ursprünglich erschienen: 20.06.2016

Klimafreundlichkeit wird wieder belohnt: Mit Radbonus kommt eine App, die nicht nur für begeisterte FahrradfahrerInnen attraktiv ist, sondern auch diejenigen motiviert, die sich gewöhnlich eher zwei mal überlegen, ob sie sich wirklich auf das Fahrrad schwingen wollen. Ein Tracking System macht es möglich und zählt jeden zurückgelegten Kilometer, den man für eine Belohnung bei einem der Partnershops einlösen kann. Zusammen mit Gründerin Nora Grazzini haben wir gleich einmal die App runtergeladen, das Fahrrad gesattelt und sind ab durch Berlin Richtung Belohnung gedüst. Los geht's!

Du und Christoph Lippert habt Radbonus in Köln gegründet. Welche Idee habt Ihr mit Radbonus umgesetzt und warum?

Radfahren ist aktiver Klimaschutz, gut für die Gesundheit und belastet Städte viel weniger als der Autoverkehr. Mit unserer App wollen wir uns dafür einsetzen, dass der besondere Beitrag von Fahrradfahrern zur eigenen Gesundheit und zum Allgemeinwohl anerkannt und belohnt wird. Die Idee hinter dem Bonussystem ist also, den Radverkehr zu fördern, indem mehr Menschen durch die Boni dazu motiviert werden. Dies erfolgt ganz im Sinne der Umwelt und der Gesundheit.

Dass Euer Produkt eine Besonderheit ist, hat auch ClimateKIC  erkannt,  die Euch fördern. Außerdem seid Ihr Teil von E.ON :agile Inkubators. Was macht diese App so besonders?

Das Prinzip der Anerkennung für unsere Radfahrer ist uns sehr wichtig. Und Wertschätzung versetzt ja bekanntlich Berge. Dadurch dass das Radfahren mit Hilfe unserer App von vielen Partnern wie Arbeitgebern, Krankenversicherungen oder Städte durch uns wahrgenommen und wertgeschätzt wird, macht es nicht nur uns sondern auch unsere User sehr stolz. Zudem erhält man schon nach den ersten 50 Kilometern bereits seine erste Belohnung. Außerdem müssen sich unsere Nutzer keinerlei Sorgen hinsichtlich der Privatsphäre machen. Die Registrierung bei uns erfolgt nämlich ohne Angabe von Namen oder E-Mail Adresse. Jeder der sich bei der Radbonus-App registriert erhält automatisch eine ID-Nummer und bleibt somit völlig anonym.

Welche Partner konntet Ihr mit Eurem Belohnungssystem bisher ins Boot ziehen?

Wir haben bereits tolle Onlineshops mit an Bord die Rabatte als Belohnung für Radfahrer ausgeben. Darunter sind natürlich Fahrradshops wie den beispielsweise uns allen bekannten Onlineshop fahrrad.de. Zudem konnten wir aber auch verschiedene  Sport-, Mode-, Outdoor- und Kosmetikshops in unser Bonusprogramm mit einbeziehen. Hierzu zählen zum Beispiel Sportcheck, Bench, The Body Shop,..etc.
Als speziellen und exklusiven Partner können wir nun auch
seit diesem Sommer “Gesundes Kinzigtal” mit einschließen, die sich für eine bessere Wirtschaftlichkeit des Gesundheitssystems , nicht nur in Kinzigtal, sondern auch darüber hinaus einsetzt. Zudem hilft die Aktion, ein Förderprogramm für junge Mediziner dabei, die wohnortnahe Versorgung auch in Zukunft zu sichern. Als weitere Partner zählen wir beispielsweise auch den Europa- Park Rust, sowie Edeka Bruder und viele mehr die uns speziell bei unseren regionalen Challenges unterstützen.
Eigentlich war es nicht sehr schwierig diese Partner zu gewinnen, denn wir alle teilen die gleiche Überzeugung, dass Radfahren wertvoll ist und gefördert werden soll.

Wie beugt die App „Betrug“ vor? Man könnte sich ja auch einfach ins Auto setzen und ein paar Kilometer zurücklegen.

Über das Thema „Betrug“ hat sich Radbonus vorab natürlich auch Gedanken gemacht. Zur Folge wurden adäquate Lösungen gefunden. Durch einen speziell eingerichteten Algorithmus ist gesichert, dass die Kilometer auch wirklich mit dem Fahrrad und nicht etwa mit der Bahn oder dem Auto zurückgelegt werden. Im Fall eines Betruges wird die Speicherung der bestimmten Kilometer blockiert, denn mit bestimmten Parametern wird herausfiltert wenn eine Fahrt auffällige Anzeichen eines Betruges aufweist. Der Launch von Radbonus war im Oktober 2015. Wie viele AnwenderInnen haben die App bereits runtergeladen? Unser Startup wächst erfreulicherweise besser als gedacht. In diesem Monat können wir bereits stolz von ca. 4.000 Nutzern sprechen. Es ist uns ein großes Anliegen das Vertrauen und die Kommunikation mit unserer Community stets aufrecht zu erhalten, denn jeder einzelne Radfahrer gehört in unseren Augen zu den Helden des Alltags.

Wie sehen Eure nächsten Schritte aus?

Mit jedem einzelnen Schritt versuchen wir in erster Linie unsern Nutzern echten Mehrwert zu bieten. Daher gilt es die Belohnung unserer Nutzer in den Fokus zu stellen. In Hinblick auf die nahe Zukunft haben wir uns deshalb als Priorität gesetzt die Anzahl und Vielfalt unserer Partner zu erhöhen, denn man kann einen so wunderbaren Verdienst nie genug belohnen.

Was sind Eure wichtigsten Learnings bis jetzt? 

Natürlich ist es besonders aufregend einen eigenen Service auf dem Markt zu launchen. Da schlägt die Pumpe doch mal höher. Plötzlich sind da echte Menschen, die das nutzen. Ich musste lernen zu akzeptieren, dass wir als Startup zwar immer unser Bestes geben können, aber nicht alles komplett perfekt läuft. Prozesse müssen sich erst entwickeln, Fehler gefunden und behoben werden. Das braucht seine Zeit.

Was macht Euch zu Changer?

Mit unserem Bonussystem wollen wir natürlich auch ein Stück weit die Welt verändern. Anhand unseres Konzepts und bereits vorhandenen Eindrücken und Ergebnissen können wir stolz und mit Sicherheit behaupten einen Beitrag zum Klimaschutz und Gesundheit zu leisten. Zudem wird durch uns das Selbstbewusstsein der Frauen, die etwas bewegen wollen in Deutschland mehr kultiviert. So bin ich beispielsweise gerade dabei, gemeinsam mit anderen Frauen ein Gründerinnen-Netzwerk aufzubauen, weil ich weiß, wie wichtig ein Austausch für mich, aber auch für mein Gegenüber sein kann. Ich bin der Meinung, dass Vorbilder helfen, selbst den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, denn „wenn die Anderen das können, kann ich das auch!
 

Vielen Dank für das Interview!