ursprünglich erschienen: 13.04.2015

Immer häufiger hört oder liest man den Begriff „Nachhaltigkeit“. Er ist regelrecht zu einem Modewort geworden, das einem in den unterschiedlichsten Bereichen des Lebens begegnet: sei es beim Thema Ernährung, in der Modebranche, in der Energiewirtschaft, im Themengebiet Mobilität, … Mal geht es dabei um Umweltschutz oder Klimawandel, mal um Arbeitsbedingungen, ein anderes Mal um Gesundheitsrisiken und manchmal um wirtschaftlichen Erfolg.

Inzwischen ruft der Begriff bei den meisten Menschen eine spontane Abwehrreaktion aus und niemand kann es ihnen so recht verübeln.

Warum? Erstens: Der Begriff „Nachhaltigkeit“ begegnet uns viel zu oft. Dank der inflationären Verwendung sind wir seiner überdrüssig geworden. Zweitens: Viel zu häufig wird Schindluder mit ihm getrieben. Er wird so sehr verzerrt und für so viele unterschiedliche Zwecke ausgenutzt, dass wir uns eigentlich gar nicht mehr sicher sein können, was sich dahinter wirklich verbirgt. Bestes Beispiel ist wohl der undurchdringbare Dschungel an Nachhaltigkeitssiegeln, die man im Supermarkt auf den Etiketten der meisten Lebensmittel entdeckt.

Vieles spricht also gegen diesen Begriff. Vielleicht sollten wir ihn deshalb aus unserem Wortschatz streichen? Vermutlich hätten wir diesen Gastbeitrag gar nicht erst damit einleiten sollen! Wir sind uns nicht sicher, wie viele Leser wir bereits mit dem allerersten Satz abgeschreckt haben.

Für die Tapferen unter euch, die es bis hierhin geschafft haben, soll es sich jedoch gelohnt haben. Denn wir möchten den Beweis antreten, dass Nachhaltigkeit (autsch, schon wieder!) und insbesondere Umweltschutz (wie dröge!) tatsächlich Spaß machen können.

Dabei helfen uns die Nutzer unserer ecotastic Smartphone-App. Sie dokumentieren ihr Umweltverhalten mit Fotos, stehen miteinander im spielerischen Wettstreit und werden schließlich für ihre umweltfreundlichen Handlungen mit attraktiven Gutscheinen von verantwortungsvollen Unternehmen belohnt. Regelmäßig überraschen sie uns mit besonders kreativen oder besonders wirkungsvollen Fotoaktionen. Mal sind diese Aktionen mit großem Aufwand verbunden, mal erscheinen sie ganz einfach – wäre man nur selbst darauf gekommen.

Doch genug der langen Vorrede, urteilt selbst:

Verpackungsfrei einkaufen

Spätestens seit der enorm erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne von Original Unverpackt ist verpackungsfreies Einkaufen in aller Munde. Dazu muss man nicht in Berlin-Kreuzberg leben. Sicherlich ist es für viele von euch bereits selbstverständlich, einen Stoffbeutel zum Supermarkteinkauf mitzunehmen, um auf Plastiktüten zu verzichten und zum Beispiel das Gemüse lose transportieren zu können. Doch das lässt sich noch steigern! Wer von euch hat schon einmal eine Glasdose in die regionale Kaffeerösterei gebracht, um sich den Bio-Kaffee lose mitgeben zu lassen? Die Blicke der VerkäuferInnen hätten wir gerne gesehen.

Kosmetik und Reinigungsmittel selbst herstellen

Fast täglich liest man neue Hiobsbotschaften: Giftige Inhaltsstoffe in Kosmetikartikel X oder Pflegeprodukt Y lösen Allergien aus. Oder gar Krebs? Wer auf der sicheren Seite sein möchte, kann Handseife, Gesichtscreme, Zahnpasta, Waschmittel und vieles mehr selbst herstellen. Anleitungen dazu findet ihr zum Beispiel auf wikiHow.

Reparieren statt wegschmeißen

Ihr kennt das: Kurz nach Ablauf der Garantiezeit weht aus dem Föhn plötzlich nur noch ein laues Lüftchen, eins der Räder am teuren Reisekoffer klappert unaufhörlich oder der Kopfhörer verstummt von einem Tag auf den nächsten. Ob „geplante Obsoleszenz“ tatsächlich auftritt oder es sich dabei um eine Verschwörungstheorie handelt wird heiß diskutiert. Doch eins ist sicher: Viele Mängel lassen sich fast kinderleicht reparieren, wenn man weiß wie. Keine Angst! Jedem, der nicht weiß wie, wird in sogenannten Repair Cafés kostenlos von freiwilligen Tüftlern geholfen.

Aus alt mach neu

Menschen, die mit Nähmaschinen, Stricknadeln & Co umgehen können, bewundern wir sehr. Egal ob sie einem hässlichen Bürostuhl mit einem farbenfrohen Bezug zu neuem Glanz verhelfen, aus zwei langweiligen Secondhand-Pullovern coole Zwillingspullover schneidern oder aus nicht mehr benötigten Geschirr- und Wachstüchern ein Babylätzchen nähen, schenken sie damit alten Objekten ein zweites Leben.

Nachhaltige Produkte verwenden

Wenn doch mal ein neues Produkt gebraucht wird, dann greifen die ecotastic Nutzer gerne zur nachhaltigen Variante. So landen in ihren Einkaufskörben feste Shampoos und Conditioner, die ohne Palmöl auskommen und vegan sind, Zahnbürsten aus Bambus oder anderen schnell nachwachsenden Rohstoffen, Menstruationstassen, die 11.000 Tampons ersetzen können, und vieles mehr. In der App haben wir schon zahlreiche Produkte entdeckt, von denen wir überhaupt nicht wussten, dass es sie auch „in nachhaltig“ gibt. Oder habt ihr schon einmal einen tackerlosen Tacker gesehen?

Wir könnten diese Liste umweltfreundlicher Ideen und Tipps noch weiter fortsetzen und würden zu keinem Ende kommen. Stattdessen möchten wir euch dazu einladen, die ecotastic App im Google Play Store herunterzuladen und selbstständig den Newsfeed zu durchstöbern. Wir versprechen euch, dass ihr in den Fotoaktionen der Community ungewöhnliche Ideen für Umweltengagement im Alltag entdecken werdet! Wäre euch eingefallen, aus den Resten eines Salatkopfs neues Gemüse zu züchten oder auf einer Kleidertauschparty eure gut erhaltenen Kleidungsstücke, an denen ihr euch jedoch Leid gesehen habt, gegen die ehemaligen Lieblingsstücke Anderer zu tauschen?

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