ursprünglich erschienen: 05.02.2015

Social Entrepreneurship, oder auf Deutsch: Sozialunternehmertum, entsteht in allen Bereichen unserer Gesellschaft und entwickelt sich langsam zum Business Model des 21. Jahrhunderts. Von Gesundheit, über Bildung zu nachhaltigen Energiealternativen bieten Social Businesses in Deutschland technische und gesellschaftliche Innovationen, die die Welt ein Stückchen besser machen. Doch wer sind eigentlich die Unternehmer/innen, die Social Entrepreneurship in Deutschland vorantreiben? Wir haben eine Liste der kreativen Köpfe und deren Ideen für Euch zusammengestellt: Unsere Social Entrepreneurs to watch!

Waldemar Zeiler - einhorn & Entrepreneur's Pledge

Waldemar Zeiler ist ein Serial Entrepreneur, er war bereits in einigen Rocket-Internet Startups beteiligt. Letztes Jahr entscheid er sich gegen den klassischen Kapitalismus und für ein Leben als Social Entrepreneur. Zusammen mit Philip Siefer gründete er nicht nur das Social Business einhorn, sondern gleichzeitig die Initiative Entrepreneur's Pledge, in der er seine ehemaligen Kollegen und Investoren dazu auffordert sich ebenfalls in Zukunft auf den "Guten" Weg zu begeben und Social Entrepreneurship zu unterstützen. 50 Deutsche Unternehmer haben die Pledge bereits unterzeichnet. Mit seinem Startup einhorn revolutioniert Waldemar die Welt der Kondome und arbeitet daran, das erste nachhaltige Kondom auf den Markt zu bringen.

Nele Kapretz - Impact Hub Berlin

Sie gehört zu den Top Frauen des Social Entrepreneurship Sektors in Deutschland. Nicht ohne Grund stand sie in der ersten Reihe neben Angela Merkel als Innovation Expertin. Nach mehreren Jahren Berufserfahrung beim betterplace lab und dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung, gründete sie letztes Jahr- zusammen mit ihren zwei Mitgründern Leon Reiner und Anna Lässer - endlich die Berliner Version des Impact Hubs, welches 2015 offiziell seine Türen öffnet- in einer neuen, riesigen Location. Watch out!

Christian Kroll - Ecosia

Mit 1 Mrd. Sucheingaben in Suchmaschinen wie Google, verbrauchen wir 12.5 Mio. Watt täglich. Ein enorm großer CO2-Fußabdruck in einem so fragilen Ökosystem wie dem unseren. Christian Kroll gründete eine Startup, das uns das Suchen weiterhin ermöglicht, jedoch unseren CO2-Verbrauch hierbei durch Bäume pflanzen kompensiert. Ende 2014 konnte Ecosia die Millionenmarke knacken und wurde Teil des global Bcorp Netzwerks. Mit seinem Gespür für nachhaltiges Wirtschaften hat Christian es geschafft, eines der erfolgreichsten Social Startups in Deutschland auf die Beine zu stellen. Pro Suchanfrage verdient Ecosia etwa 0,5 Cent mit Werbung. 80% dieser Einnahmen werden gespendet. Das Geld geht an ein Aufforstungsprojekt in Brasilien und seit neuestem auch nach Burkina Faso in Afrika.

Ekaterina Karabasheva - Jourvie

Ekaterina Karabasheva litt selbst an Magersucht. In ihrer Therapie wurde sie immer wieder aufgefordert ihr Essverhalten zu protokollieren. Zusammen mit der Berliner Charité entwickelte sie eine App, um genau diese Art von Therapie zu modernisieren. Mit Jourvie verbessert Ekaterina die Therapie bei Essstörungen und gehört somit auch zu den wenigen Social Startups, die sich auf gesundheitlicher Ebene platziert haben. Die App gibt es jetzt ganz frisch im Google Play Store.  Ekaterina ist auf zahlreichen Berliner Startup Events vertreten und war, laut ihres Wikipedia Profils,  bereits in jungen Jahren eine erfolgreiche Ideenmacherin. Eine Sozialunternehmerin mit viel Potenzial, die man definitiv im Auge behalten sollte.

Simon Köhl - Serlo

Bereits als Schüler arbeitete er an seiner Idee, Lernmaterial kostenlos zu Verfügung zu stellen. Später nutzte Simon seine Studienzeit aus, um genau diese Idee voranzutreiben und als Sozialunternehmer eine kostenlose Lernplattform zu ermöglichen. Mit seinem Team ermöglicht Simon nun für über 200.000 Schüler den freien Zugang zu Bildung und das alles ganz leicht auf Serlo. Simon ist außerdem Ashoka PEP Fellow 2014- 2015 und beweist bereits jetzt, dass er das Zeug zum Weltveränderer hat. Ein Social Entrepreneur, der Mission und Vision im Herzen trägt.

Christoph Müller-Dechent - Foodloop

Mit seiner App nimmt er sich dem Problem der Wegwurf Gesellschaft an und versucht dieses Verhalten auf Konzernebene zu unterbinden. Foodloop gibt Nutzern die Möglichkeit Produkte, die weggeworfen werden würden, in Supermärkten günstiger zu kaufen. Mit seiner App erhalten Kunden eine Nachricht, wenn bestimmten Lebensmitteln die Tonne droht und so können mitdenkende Kunden Joghurt, Obst und Aufschnitt schnell noch vor dem Rausschmiss retten, Geld sparen und dabei Gutes tun. Christoph wurde bereits von Jerry Greenfield (Ben & Jerry's) als einer der Top Social Entrepreneurs entdeckt und gewann den "Bist Du der nächste Ben & Jerry's" 2014.

Dr. Frank Hoffmann - Discovering Hands Foto: Christian Klant

Er ist Social Entrepreneur, Ashoka Fellow und Gynäkologe. Mit seiner Erfindung hilft Dr. Frank Hoffmann zahlreichen Frauen sich vor Burstkrebs zu schützen, bzw. diese heimtückische Krankheit früh zu erkennen. Doch das ist noch nicht alles! Mit seiner standardisierten Untersuchungsmethode bildet Dr. Frank Hoffmann blinde Frauen als medizinische Tastuntersucherinnen aus. Diese ausgebildeten Tastuntersucherinnen haben nicht nur mehr Zeit für die Untersuchung und die Patientin, sondern auch noch einen viel besseren Tastsinn als die meisten sehenden Menschen. Betroffene und Mitarbeiter/innen des Gesundheitssektors in anderen Europäischen Ländern haben bereits ihr Interesse gezeigt und somit könnte Dr. Frank Hoffmann mit seinen Discovering Hands noch dieses Jahr die Welt erobern. Wir wünschen es ihm und uns!

Anne Kjaer Riechert - Kids Have a Dream, Stanford Peace Innovation Lab Berlin

Anne kommt eigentlich aus Dänemark und lebt nun seit einigen Jahren in Berlin. Sie studierte an einer Uni, die den besten Namen trägt: Kaospilot- eine dänische, alternative Business School an der man innovative Business Strategien lernt und Designs für gesellschaftliche Probleme entwickelt. Im letzten Jahr war Anne nicht nur Public Affairs Manager bei Coca-Cola Deutschland, sondern sie leitete nebenbei auch noch ihre eigene NGO namens Kids have a Dream und brachte darüberhinaus noch das Stanford Peace Innovation Lab nach Berlin. Wow! Mit Kids have a Dream konnte Anne bereits über 3000 Jugendliche aus der ganzen Welt erreichen, Tendenz steigend. Ende 2014 verließ sie Coca-Cola und konzentriert sich nun komplett auf ihre Innovationen. Wir sind uns sicher, dass man von ihr dieses Jahr noch eine ganze Menge mehr hören und sehen wird und wir freuen uns drauf!

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