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Header: Lena mit ihrem Podcast Gast Omar © Welthungerhilfe

Eine Arbeit mit der man Gutes bewirkt, Menschen hilft oder sogar Stabilität in ganze Landstriche bringt – das ist der Traum von vielen Menschen. Für Mitarbeiter*innen des Deutschen Welthungerhilfe e.V. ist er bereits Realität. Die Hilfsorganisation und ihre etwa 2800 Beschäftigten haben seit ihrer Gründung über 9.830 Hilfsprojekte auf der ganzen Welt realisiert. Doch wie genau arbeitet die Welthungerhilfe? Wie sieht die Arbeit vor Ort aus und welche Themen beschäftigen die Mitarbeitenden?

Um diesen und noch unzähligen weiteren Fragen auf den Grund zu gehen, hat die Welthungerhilfe im August 2020 den Podcast “Welthungerhilfe direkt” ins Leben gerufen. Dort bespricht Moderatorin Lena Binder mit einer vielfältigen Auswahl an Gästen Erfahrungen und Erlebnisse aus den weltweiten Projektländern der Welthungerhilfe. Dabei kommen nicht nur die Mitarbeiter*innen mit ihren persönlichen Erlebnissen zu Wort, sondern auch Freund*innen der Organisation bereichern die Zuhörer*innen mit ihren Perspektiven. Wir haben uns mit Moderatorin Lena Binder zu einem Interview verabredet, um alles über den Podcast herauszufinden und ihre Lieblings-Anekdoten und Erkenntnisse zu erfahren.


Lena (rechts) mit ihrem Podcast Gast Joyce

tbd*: Hallo liebe Lena! Willst du uns einmal das Konzept des Podcasts näherbringen?

Lena: Klar, gerne! Zum einen ist das Konzept, die Arbeit der Welthungerhilfe erlebbar und nahbar zu machen. Also zum Beispiel jemandem, der oder die sich für die Arbeit der Welthungerhilfe interessiert, eine Möglichkeit zu bieten, tief einzutauchen. Gerade auch in Orte und Länder, die weit weg oder sogar schwer zugänglich sind. Zum Teil sind das Länder, in denen Krieg herrscht, wo die Armut groß ist und wir in isolierten Regionen unterwegs sind.

Zum anderen suchen wir immer Gäste, die eine persönliche Geschichte zu erzählen haben. Dabei geht es nicht so sehr um fachliche Themen, also dass wir versuchen würden, unsere Arbeit fachlich bzw. technisch zu erklären, sondern wir wollen die persönlichen Geschichten der Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen der Welthungerhilfe erzählen. Unsere Mitarbeiter*innen machen in ihrer Arbeit zum Teil sehr intensive Erfahrungen, die sie auch persönlich stark prägen. Zusammengefasst kann man also sagen: das Konzept des Podcasts ist es, persönliche und ungefilterte Geschichten zu erzählen und die Arbeit der Welthungerhilfe damit erlebbar und transparent zu machen.

tbd*: Wie lange machst du diese Arbeit bereits und was hast du vorher gemacht?

Lena: Den Podcast moderiere ich, seitdem der Podcast existiert, seit August letzten Jahres. Wir haben dieses Format – wie viele andere auch – während der Corona Zeit konzipiert, als solche digitalen Angebote plötzlich noch wichtiger geworden sind. Ich war zu dem Zeitpunkt in einer anderen internen Funktion beschäftigt, und zwar als Vorstandsreferentin. Zwei Marketing-Kollegen kamen dann mit der Idee auf mich zu und ich bin in die Konzeptentwicklung des Podcasts mit eingestiegen, habe einfach meinen Hut in den Ring geworfen und gesagt, dass mir gut vorstellen könnte zu moderieren. Auch weil ich selbst ein großer Podcast Fan bin. Inzwischen habe ich die Leitung des Engagement Teams übernommen, in dem der Podcast auch produziert wird.

tbd*: Wie wählst du, bzw. das Engagement Team, die Interviewpartner*innen aus?

Lena: Wir versuchen, wirklich sehr vielschichtige Perspektiven in den Podcast einzubringen und sprechen daher sowohl mit internen als auch mit externen Gästen. Natürlich gibt es dabei immer irgendeine Verbindung zu unserer Arbeit. Zum Beispiel habe ich zuletzt mit einer Aktivistin von Fridays for Future gesprochen, habe mich mit Eckart von Hirschhausen über den Klimawandel unterhalten oder habe Benjamin Adrion, den Gründer von unserem Kooperationspartner Viva Con Agua, eingeladen.

Interne Gäste sind einerseits Mitarbeiter*innen, die ich schon kenne. Ich lade aber zum Beispiel auch Kolleg*innen ein, weil sie in einem Meeting etwas Spannendes erzählt haben und ich merke: daraus könnte man eine Geschichte bauen. Eine Kollegin hat mal in einem Nebensatz erwähnt: “Immer, wenn ich nach Kabul, Afghanistan, komme, fühle ich mich sofort zuhause.” Diese Aussage fand ich sofort spannend. Eine Deutsche, die hier arbeitet, sich aber in Kabul zuhause fühlt? Was ist es wohl, was sie dort so fasziniert? Daraufhin habe ich sie gefragt, ob sie mit mir darüber im Podcast reden möchte.

tbd*: Welche Besonderheiten beinhaltet ein Job bei der Welthungerhilfe? Sind Dir Gemeinsamkeiten bei deinen Interviewpartner*innen aufgefallen, wie z.B. das sich in der Fremde zuhause fühlen der soeben zitierten Kollegin?

Lena: Tatsächlich ist das Thema “Wo bist du eigentlich zuhause?” ein wiederkehrendes, wenn ich mit Gästen spreche, die im Ausland arbeiten. Ich stelle diese Frage häufig, weil das oft ja sehr vielschichtige Werdegänge sind, die mir im Gespräch begegnen. Zuletzt war eine Kollegin eingeladen, die in Afghanistan, in Myanmar, in Nordkorea und jetzt in Simbabwe für uns arbeitet und da stellt sich einem ebenfalls die Frage: ist man in so einem Fall am Ende überhaupt irgendwo zuhause? Oft gibt es auf diese Frage kein eindeutiges Ja oder Nein.

Was den Kolleg*innen grundsätzlich gemein ist, ist tatsächlich eine intrinsische Motivation, eine Faszination für unsere Arbeit und der Wunsch, weiterzumachen. Also egal was passiert, egal wo man ist, sich nicht unterkriegen zu lassen und aus der Arbeit an sich viel Motivation und Zuversicht zu ziehen und wider aller Umstände immer weiter zu machen. Das stelle ich in den Gesprächen oft fest.


Klickt auf das Bild um in den Podcast der Welthungerhilfe reinzuhören!

tbd*: Eine Nachfrage dazu: wie sieht denn der Prozess aus? Werden Mitarbeiter*innen in neue Länder berufen oder kann man sich einfach intern bewerben?

Lena: Man kann sich, egal wo man sich befindet, einfach auf jede offene Stelle bewerben. Also wenn man den Wunsch hat, das Land zu wechseln oder von hier ins Ausland zu gehen, dann kann man sich proaktiv bewerben. Wir achten allerdings darauf, dass niemand zu lange an einem Ort bleibt. Es ist einfach erfahrungsgemäß sinnvoll, alle paar Jahre den Standort zu wechseln. Die Situation in den Einsatzländern ist teilweise sehr intensiv und extrem. Da braucht man irgendwann wieder einen gewissen Abstand, weil man sonst zu sehr in der Gemengelage eines Landes eintaucht und so die Distanz verliert, die manchmal wichtig ist, um gute Arbeit zu leisten. Oft liegt tatsächlich der Wunsch bei den Leuten selbst, zu wechseln, während wir und unsere Personalabteilung auch darauf achten, dass diese Aufenthalte so um die 5 Jahre nicht unbedingt übersteigen. Auch, wenn es durchaus längere Aufenthalte geben kann.

tbd*: Bei all den Podcast, die du bisher geführt hast: gibt es eine Anekdote, die dich besonders überrascht hat, bzw. dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Lena: Da gibt es viele! Aber es gibt da tatsächlich ein Gespräch, dass mich im Nachhinein immer wieder berührt hat. Und zwar habe ich mit meinem Kollegen Omar gesprochen. Er ist studentischer Mitarbeiter in unserer Innovationsabteilung und kommt aus Syrien – ist also vor einigen Jahren aus Syrien nach Deutschland gekommen. Unabhängig von seinem Tätigkeitsbereich ist es für ihn immer spannend zu sehen, was die Welthungerhilfe in seinem Heimatland macht. Diesen Blick von Deutschland auf Syrien, aus seiner syrischen Perspektive, fand ich schon sehr interessant und bewegend, genau wie seine persönliche Geschichte. Er berichtet im Podcast über das Schicksal seines Landes, und das kann kein anderer so nachvollziehbar leisten, wie jemand, der selbst dort gelebt hat. Ganz konkret hat mich aber der Punkt zum Schmunzeln gebracht – ja sogar emotionalisiert – als er erzählte, dass er seiner Familie in Syrien von dem Podcast erzählt hat. Seine Familie wollte das natürlich hören, sie waren stolz und berührt, dass er über Syriens Situation in Deutschland informiert. Das Problem war, dass sie nichts verstehen konnten, weil der Podcast ja auf Deutsch ist. Sein Bruder, der auch Deutsch kann, hat dann das komplette Gespräch übersetzt, bzw. inhaltlich wiedergegeben und als Sprachnachricht auf Whatsapp an die gesamte Familie geschickt. Das fand ich so stark: die Geschichte, die er mit uns geteilt hatte, aber auch, dass er diese dann sprachlich wieder in die arabische Sprache zurückgeführt hat. Ich fand das wirklich sehr eine bewegende Aktion.

tbd*: An wen richtet sich der Podcast genau – wer sollte unbedingt mal reinhören?

Lena: Ich wurde schon öfter gefragt: richtet sich der Podcast eher an Menschen, die der Welthungerhilfe schon nahestehen oder an diejenigen, die uns vielleicht noch gar nicht kennen? Wahrscheinlich an beide gleichermaßen.

Jemand, der*die sich bereits für die Arbeit der Welthungerhilfe oder generell für das Thema Entwicklungszusammenarbeit interessiert, hat durch den Podcast die Gelegenheit, tatsächlich tiefer einzutauchen und ein genaueres Bild davon zu machen, wie unsere Arbeit abläuft. Welche Zusammenhänge es gibt, die Menschen hinter den Projekten kennenzulernen – ich glaube, das ist einfach eine zusätzliche Bereicherung, wenn einen das Thema grundsätzlich interessiert. Allerdings bin ich der Meinung, dass auch jemand der mit Entwicklungszusammenarbeit gar nichts zu tun hat oder sogar kritisch darauf blickt, gerade über den Podcast die Möglichkeit hat, sich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen. Wir versuchen, im Podcast auch ganz bewusst selbstkritisch zu sein und auch Dinge zu reflektieren, wo wir noch nicht so gut sind, bzw. wo Verbesserungspotential existiert. Durch diese transparente Reflexion bzw. die kritische Diskussion, öffnet sich bestimmt ein Fenster für jemanden, der*die Vorurteile oder Zweifel hat. Durch den Podcast kann man nachvollziehen, wie wir mit Kritik umgehen.

tbd*: Meinst du mit kritisch hinterfragen, dass ihr auch interne Strukturen im Gespräch überdenkt oder irgendwie neue Erkenntnisse, bzw. neue gesellschaftliche Strömungen gemeinsam mit den Gesprächspartner*innen reflektiert?

Lena: Es geht zum Beispiel immer mal wieder um die Frage, ob Entwicklungszusammenarbeit nicht eigentlich etwas Auferlegtes sei. Also, dass wir aus Deutschland behaupten, wir hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen und tragen das so in die Welt. Wie nehmen wir diesen Gedanken intern auf und was halten wir davon? Unsere Arbeit basiert immer auf lokalen Bedürfnissen – wir erfragen die lokale Perspektive, entwickeln Ansätze immer gemeinsam mit Partnerorganisationen und der Bevölkerung vor Ort. Wir arbeiten quasi nicht für die Zielgruppe, sondern mit ihnen zusammen. Nur so können Lösungen nachhaltig sein. Und trotzdem gibt es sicherlich Projekte, bei denen uns das nicht ausreichend gelungen ist. Das ist das, was ich mit Selbstkritik meine. Wir beschreiben jetzt im Podcast nicht explizit irgendwelche internen Prozesse, die gerade vielleicht nicht so rund laufen, aber im Gesamtblick auf die Entwicklungszusammenarbeit versuchen wir, unsere Ansätze zu erklären, warum wir Dinge so tun, wie wir sie tun und würden dann aber auch transparent aufzeigen, wo wir Verbesserungsbedarf haben.

tbd*: Was habt ihr für die Zukunft des Podcasts geplant?

Lena: Grundsätzlich läuft der Podcast weiter und alle zwei Wochen kommt mittwochs eine neue Folge raus. Ich freue mich da auf weitere spannende interne und externe Gäste. Gerade von extern erhoffe ich mir, dass wir da vielleicht auch noch Stimmen aus einem anderen Sektor finden. Es ist wichtig, dass wir nicht nur in der eigenen Blase unterwegs sind, sondern auch mal etwas weiter weggehen und mit jemandem sprechen, der uns nicht super gut kennt, damit auch andere Perspektiven Gehör finden.

Ansonsten mache ich mir Gedanken – ohne ein konkretes Versprechen machen zu können [lacht] – inwieweit man den Podcast auch noch mit Interaktionsformaten kombinieren könnte. Dass man zum Beispiel, wenn noch Fragen im Nachgang eines Interviews offen sind, die Möglichkeit hat, das Gespräch als Live Talk weiterzuführen. Also das Format noch weiterzuspinnen und auch den Zuhörer*innen die Gelegenheit zu bieten, Fragen zu stellen. Das fände ich eine spannende Entwicklung und eine Erweiterung des Formats.

Höre dir hier die Folgen des "Welhungerhilfe direkt" Podcastes an!

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