ursprünglich erschienen: 04.09.2014

Vor ein paar Wochen nahmen wir am Impact Hub Themepark zum Thema Venture Capital vor Startups teil und lernten Franziska Schaefermeyer kennen. Franziska ist Investment Manager bei Tengelmann Ventures und hat die Gründung eines zusätzlichen Fonds für die Investition in Sozialunternehmen betreut - Tengelmann Social Ventures.  Im "Hot Seat" Interview erzählt sie uns was sie sich von anderen VCs wünschen würde und was sie Gründern empfiehlt, die darüber nachdenken einen VC ins Boot zu holen. 

Franziska – du hattest die Chance bei Tengelmann Ventures eine Impact Investing Strategie aufzubauen. Wie kam es dazu?

2011 investierten wir in Coffee Circle, weil wir schon damals die Idee von sozialen Unternehmen als sehr innovativ empfanden. Aufgrund der positiven Entwicklung und Resonanz, die wir mit Coffee Circle erhielten und bis heute erhalten, entstand bei uns die Idee, diese Aktivitäten weiter auszubauen. Ende 2012 wurde somit die Tengelmann Social Ventures GmbH gegründet mit dem Ziel Sozialunternehmen zu finanzieren und zu fördern. Unsere Mission lautet: Social Impact First, Financial Impact Second.

Was war bisher das größte Highlight? Was würdest du dir wünschen?

Das Highlight ist, dass ich bei Tengelmann Ventures die Chance hatte eine Einheit zu gründen, die in Sozialunternehmen investiert. Das ist eine Besonderheit und in Deutschland auch der einzige VC, der beide Aktivitäten verfolgt. Ich würde mir wünschen, dass andere VCs auch diese Möglichkeit hätten oder dies in Betracht ziehen würden.

Du hast sicherlich einen sehr spannenden Job - was würdest Du jemandem raten, der/die auch gerne Impact Investing machen würde?

Auf jeden Fall sollte jeder, der Interesse hat, sich intensiv mit der Szene beschäftigen und sowohl viele Sozialunternehmer als auch Impact Investoren kennenlernen. "Das Netzwerken ist hier sehr wichtig." Zu überlegen wäre auch sich z.B. in UK nach einem Job umzuschauen, da UK bezüglich Impact Investing viel weiter ist als Deutschland.

Mittlerweile kennst Du Dich bestens im Bereich Social Business aus und weisst was funktioniert bzw, was nicht funktioniert. Was ist für Dich ein Beispiel für ein erfolgreiches Social Business und warum?

Ich möchte an dieser Stelle kein bestimmtes Social Business erwähnen, da „erfolgreich“ sehr stark von unterschiedlichen Definitionen abhängig ist. Selbstverständlich sind die drei Social Businesses (Coffee Circle, KIDDIFY und dotHIV), die Tengelmann Social Ventures im Portfolio hat, für mich in Deutschland Vorzeigemodelle. Weitere, die mich begeistert und inspiriert haben, sind u.a. folgende: TOMS, TerraCycle, oneworldfutbol.

Was würdest Du jemandem raten der/ die gründet und sich überlegt, einen VC an Bord zu holen?

Ich würde jedem raten, der gerade gründet noch KEINEN VC an Bord zu holen. Die klassischen VCs möchten erst bestimmte Traction (erste Umsätze, steigende KPIs) sehen. Wenn jemand gerade gründen möchte, dann sollte der Gründer erst versuchen Business Angels für seine Idee und für sich gewinnen zu können. Dazu zählt die Überzeugungskraft des Gründers und die Passion für die Idee. Ein gutes Indiz ist, wenn der Gründer bereits schon mit eigenem Geld in seine Idee investiert hat.

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