ursprünglich erschienen: 15.05.2014

Wer eine Idee hat und gerne ein (Sozial) Unternehmen starten möchte, muss sehr schnell die erste wichtige Entscheidung treffen: Welche Geschäftsform macht Sinn? Es gibt zahlreiche, mögliche Geschäftsformen, die für Dein Unternehmen richtig sein könnten. Von GbR zu gGmbH. In diesem Artikel dreht sich alles um die GbR.

Was ist eine GbR?

Eine GbR ist die einfachste Geschäftsform. Im Grunde hat man bereits dann eine GbR, wenn man mit einer oder zwei Personen beschließt eine Idee unternehmerisch umzusetzen. Die GbR, auch bekannt als Personengesellschaft, eignet sich für alle, die eine unkomplizierte Form der Partnerschaft wünschen. Ideal für Kleingewerbe, freie Berufe oder Arbeitsgemeinschaften. Auch wenn man keine besonderen Formalitäten benötigt und eine mündliche Vereinbarung zwischen den Geschäftspartnern eigentlich ausreicht, lohnt es sich einen schriftlichen Gesellschaftervertrag aufzusetzen, um Richtlinien und Vereinbarungen festzuhalten. Diese Geschäftsform benötig kein Mindestkapital.

Da die GbR zu den Personengesellschaften gehört, haften die Gesellschafter stets mit dem eigenen Privatvermögen. Sonderregeln können jedoch im Gesellschaftervertrag festgehalten werden.

Wie gründet man eine GbR?

Eine GbR wird von mind. 2 Personen (Gesellschaftern) gegründet. Der Gesellschaftervertrag kann mündlich oder schriftlich festgehalten werden. Man kann sich für eine ganz einfache Vertragsform entscheiden oder größere personalisierte Veränderungen vornehmen, in diesem Falle sollte man dann allerdings einen Notar oder Rechtsanwalt fragen. Im Vertrag kann z.B drin stehen welche Entscheidungen gemeinschaftlich getroffen werden, welche Verantwortungen die jeweiligen Gesellschafterinnen tragen, wie hoch monatliche Privateinnahmen sein dürfen etc. Um zukünftige Konflikte im Gründerteam zu vermeiden, sollte der Vertrag so spezifisch und detailliert wie möglich sein. Hier findest Du heraus, was genau in einen Gesellschaftervertrag stehen sollte. 

Wenn Du den Gesellschaftervertrag fertig hast und er von allen unterschrieben ist, dann kann entweder das ganze Team oder ein Vertreter mit der Vollmacht und Pass-Kopien aller Gesellschafter zum Gewerbeamt gehen (Welches Gewerbeamt für Dich zuständig ist, hängt von der Adresse Deines Unternehmens ab) und die GbR anmelden. Die Anmeldung kostet 26 Euro pro Person.

Bitte beachten, dass Du eigentlich nach der Anmeldung beim Gewerbeamt einen Brief vom Finanzamt erhalten solltest mit der Steuernummer oder ein Formular, womit Du diese beantragen kannst- wir haben keines von beiden erhalten- wurden wohl vergessen und nun müssen wir natürlich extra beim Finanzamt vorbei. Unserer Erfahrung nach fängt man schnell mal an zu zittern, wenn es um bürokratische Angelegenheiten geht, die Angst irgendeines der tausenden Formulare zu vergessen begleitet wohl alle Gründer. Also kleiner Tipp: Wenn Du mal Panik hast, ruf einfach kurz bei der IHK an, die sind äußerst hilfreich. Hier die Nummer: 030 31510-600

Der Name einer GbR muss immer die Vor- und Familiennamen der Gesellschafter beinhalten. Man kann zusätzlich auch noch einen Branchen- oder Phantasienamen ergänzen. Am Ende des Namens steht dann GbR. Beispiel: Max Mustermann und Martina Plustermann GbR. Dieser Name muss natürlich auch auf allen Geschäftsdokumenten stehen.

Was uns nicht bewusst war ist, dass man eben auch den Phantasienamen eintragen lassen kann, also wenn Du das möchtest/ Du dran denkst kannst Du nach Euren Vor- und Nachnamen einfach noch -"Awesome Business" zufügen oder wie ihr eben heißen wollt.

Was muss beachtet werden?

Wenn man eine GbR gegründet hat wird diese nicht ins Handelsregister eingetragen.  Wenn man eine gewerbliche Tätigkeit mir der GbR ausüben möchte, muss sich jeder Gesellschafter (sieht oben) beim Gewerbeamt anmelden. In diesem Falle muss die GbR Gewerbesteuer zahlen.

Wenn es sich um eine freiberufliche Tätigkeit handelt reicht es, wenn man beim Finanzamt einfach eine Steuernummer für die GbR beantragt, dazu kann man dieses Formular ausfüllen. In diesem Falle muss keine Gewerbesteuer gezahlt werden. In beiden Fällen sind die Gesellschafter einkommensteuerpflichtig.