ursprünglich erschienen: 07.10.2016

Wir haben uns mit EuroConsult Geschäftsführer Michael Seidler über die Weiterbildung als EU Fundraiser/in und Projektmanager/in unterhalten und wollten zusätzlich von ihm wissen, wie man eigentlich an die EU Fördertöpfe rankommt. Ein Tipp: Planung ist das A und O.  

Michael Seidler

Was ist EuroConsults?

EuroConsults ist ein One-Stop-Shop für alle Fragen zum Thema EU-Fundraising. Unsere vier Kerngeschäftsbereiche sind Weiterbildung, Beratung, Projektmanagement und Info-Services. Wir haben ein umfangreiches Angebot an Fort- und Weiterbildungen. Von einem 1-stündigen Webinar bis zu einer 19-wöchigen Zertifizierung zur EU-Fundraiser/in | Projektmanager/in mit einem Doppelabschluss/einem Doppel-Zertifikat ist da alles dabei. Des Weiteren beraten wir Antragsteller/innen bei der Optimierung ihres EU-Fördermittelantrages, um diesen attraktiv für die Entscheider/innen bei den relevanten EU-Stellen zu machen.

Wir steigen auch direkt ins Projektmanagement von EU-Projekten ein, manchmal auch als direkter Projektpartner. Im EU-Projektmanagement sind wir übrigens bereits seit Anfang der 1990-er Jahre tätig. Und schließlich bieten wir noch Info-Services an. So haben wir auf einem großen A0-Plakatformat die wichtigsten Infos zur Förderperiode 2014 – 2020 zusammengestellt. Dieses Plakat ist ein wertvolles Tool im Lern- und Arbeitsalltag von europäischen Fundraiser/in und Projektmanager/in. 

Wie sieht das Berufsbild EU-Fundraiser/in | Projektmanager/in aus? Wie sind die Arbeitsmarktchancen?

Unsere Erfolgszahlen sind sehr gut. In den Jahren 2014 und 2015 lag unsere Erfolgsquote bei den Teilnehmer/innen mit Bildungsgutschein zwischen 85 % und 91 %, d.h. 85 % - 91 % der Teilnehmer/innen waren nach der Weiterbildung als Angestellte oder Selbständige in einer Beschäftigung. 

Das Berufsbild des/der EU-Fundraiser/in wird mittlerweile immer expliziter in Stellenanzeigen abgefragt. Mit der Erhöhung der Anforderungen der EU an ihre Antragsteller/innen und der Verknappung der Mittel durch eine erhöhte Anzahl hat sich auch der spezifische Bedarf nach EU-Fundraiser/innen erhöht. Dennoch gilt nach wie vor, dass bei der Suche nach passenden Stellen auch immer mit verwandten Key Words wie „Projektmanagement“, „Referent/in“, „Fördermittelberatung“, „Fördermittel“, usw. gesucht werden sollte.

EU-Fundraising-Kompetenzen werden in NGOs, NPOs, Social Start-ups, Hochschulen, kirchlichen Einrichtungen, internationalen Organisationen, bei kommunalen Trägern, Verbänden und beispielsweise Wirtschaftsfördergesellschaften benötigt. Diese Kompetenz ist also sehr vielseitig einsetzbar und eine gute Möglichkeit für einen Quereinstieg in einige dieser Bereiche.

Das Berufsbild des EU-Fundraisers|Projektmanagers ist noch sehr jung. Dies ist für die jetzigen Neueinsteiger/innen besonders günstig, gibt es doch so mehr Nachfrage als Angebote nach gut ausgebildeten EU-Fundraiser/innen.

Je nach Erfahrung kann man nach der Weiterbildung bei uns auf verschiedenen Niveaus einsteigen: als Assistenz oder Referent/in, als Fundraising-Verantwortliche oder als Projektleitung. Wieder andere machen sich selbständig. 

EU-Fundraiser/innen | Projektmanager/innen sollten ein Hochschulstudium oder eine Berufsausbildung mit relevanter Berufserfahrung vorweisen. Ihr Profil wird durch die EU-Fundraising-Kompetenz abgerundet und hebt sie von anderen hervor. EU-Fundraiser/innen müssen europäische Fördermittel identifizieren und ein Projektbudget nach den Vorgaben eines bestimmten EU-Programms aufstellen können. Sie müssen Teamplayerinnen mit diplomatischem Geschick und hoher interkultureller Kompetenz sein, um in der Phase der Konzeption alle Projektpartner mit ihren unterschiedlichen Interessen und Vorstellungen ins Boot zu holen und den Teamgeist teils über mehrere Jahre hinweg bis zum Projektabschluss und der Verfassung des Abschlussberichts aufrecht zu erhalten. Dazu braucht es eine solide Methodenkompetenz im Projektmanagement sowie Kenntnis über moderne Kommunikationsmethoden.

EU-Projektmanager/innen müssen aber auch das Reporting und die Abrechnung nach EU-Regularien, Monitoring und Evaluation in EU-Projekten sowie das Thema Öffentlichkeitsarbeit beherrschen. Darüber hinaus kann jede/r sich entsprechend Vorwissen oder eigenem Interesse auf einzelne Fachgebiete spezialisieren, beispielsweise auf Accounting oder auf Monitoring und Evaluation.

Eine EU-Fundraiserin/ ein Projektmanager kann durch die Projekte, an denen sie/er mitarbeitet, zum Changer werden, die aktiv zu Veränderungen in dieser Welt beitragen. Nur selten hat ein/e Mitarbeiter/in in der unteren und mittleren Ebene eines Unternehmens so viel Gestaltungsmöglichkeit, wie ein/e EU-Fundraiser/n | Projektmanager/in. Denn man entscheidet, welches Projektthema förderungswürdig sein könnte, identifiziert die geeigneten EU-Fördermittel dafür und stellen sicher, dass aus einer fiktiven Idee oder aus einem Wunsch auch ein tatsächliches Projekt wird. Letztlich haben diese EU-Fundraiser/innen mehr Entscheidungskompetenzen und Gestaltungswillen als ihre Geschäftsführer. 

Wie kann man dieses neue Berufsbild für sich mit Eurer Hilfe aneignen? 

All diese Kompetenzen kann man sich in unserem 19-wöchigen Kurs aneignen. Wer übrigens gezieltere Bedürfnisse hat, kann eines der weniger umfangreichen Kursformate wählen. Mit unserem 19-wöchigen Angebot gehen die Teilnehmer/innen sogar mit 2 Zertifikaten aus der Weiterbildung heraus: als EU-Fundraiser/in und als Projektmanager/in (GPM Basiszertifikat der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement e.V.). In den 19 Wochen ist eine Praxisphase enthalten, in der eine reale Projektsituation simuliert und an einer eigenen Projektidee gearbeitet wird. Einige haben diese Projektidee auch schon in die Realität umgesetzt und sich im Anschluss an die Weiterbildung ihren Arbeitsplatz selbst geschaffen! 

Da wir AZAV-zertifiziert sind, kann unsere Weiterbildung bis zu 100 % über einen Bildungsgutschein gefördert werden. Der große Vorteil am EU-Fundraising ist, dass auch das nationale Fundraising sehr ähnlich funktioniert. Wer also EU-Fundraising kennt, kann sich in diesen Bereich verhältnismäßig schnell einarbeiten. 

Wo liegt der Haken des EU Fundraising? Was macht das Fundraising so schwierig?

Viele Organisationen und Unternehmen denken an EU-Fundraising, wenn ein akuter finanzieller Bedarf da ist. Häufig werden Fördergelder als eine Art von Subventionen zum Überleben des antragstellenden Unternehmens angesehen. Dies ist aber ein falsches Verständnis von EU-Projektförderungen. Die EU will Innovation, Wissenstransfer und Veränderung fördern. Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebes oder Rettung des Unternehmens zählt eigentlich gar nicht zu den Zielen der EU-Projektförderung. 

Was ist der Nr. 1 Tipp, um Funding von der EU zu erhalten?

Ein solides Projektkonzept aufstellen – von der Zusammensetzung des Partnerkonsortiums bis zur inhaltlichen und methodischen Umsetzungsidee. Vernachlässige keinen Punkt im Antrag. Eine alte Erfahrung zeigt, dass ein EU-Antrag mit der Anzahl der Seiten nach hinten inhaltlich immer flacher wird, wenn nicht genug Zeit vorhanden ist. So fallen die Punkte „Öffentlichkeitsarbeit und Dissemination“ oder „Evaluation“ gerne mal hinten runter oder werden nur noch mit Worthülsen, Platzhaltern oder sinnlos aneinandergereihten Keyword aufgefüllt. Also sollte man ein solides Projektkonzept aufstellen und keinen einzigen Punkt, der im Antragsformular und in den Anlagen abgefragt wird, vernachlässigen. Also ist der Tipp Nr. 1 eigentlich: Immer ausreichende personelle und zeitliche Ressourcen einplanen!

Was würdet Ihr den Changern für ihr EU-Projekt mit auf den Weg geben?

Changer können für uns die klassischen NGOs und NPOs sein, aber auch Social Start-ups, die mittlerweile nicht unerheblich an der Veränderung unserer Welt mitwirken. Ob kleines, junges Start-up oder etablierte, große Organisation, sie leisten mit ihrem EU-Projekt einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft und verändern diese. Damit stehen ihnen viele Türen für EU-Projekte und -Programme offen. Schaue Dir die EU-Politiken und -Programme genau an. Die EU ist progressiver als viele denken.

Der EU ist es außerdem wichtig, dass sich etablierte Player an den Projekten beteiligen, damit die EU-Projekte erfolgreich durchgeführt werden und kein Geld in den Sand gesetzt wird. Damit sind klassische etablierte NGOs oder NPOs angesprochen. Aber auch für kleine, neue Organisationen und Unternehmen gibt es Programme und Möglichkeiten, ein EU-Projekt umzusetzen.

Man muss nur wissen, wo man recherchieren muss und wo genau man sich im „EU-Förder-Universum“ befindet. Das ist keine Zauberei. Das sind alles Dinge, die Du in unseren Seminaren und Kursen lernen kannst und Du kannst Dir dadurch eine systematische Herangehensweise an das Thema aneignen. 

Was macht Euch zu Changern?

Mit unseren Beratungsleistungen und unseren eigenen Projekten beteiligen wir uns selbst aktiv an der Umsetzung von EU-Politiken. Mit jeder Entscheidung für die Teilnahme an einem Projekt treffen wir eine bewusste Entscheidung für die Umsetzung bestimmter Politikziele und die Erzielung sehr konkreter Impacts. Oft unterstützen wir kleine Projektansätze unentgeltlich und freuen uns, wenn die durch uns betreuten dann erfolgreichen EU-Antragsteller zu EU-Projektträgern werden und z.B. jungen Migranten dadurch eine Startchance in Deutschland ermöglichen, Brunnen in Afrika bauen, Schüleraustausche in Europa umsetzen, ein neues Startup gründen, eine alte Scheune im ländlichen Raum zum Bürgerzentrum ausbauen, Flüchtlingshelfer schulen, interreligiöse Begegnungen organisieren oder einfach nur eine Medienkampagne im Umweltbereich angehen.

In den letzten Jahren haben wir so rein finanziell fast 20 Mio. für unsere Kunden aus europäischen Programmen akquiriert und so unendlich viel Gutes tun können.

Unsere Seminare, Kurse und Zertifizierungen sowie die Info-Services tragen wiederum dazu bei, das Wissen über EU-Förderungen weiterzutragen und zu verbreiten. So empowern wir unsere Teilnehmer/innen und Kund/innen, ihre Ideen, für die sie brennen, selbst umzusetzen. 

E-Mail: info@euroconsults.eu