Wir alle wissen, wie schwer es noch immer ist an Förderung zu gelangen. Die Stiftung EVZ (Erinnerung, Verantwortung und Zukunft) möchte dies nun vereinfachen. Doch um das Ganze auf unsere Bedürfnisse abzustimmen, brauchen sie unsere Unterstützung. Bitte mach bei ihrer Umfrage mit. 

Im Interview mit dem Initiator Dr. Andreas Eberhardt erfahren wir mehr über die Stiftung und den geplanten Accelerator. 

Erzähl uns von EVZ

Die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft unterstützt Projekte der werteorientierten Zivilgesellschaft, in der Hauptsache in Mittel- und Osteuropa, Israel und den USA. Im Jahr 2000 gegründet, war das primäre Ziel, die Auszahlungsprozesse an ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter während des zweiten Weltkriegs durchzuführen. 

Heute beschäftigen wir uns in drei Handlungsfeldern mit historisch-politischer Bildung, Menschenrechts- und Demokratieförderung und humanitärer Hilfe. Darüber hinaus versuchen wir uns immer wieder an neuen Formaten des Förderns, um in unserer Tätigkeit als Förderinstitution zivilgesellschaftlich brennender Fragestellungen aktuell und glaubhaft zu bleiben.

Warum möchtet ihr digitale Initiativen für Menschenrechte und Demokratie mit einem Accelerator Programm unterstützen? 

Der Accelerator, den wir in Prag planen, schlägt genau in die gerade genannte Kerbe. Auch wir haben das Potenzial von Social Entrepreneurship erkannt, wenn es darum geht, gesellschaftlichen Wandel voranzutreiben. Klar sind wir nicht die einzigen und schon längst nicht die ersten Unterstützer auf diesem Gebiet, aber wir wollen den Accelerator in enger Absprache mit der Tech Community aufbauen um sicherzugehen, dass wir die Bedürfnisse der Menschen erreichen, die wir mit den Angeboten des Accelerators unterstützen wollen.

Außerdem erhoffen wir uns von diesem Vorhaben, neue Erfahrungen im zeitgemäßen Fördern zu sammeln, spannende Menschen in die Arbeit unserer Stiftung zu integrieren und gemeinsam zu lernen und zu wachsen.

Was hat dich dazu inspiriert? 

Ich habe Katharina Dermühl und Geraldine De Bastion, die uns bei der Konzeption und des Aufbaus des Accelerators beraten, bereits 2015 kennengelernt. Wir haben in dem Projekt „Living Future“ des Deutsch Israelischen Zukunftsforums zusammengearbeitet. Durch diese beiden Frauen habe ich erfahren, was im Bereich Social Entrepreneurship alles möglich ist und was für ein spannendes Feld uns hier als Förderinstitution eröffnet wird.

Der Aufbau des Accelerators in Prag wird unter der Leitung von Luisa Maria Schweizer stattfinden, die gemeinsam mit anderen Kolleginnen und Kollegen derzeit eine Reihe innovativer Formate für unsere Stiftung entwickelt. 

Ich glaube ganz einfach, dass sich hier ein Feld eröffnet, das wir nicht außer Acht lassen dürfen, wenn wir ein glaubhafter Akteur im Bereich Demokratieförderung bleiben möchten.

Was erwünscht ihr euch von dem Piloten?

Wir erhoffen uns durch den Accelerator eine erweiterte Zielgruppe an jungen digital-affinen Menschen zu erschließen, die von der Förderung durch unsere Stiftung in der Umsetzung ihrer Vorhaben profitieren können. Jetzt, in einer jungen Planungsphase, kann ich mir gut vorstellen, einigen der Projekte, die in Prag gefördert werden, auch die Möglichkeit einer Folgefinanzierung zu ermöglichen.

Weiter möchten wir durch den Accelerator unsere Netzwerke besonders in Ost- und Zentraleuropa stärken und dortige (zukünftige) Projektpartnerinnen und Projektpartner auch untereinander besser vernetzen. 

Warum führt ihr diese Studie durch? Welche Annahmen testet ihr? Was möchtet ihr erfahren?

In der Entwicklung all unserer Programme ist es uns immer ein großes Anliegen, die Menschen mit ins Boot zu holen, die später auch davon profitieren sollen. Es ist niemandem geholfen, wenn wir Formate entwickeln, die zwar aus der Perspektive der EVZ toll aussehen, aber an den Bedürfnissen der Zielgruppen vorbeischrammen.  Und niemand weiß besser, was gebraucht und gewünscht wird, was in der aktuellen Förderlandschaft fehlt, welche Bedarfe vielleicht noch nicht erkannt wurden, als die  Zielgruppe selbst.

Ich war überrascht als ich erfuhr, dass diese Bedürfnisse und Erfahrungswerte noch nie großflächig abgefragt wurden. Ich glaube, dass die Erkenntnisse spannend und nicht nur für unser Vorhaben eine wichtige Ressource sein werden. Auch deshalb haben wir uns gleich zu Beginn der Planungen dafür entschlossen, die Ergebnisse der Umfrage open-source zur Verfügung zu stellen. 

Gibt es noch andere Stiftungen, die Ecosysteme für Social Innovations unterstützen? 

Tatsächlich fällt mir hier das Deutsch-Israelische Zukunftsforum (http://www.dizf.de) ein, das ich vor meine Zeit in der Stiftung EVZ leiten durfte und das meine heutigen Sichtweisen bestimmt sehr geprägt hat. Das Deutsch-Israelische Zukunftsforum fördert young leaders aus Deutschland und Israel in bilateralen Projekten, die sich für die demokratische Ausgestaltung unserer Gesellschaften einsetzen.