ursprünglich erschienen: 10.09.2014

Wir waren mit Ben & Jerry’s auf der Suche nach den spannendsten und wichtigsten Businesses Deutschlands, die ebenfalls leckeres Essen machen und das ganze in einer Art und Weise, die die Welt ein Stückchen besser macht. Dabei konnten wir die Bienen und ihren Honig nicht auslassen - ohne die Bienen würde unsere Welt wohl kollabieren. Und sie sterben aus. Leute, es ist wirklich eine ernste Sache. Deswegen präsentieren wir diese Woche Berliner Honig, die genau diese Problematik ernsthaft angeht und sich für eine Stärkung der lokalen Imker hier in der grünsten Großstadt Europas einsetzt.

Eine Sache ist klar. Die Deutschen lieben Honig. Beim gestrigen Einkauf im Supermarkt habe ich über 20 Sorten gezählt. Von dick bis dünn, hell bis dunkel, bio-natur bis extra süß. Man kann sich sogar aussuchen, woher sich die Bienen ihren Nektar holen. Es ist für jeden Geschmack was dabei. Orangenblüten, Lindenblüten, Kastanien, Akazien oder Tannen und vieles mehr.

Um ehrlich zu sein habe ich als Engländerin noch nie darüber nachgedacht, wo mein Honig herkommt bevor ich nach Deutschland gezogen bin. Mir war schon klar, dass er von Bienen kommt, aber was es für einen Unterschied machen kann, wo diese Bienen wohnen und was sie essen, war mir nicht so ganz klar. Wenn ich ganz ehrlich bin, will ich eigentlich gar nicht unbedingt darüber nachdenken. Insbesondere nach dem ich gerade im Zuge meiner Recherche eine Erklärung für Kinder gelesen habe, wie es tatsächlich gemacht wird:

Bienen saugen mit ihrem Rüssel einen süßen Saft aus den Blüten. Man nennt ihn Nektar. Er landet im Bienenmagen, der Honigblase. Dort vermischt ihn die Biene mit körpereigenen Stoffen. Dann würgt die Biene die Flüssigkeit wieder hervor und lagert sie in Waben aus Bienenwachs. Dort reift der Honig und verliert dabei das meiste Wasser. Übrig bleibt der zähflüssige, süße Honig.

Ich will gar nicht wissen, wie man dies einem Erwachsenen erklären würde. Na ja BienenmagenKörpereigenen Stoffen und hervorwürgen hin oder her, lecker ist es.

Bee-volution

In letzter Zeit ist man aber dazu gezwungen worden, viel mehr über die Herkunft von Honig nachzudenken als früher. Und nicht nur in Deutschland. Die Biene und ihr Honig erleben eine globale Revolution. Warum global? Weil die Honigindustrie sich in den letzten Jahrzehnten intensiv globalisiert hat. Auch wenn die deutschen Honighersteller ihren Honig als 'schön Deutsch' vermarkten, bei genauerem Hinschauen fühlt man sich wie auf einer Weltreise. China, Chile und Mexiko sind einige der häufigsten Quellen und dienen als Beimischung in deutschen Honigproduktion. Aktuell wird 80% des in Deutschland gekauften Honigs importiert.

Berliner Honig

Warum bloß? Deutschland (und der ganzen Welt) sterben die Bienen tatsächlich weg. In den letzten 10 Jahren hat Deutschland 30% der einheimischen Bienen verloren. Moderne Agrartechniken wie die Nutzung von Pestiziden und die künstliche Befruchtung von Pflanzen führen jedes Jahr zum Aussterben von Millionen Bienenvölkern. Dabei sind Bienen und Ihre Tätigkeit in der Natur ein bedeutender Wirtschaftszweig. Der umgerechnete Wert ihrer jährlichen Bestäubungsarbeit wird auf 14,6 Milliarden Dollar geschätzt, in Deutschland auf zwei Milliarden Euro.

Also wie kann man das Problem angehen? Berliner Honig hat eine Antwort - in dem man Hobby Imker fördert und unterstützt und ihren Honig in die Supermärkte und auf die Tische bringt. Und zwar nicht nur irgendwelche Tische - Berliner Honig wird sowohl vom Bundespräsidenten im Schloss Bellevue als auch von den Gästen im Hotel Adlon verzehrt. Laut Deutschem Imkerbund halten aktuell ca. 94.000 Imker Bienen. In der Summe sind dies rund 750.000 Bienenvölker. Weniger als ein Prozent davon sind Berufsimker. Es sind in erster Linie die Hobby-Imker, welche die Bienenvölker am Leben erhalten. Und sie sollen es weiterhin tun können.

Bee-rlin

Berlin ist eine der grünsten Großstädte Europas und damit nicht nur für viele Menschen sondern auch für die Bienen ein Paradies. Es gibt über 400.000 Bäume und 20% innerstädtischen Wald – somit ist Berlin grüner als New York, Paris oder London. Die enorme Blütenvielfalt der Stadt macht den Honig sehr aromatisch und die Bienen fühlen sich anscheinend sehr wohl. In der Stadt gibt es keine Pestizide, die die Bienen krank machen können. Berliner Honig arbeitet mit 50 lokalen Hobby-Imkern zusammen, die sie persönlich kennen, und die leidenschaftlich und mit viel Liebe, einen 100% natürlichen Honig herstellen. Er wird nicht erhitzt, gefiltert oder vermischt sondern genau so verkauft, wie die Bienen ihn produziert (bzw. hervorgewürgt) haben. Auf jedem Glas stehen Informationen wodurch sich genau nachvollziehen lässt, woher der Honig und seine Biene kommen.

Honig

Berliner Honig ist nicht die einzige junge deutsche Firma, die sich mit dem Thema Bienen und Honig auseinandersetzt. Ihr Ziel ist es, es mehr Menschen zu ermöglichen selber Hobby Imker zu werden um z.B. mit einer BienenBox selber auf dem eigenen Balkon Honig zu ernten. Für 250 EUR kann Jeder selber Imker werden. In München startet gerade nearBees durch. Auf nearBees kannst Du Honig direkt von einem Imker in Deiner Umgebung bestellen und den Honig versandkostenfrei, im innovativen Flatpack, direkt zu Dir nach Hause liefern lassen.

Mittlerweile gibt es also fast keine Ausrede mehr, warum man Honig aus weit entfernten Ländern, samt langer Transportwege kaufen sollte. Ich für meinen Teil weiß, wo ich meinen Honig das nächste Mal kaufen werde.