das wir im Zeitraum seit der letzten Reise realisiert haben, anzusehen und mit den Menschen zu sprechen. So haben wir für jedes Projekt auf unserer Website eine eigene Projektseite mit allen Details zur Situation vor und nach der Realisierung, Fotos und GPS-Koordinaten.

Wolltest Du immer im sozialen Sektor arbeiten? Hast Du auch Erfahrungen in anderen Sektoren gesammelt?

Es war für mich immer klar, dass ich etwas soziales machen möchte - schon als kleines Mädchen wollte ich Ärztin werden. Mein jetziges Engagement für 2aid.org ist da eigentlich keine Überraschung.

In anderen Sektoren habe ich nur in soweit Erfahrung, dass ich schon diverse Nebenjobs hatte - unter anderem in einer Fastfoodkette. Heute würde ich so einen Job nicht mehr machen - eher würde ich versuchen über tbd* einen tollen Job zu bekommen. ;)

In jedem Sektor gibt es Auf und Abs. Was war bis jetzt der größte Erfolg bei 2aid.org?

Für mich ist jedes realisierte Wasserprojekt der größte Erfolg, den wir haben können. Der Zugang zu sauberem, sicherem Wasser bedeutet für die Menschen die Möglichkeit sich in ihrem Leben weiter zu entwickeln. Zeit, die sonst damit verbracht wurde, Wasser zu holen oder durch unsauberes Wasser krank zu sein, kann jetzt dazu genutzt werden, zur Schule zu gehen oder Einkommen durch zum Beispiel Landwirtschaft zu generieren.

Tolle Erfolge sind für uns natürlich auch die Anerkennung und die Wertschätzung, die wir für unsere Arbeit erhalten - von den unterschiedlichsten Menschen und Institutionen. Dieses Jahr durften wir zum Beispiel an der Wirkungsschmiede von PEP, einem Programm von Ashoka für junge Engagierte teilnehmen - diese Art der Wertschätzung von Menschen, die in dem Sektor arbeiten, ist natürlich besonders schmeichelhaft. Ein weiterer Erfolg in diesem Jahr ist die Nominierung zur „goldenen Bild der Frau“ - dafür erhalten wir 10.000 € und können, wenn wir den Leserpreis gewinnen, noch einmal 30.000 € dazubekommen. Solche Ereignisse geben uns natürlich immer wieder große Motivationsschübe.

Bitte teile auch die 5 Top Learnings mit uns – Was würdest Du anderen empfehlen, wovon abraten?

Empfehlen würde ich jedem, der denkt „Hmm, vielleicht sollte ich das mal machen.“ oder „Ich würde dieses und jenes ja eigentlich ganz gerne machen“, es einfach zu tun! Man findet beinahe immer jemanden, der eure Vision teilt und verrückt genug ist mitzumachen. Außerdem hilft es immer und mit jedem über eure Idee zu sprechen - Lösungen für Probleme, an denen ihr schon länger knabbert, sind durch eine andere Sichtweise oft schnell gelöst.