Titelbild: Dirk Lässig 2018

Mareen Walus, langjährige CSR-Leiterin bei Scout24, und Norbert Taubken, Geschäftsleiter von Scholz & Friends Reputation, gehören seit vielen Jahren zum Trägerkreis der Berlin Social Academy. Die Berlin Social Academy basiert auf der Idee, eine Plattform zu entwickeln, auf welcher Unternehmen ihr Expertenwissen pro Bono an gemeinnützigen Organisationen und Social Startups weitergeben können. Sie wird seit sieben Jahren von einem Zusammenschluss zahlreicher Unternehmen organisiert. Wir haben Mareen und Norbert ein paar Fragen zu ihrem Herzensprojekt gestellt.

Dieses Jahr findet wieder die Berlin Social Academy statt. Erzählt uns mehr davon.

Mareen: Ja, wir sind im verflixten siebten Jahr mit der Berlin Social Academy (BSA) und wir sind mehr Träger als jemals zuvor und können über 30 Kurse für nahezu 800 Engagierte aus Berlin anbieten.

Zwischen dem 21. und 24.10. wird Berlin zur Engagementhauptstadt. Kurse der BSA finden in den jeweiligen Unternehmen unserer ReferentInnen statt – BSA überall.

Dabei wird die BSA seit vier Monaten von einem Team aus „alten und neuen Bekannten“ organisiert: Wieder dabei sind Scout24, Scholz & Friends Berlin, die B.Z., und Zalando – neue Partner in unserem Trägerkreis sind Capgemini, Bearingpoint und Volkswagen. Gerade sind wir in den letzten Vorbereitungen und freuen uns schon auf unser jährliches Herzensprojekt.

Norbert: Wunderbar ist für uns, dass auch die öffentliche Anerkennung für dieses Format deutlich gewachsen ist. Im vergangenen Jahr haben wir hier in Berlin den Sonderpreis für bürgerschaftliches Engagement gewonnen und sind sogar auf internationalem Parkett mit dem German Volunteer Program Award ausgezeichnet worden.

Dieses Jahr wurde die Berlin Social Academy für den Deutschen Engagementpreis der Bundesregierung nominiert. Wir sind schon ein wenig aufgeregt, ob es klappt. Also drückt uns die Daumen.


Norbert Taubken & Mareen Walus/ Fotos: privat

Welche Workshops finden dieses Jahr statt und wer sind die Trainer*innen?

Mareen: Die Kursauswahl haben wir mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern der letzten BSA 2018 überlegt und auch durch die Ergebnisse einer Online-Abfrage im Frühjahr nochmal erweitert.

Wie in jedem Jahr gibt es einen ziemlich bunten Blumenstrauß an Themen und Referenten. Einige Beispiele:

Zalando bietet einen Workshop zum Social Media Advertisement für NGOs an. Bei Volkswagen und Scout24 gibt es unterschiedliche Veranstaltungen zu Analyse Tools für Marketingaktivitäten. Die BKK-VBU gibt Basiswissen zur Pressearbeit weiter.

Und Vostel bietet einen Kurs an, wie gemeinnützige Organisationen Kooperationen mit Unternehmen aufbauen und gestalten können. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus den Angeboten der BSA 2019.


Trägerkreis Berlin Social Academy 2018/ Foto: Dirk Lässig

Es geht um den Austausch zwischen Privatsektor und gemeinnützigen Sektor. Wie profitieren diese jeweils von dem Projekt?

Norbert: Zunächst geht es um Austausch zwischen Menschen, die alle vereint, dass sie sich für unsere Zivilgesellschaft engagieren.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Vereinen oder Social Startups tun dies oft seit Jahren und meist auch mit nur geringen Möglichkeiten, sich fortzubilden.

Sie können etablierte Techniken, Methoden und Ansätze aus der Wirtschaft kennenlernen. Dies versuchen die Trainer so zu vermitteln, dass sie einfach übertragbar werden.

Mareen: Letztendlich profitieren aber auch die UnternehmensvertreterInnen durch diesen Perspektivwechsel. Sie tauchen in andere Lebens- und Arbeitswelten ein und verstehen anschließend besser, wie NGOs „ticken“. Zudem werden wir auch in diesem Jahr einen Netzwerkabend für alle Beteiligten durchführen. Bei diesem Abend legen wir besonderen Wert auf einen Austausch auf Augenhöhe.

Und auch die Berliner Politik wird dabei sein. Gemeinsam mit VertreterInnen des Roten Rathauses werden wir die Rahmenbedingungen für Freiwilligenarbeit diskutieren.

Workshop während der Berlin Social Academy 2018/ Foto: Dirk Lässig

Wo stehen wir mit dem ganzen Thema CSR im Jahr 2019? Machen wir Fortschritte in Richtung Mainstream? Wie kommen solche Projekte bei Euren Mitarbeiter*innen an?

Norbert: CSR bezieht sich ja nicht nur auf das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen. Im Jahr 2018 nach Veröffentlichung des CSR-Grünbuchs in Brüssel haben die meisten Unternehmen ihr Nachdenken über ihre Verantwortung und nachhaltiges Wirtschaften in eine klare CSR-Strategie übersetzt.

Dazu gehört für die meisten Unternehmen auch, Verantwortung für das gesellschaftliche Leben an ihren Standorten zu übernehmen.

Die Berlin Social Academy ist deswegen ein so interessantes CSR-Projekt, weil sie das Engagement von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nutzt. Damit wird Verantwortung sehr konkret und erlebbar. Bei Scholz & Friends Berlin findet es nicht nur die Geschäftsführung gut, dass am BSA-Tag viele Menschen den Weg in unsere Kursräume finden. Unsere Friends sind wirklich stolz, ein Teil dieses Programms zu sein. Auch diejenigen, die persönlich nicht aktiv sind.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft der Berlin Social Academy?

Mareen: Zunächst: Dass wir auch 2020 Teil der Engagementlandschaft von Berlin sind. Und dass sich vielleicht auch andere Städte dieses Format ansehen und mit einem eigenen Trägerkreis von drei vier engagierten Unternehmen bei sich umsetzen. Erste Anfragen gibt es bereits …

Norbert: Ich wünsche uns, dass wir weiterhin in diesem tollen BSA-Team zusammenarbeiten! Es ist schon etwas besonders so ein Vorhaben mit VertreterInnen aus den verschiedensten Branchen umzusetzen. Getragen wird es immer von Menschen, die an die gute Sache glauben – und einen Beitrag für die Engagierten in Berlin leisten wollen.

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