Die kniffligste Sache, die man tun muss, bevor man seine Bewerbung abschicken kann, ist für viele vermutlich das Verfassen des Anschreibens. Wie soll man überhaupt damit beginnen? Es folgt ein unendlicher Vorgang bestehend aus schreiben, löschen, schreiben, löschen – immer und immer wieder.

Keine Sorge, das haben wir alle schon erlebt, und daher gibt es für dich diesen Leitfaden, der dir dabei helfen wird, eine Bombe von einem Anschreiben zu verfassen, welches deine*n zukünftige*n Arbeitgeber*in nachhaltig begeistern wird.

  1. In der Kürze liegt die Würze
  2. Nicht den Lebenslauf in Textform bringen
  3. Generelle Ansprache = weniger Chancen
  4. Keine Negativität
  5. Korrekturlesen (lassen)!
  6. Der Anfang macht den Ton
  7. Schau genau hin und liefer Beispiele
  8. Zeig, wer du bist

In der Kürze liegt die Würze

Das Anschreiben ist nicht der richtige Platz, um über deine "Liebe zur Küche" oder "Leidenschaft für Mode" zu philosophieren. Weniger ist hier mehr, also beschränke dich auf maximal drei Absätze, d.h. nicht mehr als eine halbe Seite. Achte darauf, die Aufmerksamkeit des*der Leser*in zu wecken, indem du Neugierde, Interesse an dem Fachgebiet und vor allem deine Persönlichkeit darbietest; dies kann in Form interessanter, spezifischer historischer Fakten oder in Form einer prägnanten Erklärung darüber erfolgen, warum genau der betreffende Berufsbereich oder das betreffende Unternehmen dein Interesse geweckt hat.

Nicht den Lebenslauf in Textform bringen

Bewerbungsschreiben sind keine Lebensläufe in Form von Absätzen! Bedenke immer, dass dem Schreiben in den meisten Fällen dein Lebenslauf angehängt wird – entweder in Papierform oder elektronisch. Verwende dein Anschreiben also, um die Punkte deines Lebenslaufs hervorzuheben. Verwende dabei bitte keine Ausdrücke wie "Mein Name ist ___ und ich bewerbe mich für ___". Erwähne ruhig den Namen des betreffenden Unternehmens, und bemüh dich, die Personaler*innen von deinem aufrichtigen Interesse an der Besetzung der Stelle in ihrem Team zu überzeugen.

Nutze die Gelegenheit, um einen faszinierenden Einblick in deine Hintergrundgeschichte zu gewähren, ohne dabei deine persönlichen Stärken aufzuführen; erkläre stattdessen genau, was du für das Unternehmen konkret tun kannst. Aber Vorsicht: dabei solltest du veremeiden, zu eingebildet zu klingen. Hochtrabende Behauptungen wie "Ich bin die*der Beste ___ für den Job" gehören nicht in ein Anschreiben.

Generelle Ansprache = weniger Chancen

Ein allgemein gehaltenes Schreiben kommt unprofessionell und faul rüber. Wenn du dir nicht mal die Mühe machen kannst, den Namen der*des richtigen Ansprechpartner*in herauszufinden, bist du höchstwahrscheinlich nicht für die Aufgaben der Position geeignet; zumindest wird das das Unternehmen glauben. Lassen dich also nicht durch Fahrlässigkeit von deinen Chancen abhalten. Wenn du absolut nicht herausfinden kannst, an wen du dich wenden sollst, wendes dich einfach an niemanden und spring direkt in die Einleitung des Briefes.

Keine Negativität

Sarkasmus, ironische Witze und negative Äußerungen über alte Arbeitgeber*innen, Kolleg*innen etc. haben in einem Anschreiben nichts zu suchen. Denk immer daran, dass die Personaler*innen zum ersten Mal von deiner Existenz erfahren und das sollte doch einen positiven Eindruck hinterlassen, oder?

Korrekturlesen (lassen)!

Ein Rechtschreib- oder Grammatikfehler, und du bist raus. Jedes Exemplar, welches du an eine*n potenzielle*n Arbeitgeber*in schickst – ob in Papierform oder elektronisch – muss sorgfältig und methodisch korrekturgelesen werden. Denk einfach daran: Man könnte ein Anschreiben sogar als getarnte schriftliche Beurteilung bezeichnen!

Der Anfang macht den Ton

Die erste Zeile ist entscheidend. Mache nicht den Fehler, dich erst ausgiebig vorzustellen und dann zu erwähnen, warum du überhaupt interessiert bist. Besser ist ein Zitat, eine neue Perspektive auf das Fachgebiet oder deine Hauptmotivation – die Möglichkeiten sind endlos und Authentizität ist entscheidend. Aber vermeide dabei die Verwendung von "Seit meiner Jugend war ich interessiert an..." – wir alle wissen, dass das wahrscheinlich nicht stimmt.

Schau genau hin und liefer Beispiele

Wie auch beim Lebenslauf: komm zum Punkt. Sei nicht vage, sondern geben immer einen Kontext, Zahlen und Abbildungen an. Was hast du gemacht? Wie viele Personen hast du erreicht? Wie viele Kund*innen hast du an Bord geholt? Achte natürlich darauf, dass deine Beispiele für das Unternehmen relevant sind – sonst wirkt es, als würdest du angeben. Eine feine Balance ist am Besten!

Zeig, wer du bist

Deine Bewerbungsschreiben werden wahrscheinlich sehr unterschiedlich klingen, je nachdem, ob du dich bei einem Start-up, einem etablierten Beratungsunternehmen oder einem Büro des öffentlichen Sektors bewerben möchtest. Vergewissere dich dabei, dass du dein Publikum kennst, und mach das im jeweiligen Bewerbungsschreiben deutlich! Das Bewerbungsschreiben ist deine Chance, deinem*deiner zukünftigen Arbeitgeber*in zu zeigen, dass du die richtige Person bist.

Wenn es für die Personaler leicht erkennbar ist, dass du einfach nur den Firmennamen ersetzet hast, wirst du keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Daher: durchsuche Websites, Fotos und Interviews, um dir ein Bild davon zu machen, wie das Unternehmen mit der Außenwelt kommuniziert. Ihr werdet wahrscheinlich beide mit Menschen zusammenarbeiten wollen, die "dieselbe Sprache sprechen". Vergess dabei jedoch nicht, du selbst zu bleiben, und natürlich angemessen professionell zu bleiben.

Und nun: Hör auf zu zögern, indem du nach Ratschlägen suchst! Setz dich ran und überzeuge sie!

Den Originaltext auf Englisch findest du hier.

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