ursprünglich erschienen: 18.10.2016

Drei Monate lang hatten Gründer aus Europa Zeit, sich mit ihren Ideen für den Green Alley Award, Europas ersten Gründerpreis für Start-ups aus der Kreislaufwirtschaft, zu bewerben. Knapp 200 Bewerbungen aus mehr als 50 Ländern gingen bis zum Bewerbungsschluss ein, die meisten davon aus Deutschland, Finnland und Großbritannien. „Die hohe Anzahl und Vielfalt der Bewerbungen zeigt, dass Gründer aus ganz verschiedenen Ländern die Verschwendung von Ressourcen mit neuen Ideen lösen“, sagt Miriam Kehl, Associate Director des strategischen Gründerförderers Green Alley, der den Award jährlich in Berlin ausrichtet. „Immer mehr Gründer verstehen auch, dass sie aus ihren nachhaltigen Ideen ein tragendes Geschäftsmodell machen können.“ 

Besonders erfreulich ist auch, dass sich in diesem Jahr mehr als doppelt so viele weibliche Gründerinnen beworben haben als 2015. „Es probieren sich immer noch zu wenige Frauen in der Unternehmensgründung und auch im Bereich der Kreislaufwirtschaft aus. Es ist toll zu sehen, dass hier ein Wandel stattfindet“, sagt Miriam Kehl.  

Aus den 200 Bewerbungen hat das Team nun sechs ausgewählt, die im Finale am 27. Oktober in Berlin um den Green Alley Award pitchen werden. Bei der Auswahl standen insbesondere zwei Fragen im Vordergrund: Haben die Gründer eine Lösung auf ein bestehendes oder zukünftiges Problem? Und: Lässt sich die Idee gut verwirklichen? 

Die folgenden Start-ups haben es ins Finale geschafft:

Green City Solutions

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CO2 Verschmutzung, Feinstaub, Stickoxide – auch in Deutschland laufen Städte regelmäßig Gefahr, die vorgeschriebenen Grenzwerte für Luftschadstoffe zu überschreiten. Das deutsche Start-up Green City Solutions hat hierfür eine smarte und noch dazu werbetragende Lösung: ihren „City Tree“, eine Installation aus Moos, die durch Photovoltaik, Regenwasser und einer IoT Technologie für ihren selbstversorgenden Betrieb sorgt. Wofür sonst 275 Bäume nötig wären, leistet ein einziger City Tree: er absorbiert 100 kg CO2 pro Jahr und sorgt damit für saubere Luft und ein angenehmes Stadtklima. 

ResQ Club

Restaurants, die eine große Vielfalt von Speisen anbieten, müssen damit rechnen, dass am Ende des Tages Speisereste übrig bleiben. Der Weg zur Lebensmittelverschwendung ist von dort aus nicht mehr weit und führt schließlich zu den 222 Millionen Tonnen Lebensmitteln, die jährlich in den Industriestaaten weggeworfen werden. Wie man Resten eine zweite Chance gibt und gleichzeitig Restaurants einen neuen Weg aufzeigt, aus vermeintlichem „Abfall“ eine neue Einnahmequelle zu schaffen, zeigt das finnische Team von ResQ Club. Über eine App können Kunden übrig gebliebene Speisen aus ihrer direkten Umgebung zu einem günstigeren Preis erwerben. 

Glowee

Nachts sind Gebäude und Schilder einer Stadt in blaues Licht getaucht – illuminiert von leuchtenden Bio-Organismen. Das ist die Vision des französischen Start-ups Glowee. Dafür wollen sie biolumineszente Bakterien nutzen – Bakterien also, die selbst oder in Symbiose Licht erzeugen können. Angesichts eines stetig wachsenden Energiebedarfs bei gleichzeitig ansteigenden Emissionen wächst die Nachfrage nach alternativen Elektrizitätsmodellen. 19 Prozent des weltweiten Strombedarfs werden zur Versorgung von Straßenbeleuchtung und anderen Lichtquellen genutzt. Basierend auf dem Konzept der Natur, präsentiert Glowee dem Markt eine Technologie, die diesen Anteil deutlich reduzieren kann. 

Design by Sol

Sind Lebensmittel wie Fisch und Fleisch trotz Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums noch genießbar oder bereits verdorben? Dank des UK Start-ups Design by Sol und seinem „Bump Mark“, einem mit Gelatine versehenen Sticker auf der Verpackung, muss man sich das in Zukunft nicht mehr fragen. Mit Hilfe des Stickers kann der Verbraucher durch Abtasten den Frischestatus seines Produkts ermitteln. Quillt der Sticker auf, sollte der Verbraucher eher Abstand vom Verzehr nehmen. Ziel von Design by Sol ist es, die Lebensmittelverschwendung zukünftig zu vermindern und dazu beizutragen, dass Genießbares auch noch genossen wird und nicht bei den 123 Kilogramm Lebensmitteln landet, die jeder EU Bewohner im Jahr in den Müll wirft.

Das Tiffin Projekt

Holt man sein bestelltes Essen in Restaurants ab, so erhält man sein Gericht meist inklusive Plastik, Styropor, Pappkarton oder Alufolie – meist sogar in einer Kombination aus diesen Materialien. Jährlich knapp 160 Kilogramm Verpackungsmüll produziert der EU Bürger im Durchschnitt. Diesen Abfall deutlich zu reduzieren, ist das Ziel des Berliner Start-ups Das Tiffin Projekt. Über ein Mehrweg-Leihsystem bieten registrierte Restaurants ihren Kunden die Möglichkeit, ihr Essen verpackungsfrei abzuholen und dieses in einer wiederverwendbaren Edelstahlbox nach Hause zu transportieren. 

Restado

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Laut einer aktuellen Studie von Roland Berger zur Digitalisierung der Baubranche setzen Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit aufs Spiel, wenn sie nicht bald auf neue digitale Geschäftsmodelle setzen. Dabei braucht die Branche dringend Innovationen, denn ihre Produktivität steigerte sich in den letzten 10 Jahren um nur 4 Prozent. Restado hat die Notwendigkeit von digitalen Lösungen rund um das Thema Hausbau erkannt und umgesetzt. Verbraucher stehen oft vor der Frage, was sie mit den verbleibenden Baustoffen anfangen sollen. Gleiches gilt für Fehlbestellungen von Baustoffen in der Industrie. Die Verkaufsplattform Restado unterstützt den DIY-Trend, indem auch kleine Mengen ihren Abnehmer finden.

Der Green Alley Award wird am 27. Oktober in Berlin vergeben. Die sechs ausgewählten Start-ups erhalten tagsüber in individuellen Workshops Tipps zu den Themen Kreislaufwirtschaft, Geschäftsentwicklung und Förderung. Am Abend pitchen sie ihre Idee live vor der Expertenjury und dem Publikum. Der Gewinner wird mit einem Paket aus Sach- und Geldleistungen belohnt. 

Über den Green Allley Award 

Der Green Alley Award wird jährlich an europäische Gründer und Start-ups der Kreislaufwirtschaft verliehen. Ausrichter des Green Alley Awards ist ein Netzwerk aus Partnern der internationalen Circular Economy und der Europäischen Gründerszene. Mit Deutschlands Crowdfunding-Pionier Plattform Seedmatch schloss sich Initiator und Circular Economy Investor Green Alley bereits 2014 zusammen. Als weiterer Partner hat sich auch das britische Accelerator-Programm Bethnal Green Ventures für technologieorientierte Start-ups im Umwelt- und Sozialbereich etabliert. Als Lead-Partner ist in diesem Jahr die European Recycling Platform (ERP) Finnland, ein Rücknahme- und Recycling-Dienstleister für Elektroaltgeräteschrott und Batterien, an Bord. 

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