ursprünglich erschienen: 28.11.2015

Klimawandel, Terroranschläge und tausende Tote auf der Flucht nach Europa. Die schlechten Nachrichten überhäufen sich momentan. Das ist nicht nur sehr traurig, sondern verklärt auch zu häufig den Blick auf das was wirklich zählt: Die Lösungen! 

Um mehr Menschen anzusprechen und zu bewegen etwas zu tun, sollten wir nicht nur von schlechten Nachrichten erschlagen,  sondern mit positiven Lösungsbeispielen motiviert und inspiriert werden. Nur so haben wir die Möglichkeit, gemeinsam unsere Umwelt und das Ökosystem zu schützen, dem Terror die Schranken zu weisen und die Geflüchteten willkommen zu heißen. 

Das Problem: Bad News is Good News

Kommunikation ist hier ein enorm wichtiges Feld. Sie macht aufmerksam, informiert und gestaltet das Bild, dass in der Öffentlichkeit zu einem Thema vorherrscht und soll Vertrauen schaffen.

Der Mainstream-Journalismus ist in inhaltlicher und sprachlicher Hinsicht überwiegend negativ geprägt. Bad News is Good News.

Die Folgen: Ein zu negatives Weltbild, das nicht der Realität entspricht, Hilflosigkeit und Zynismus.

Die Antwort: Konstruktiver Journalismus

Konstruktiver Journalismus möchte dieser Entwicklung entgegenwirken. Er ist eine Erinnerung an die ursprüngliche Definition und die Prämisse des Journalismus, Ereignisse und Sachverhalte wahrheitsgemäß, neutral und objektiv darzustellen und erweitert diese Definition um den Anspruch positiv, lösungsorientiert und zukunftsweisend zu berichten.

Dabei werden neben Problemen und Herausforderungen auch bereits umgesetzt oder mögliche Lösungen diskutiert.

Erste Studien haben gezeigt: Texte mit Lösungen führen bei den Leser*innen zu mehr Verständnis, positiven Emotionen und einer erhöhten Handlungsbereitschaft. Das heißt: Die Auswirkungen sind gegenteilig zu denen, die die problemfokussierte Berichterstattung auslöst.

Das beste Beispiel: Gäbe nicht die Darstellung der vielen fairen Bioprodukte, foodsharing Initativen und unzähligen, innovativen Solarlösungen ein viel insipierendes Nachrichtenbild als Beiträge geprägt allein von schmelzenden Gletschern und versmogten Städten?!

Wahrhaftiger, lösungsorientierter Journalismus ist eine Chance für eine lösungsorientierte Gesellschaft, die die Herausforderungen unserer Zeit mit HandsOn - Mentalität und Zuversicht meistern kann. Lasst uns von den Lösungen her denken!

8 großartige Plattformen des konstruktiven Journalismus in alphabetischer Reihenfolge

A Plus

bietet seinen Lesern positiven Journalismus mit der Intention eine Alternative zu bieten in dem sie von alltäglicher Menschlichkeit berichtet und damit sozialen Wandel inspiriert.

Innerhalb weniger als einem Jahr hat die Online Plattform es auf 30 Millionen monatliche Leser geschafft und ist eine der Top 100 Websites der USA.

Kater Demos – Das utopische Politmagazin

Lösungsorientiert: an und in die Zukunft denken – und zwar aller die etwas verändern und verbessern wollen. Sich politisch ohnmächtig fühlen war gestern.

Reflektiert: Einfach mal Zeit haben, einem Gedanken länger als bei Twitter nachzugehen, ihn umzuwälzen und von allen Seiten hinterfragen.

Ohne jede Werbung. Hier könnt ihr das Gründer-Interview mit Kater Demos lesen. 

Perspective Daily

will lösungsorientiert über die wichtigen Fragen unserer Zeit berichten, Zusammenhänge erklären, klare und unterhaltsame Beiträge, neue Perspektiven und Lösungen aufzeigen. Ein unabhängiges Medium ohne Werbung, finanziert durch seine Mitglieder. Der Start erfolgt im Januar 2016 im Rahmen einer Crowdfunding-Kampagne.

Place To B

Während der UN Klimakonferenz vom 30. November bis 11. Dezember in Paris wird ein Hostel im Zentrum der Stadt zu einem Ort, an dem über 600 Kreative, Journalisten und Kommunikationsexperten darüber nachdenken wie sie Kommunikation so gestalten können, dass tatsächlich alle Menschen motiviert werden dazu beizutragen etwas für den Klimaschutz zu tun. Die „Transformational Media Summit“ (http://www.tmsummit.org/paris), Workshops, Co –Working, Netzwerken. Zwei Wochen lang werden hier „new climate stories“ geschrieben.

Positive News (London)

Der Name ist Programm – über positive Entwicklungen in der Welt  berichten und die Aufgaben unserer Gesellschaft aus einer lösungsorientierten Perspektive betrachten. Mit ausgewogenem, konstruktivem und fesselndem Journalismus seine Leser informieren, inspirieren und empowern.

Positive News wurde durch Crowdfunding möglich und gehört nun seinen Lesern, Unterstützern und Autoren:

Solutions Journalism Network

möchte kreative Lösungen für die großen gesellschaftlichen Probleme anbieten und damit die Kultur des Journalismus transformieren. Wer nur über Probleme schreibt, erzählt nur die halbe Geschichte. »The Whole Story« ist das Motto des Netzwerks. Investigative und kritische Berichte von Menschen die lösungsorientiert arbeiten. Dabei nicht nur darlegen welche Projekte funktionieren, sondern auch wie und warum sie funktionieren oder aber auch warum nicht. Das Netzwerk bietet auf seiner Website kostenfrei Tools für lösungsorientierten Journalismus an, arbeitet mit USamerikanischen Universitäten und Nachrichtenredaktionen zusammen und gibt dort Workshops und Coachings.

The New York Times / Online Kolumne „Fixes

Jede Woche werden in dieser Online Kolumne der New York Times Initiativen vorgestellt, die Lösungen zu den unterschiedlichsten sozialen Problemen anbieten und was deren Rezept für den Erfolg ist.

Einer der Autoren ist David Bornstein, co-founder des Solutions Journalism Network.

Transformational Media Initiative

Die Medien sollen der Menschheit und dem Planeten dienen. Konstruktive Nutzung der Medien um soziale, ökonomische und ökologische Aufgaben zu lösen. Ein internationales Netzwerk von Leuten die ihre kreativen und unternehmerischen Fähigkeiten gemeinsam für die Umsetzung von Ideen für eine bessere Art zu leben nutzen.

Über die Autorin:

Annekathrin Otto, PR Beraterin und Veranstaltungskauffrau, schiebt mit ihrem Kommunikationsbüro Gruen Schlau & Partner den ökosozialen Wandel mit an. Ihre Philosophie ist dabei einfach, positiv und lösungsorientiert möglichst weit in Richtung Mainstream zu kommunizieren. Zufriedene Kunden sind unter anderem Change Maker wie der Regisseur Valentin Thurn (Taste The Waste, 10 Milliarden), das Transformationsfestival Forever Now und der Co-Working Space Thinkfarm. Außerdem schreibt sie in ihrem Blog "eco me eco you" über kleine und große Ideen, Aktionen und Inspirationen für eine grünere Welt.